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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1938-11-01 · 2 (11.1938) · p. Seite 19

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
17 (1938)
Issue
2 (11.1938)
Date
1938-11-01
Page
Seite 19 (sequence 20)
Language
German
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Nr. 2 November 1938 „Jüdisches Gemeindeblatt für Frankfurt" Seite 19 Für die Frau Mitteilungen aus den Interessengebieten der Frau Beiträge und Zuschriften sind zu richten an Frau Stephanie Forrhheitner. Frankfurt a. M„ Schumannstr. 9 (Photo Museum) Laubhütte im Hintergebäude des Hauses Dominikanerplatz 6 (heute Nebenxaum der Träub'schen Synagoge). Das Haus gehört zur Reihe der fünf (ehemals sechs) Spitalhäuser am alten jüdischen Friedhof, die 1711 errichtet wurden. Seit 1760 wurden die Räume dieser Häuser nur noch teilweise für die Zwecke des Spitals benutzt und dienten der damals entstandenen Israelitischen Männer- und Frauenkrankenkasse. In dieser Zeit muß der Raum als Laubhütte eingerichtet worden sein. Die Täfelung der Wände und Türen ist durch die feinen zurückhaltenden Formen aus der Zeit des späten Rokoko bemerkenswert. Ebenso die alte Verbleiung der Fenster. Die Decke kann durch zwei Klappen geöffnet werden, und das heute geschlossene Dach gab ehemals den Blick in den Himmel frei. Die Laubhütte ist die einzige, die sich im Zustand des 18. Jahrhunderts in Frankfurt erhalten hat. Jüdischer Mädchenklub, Quinckestxaße 24 Für November ist folgendes Programm vorgesehen: Montag: Gemütliches Zusammensein, Englisch. Dienstag: Englisch, rhythmische Gymnastik. Mittwoch: Flicken, Donnerstag: Englisch, Schneiderstunde.__ In der Laubhütte In dem verträumten Garten hinter der Synagoge steht die Laubhütte. Nur wenige Schritte entfernt, doch hier dem Ohr und Auge völlig entrückt, pulsiert das Großstadtgetriebe, brandet der Strom des hastenden, lärmenden Straßenverkehrs. Die kleine Insel bleibt unberührt. Ihr stilles Leben an dem milden, sonnenbeschienenen Herbstnachmittag mutet an wie das Kommen und Gehen feiertäglicher Bewohner einer behaglichen Kleinstadt. Verspätete Sonnenstrahlen dringen durch das laubbedeckte Dach der Hütte. Kastanienketten baumeln herab, bunte Aepfel, Nüsse und leise welkende Herbstblumen. Von den Wänden blicken die Bilder ehrwürdiger Rabbinen in den kleinen Raum. Einige Frauen haben sich zusammengefunden, um eine Stunde des Gedankenaustausches, der ruhigen Besinnlichkeit in der Laubhütte zu verbringen. Der Tisch ist hausfraulichstimmungsvoll gedeckt. Die freundliche Gastgeberin bringt in einem großen Henkelkorb fest verschlossene Thermosflaschen mit dem daheim bereiteten Kaffee, dazu Kuchen und Gebäck. Ab und zu schaut eine Nachbarin — im wahrsten Sinne des Wortes Nachbarin - zu der kleinen Türe herein, eine Frau, die im Umkreis der Synagoge wohnt, und diese Traulichkeit, diese Atmosphäre der Sukkoth-Tage empfindet. Sind wir wirklich noch im Bereich der Großstadt? Liegt die bange Sorge unserer Tage, die stets pochende Not nicht hinter uns? Das Gesetz zweier Jahrtausende, das Wort „Du sollst in Hütten wohnen", übt seine tiefe befreiende Wirkung aus. Die Hütte ist zum Symbol geworden, zum Symbol des Friedens, der Freude und der Gastlichkeit. Eine Oase ist sie für die Menschen, die in ihrem Umkreis leben, die hier eintreten zur Erfüllung ihrer religiösen Gebote, aber auch um Stunden der Muße zu verbringen, der freundschaftlichen Zwiesprache zu pflegen. Wenn die Hütte heute auch ein Zeichen der Erinnerung ist an unsere jüdische Vergangenheit, ein Gleichnis des Lebens unserer Vorfahren, die immer wieder Hütten errichteten um eine Heimat zu finden - in diesen acht Tagen bedeutet die Hütte auch in unserer Gegenwart einen Hort des Friedens, der Zuflucht aus unserer ruhelosen, sorgenerfüllten Zeit. Und diese Befriedung soll aus der Laubhütte hinüber gerettet werden in den Alltag, der nach dem Ablauf der Feste unweigerlich wieder einsetzt. So empfanden es auch die Frauen, als sie die kleine Hütte verließen und in den scheidenden Herbsttag traten. Nur wenige Schritte, und der Zauber der Kleinstadt war verflogen; lärmende Straßen nahmen sie auf, hastende Menschen eilten vorüber. Aber der Zauber der Laubhütte lebte in ihren Herzen fort, der Glanz des kleinen Raumes weitete sich und ging mit hinaus in die Welt, der wir mit Pflichten und Aufgaben verhaftet sind. Stephanie Forchheimer Auto^Fahrs clxule E. NACHMANN Seilersfrasse 33 Tel. 21061 _ Blurmjekel Tuchgroßhandlung Frankfürt am Main Moselstrasse 4 Schreibmaschinen neu und gebraucht S. HEVMAllll ft CO. Reuterweg 94 Tel. 58394 I Transportumzugsgut-versicherungen Krankenverslcherungeo — Schiffskarten ADOLF HALBERSTADT Offenbach am Main, Kaisersir. 83/io Telefon 85915 Postfach 584 5tef»ft~ Xu*d dauMmdcckeu i Ia Ausführung, gr. Auswahl, sowie Umarbeitung, auch aus Daunen-Oberbetten. Spezialdecken für Auswanderer. Moderne Relscgarnituren ÖOfte Xatd nur Gartnerweg6Äe?CTo?: Lest das Gemeindeblatt Pfl r t r ä t e Reproduktionen U I IIa 13 Heimaufnahmen in bekannter Ausführung MI II I U C C C (vorm. Nini & INI IICOO Carry Hess) Photographische Werkstätte Börsensh-. 2-4 (Abfz.) Tel. 26009 Schirmreparaturen Überziehen A. STEIGERWALD BERGERSTRASSE 200. II Reparaturen werden auf Wunsch abgeholt. Posikarte wird vergüte!.

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