Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 17 (1938)
- Issue
- 2 (11.1938)
- Date
- 1938-11-01
- Page
- Seite 18 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 18 „Jüdisches Gemeindeblatt für Frankfurt" Nr. 2 November 1938 16er Kunstreigen. Die Fechter führten Florettkämpfe vor, die Boxer zeigten Schul- und Schaukämpfe, zum erstenmal sah man Tischtennisspiele im Freien. In origineller Weise demonstrierten die Schwimmer richtiges und falsches Schwimmen, die Wintersportler bewiesen ihr Können mit Trockenski. Deutlich konnten wir die verantwortungsvolle Arbeit der Schild-Sanitäter bei einer Massenübung beobachten. Den Schluß bildete ein lebendes Schach, bei dem die. Schachfiguren von kostümierten Jugendsportlem gestellt waren, die auf einem riesigen Zeltplanbrett auf das Kommando zweier Spieler eine Meisterpartie darstellten und so für den jüdischen Schachsport warben. Zu Beginn der Sportschau hatte der^Vorsitzende Hans Grünebaum nach einem imposanten Aufmarsch mehrerer hundert aktiver Sportler die Meister des Jahres aus dem „Schild" geehrt und, nach einem Hinweis auf die Aufgaben des jüdischen Sports als AuswanderungsVorbereitung, an das jüdische Publikum appelliert, mehr als bisher den jüdischen' Sport durch Besuch der Veranstaltungen zu unterstützen. Bei den Ausscheidungskämpfen der jüdischen Schulen in Südwestdeutschland für die leichtathletischen Schulmeisterschaften in Berlin erreichten die Schüler und Schülerinnen des Philanthropins die besten Leistungen bei der Gesamtwertung aller Teilnehmer des Bezirks. Die Otto Driesen-Plakette für die Jahresbestleistung 1938 erhielt Fritz Rosenberg. Die Rasensport verbandspiele des „Spielausschusses jüdischer Sportvereine Südwestdeutschlands", an denen sich sämtliche jüdischen Vereine des Bezirks beteiligten, sind beendet. Im Oktober wurden in den letzten Entscheidungsspielen die Meister der einzelnen Gruppen festgestellt. Im Mainkreis errangen die Makkabivereine die meisten Titel. Im Fußball, bei den 1. Mannschaften: Bar Kochba Frankfürt, bei den Jugendmannschaften: Bar Kochba Offenbach, bei den Schüler-Einheiten: Hakoah Frankfurt. Im Handball wurde Bar Kochba bei den Männer-Einheiten und bei1 der Jugend Meister, während die Frauenelf des Schild Frankfurt ungeschlagen die Meisterschaft ihrer Gruppe gewann. Der Schild beschloß die Wasserspprtsaison 1938 mit interessanten Wettkämpfen. Als Rennstrecke wurde teilweise die 4000 m lange Bahn vom Strandbad Niederrad bis Wilhelmsbrücke und zurück, teilweise die 1000 m-Bahn zwischen Bootshaus und Main-Neckar-Brücke auf dem Main benutzt. Sowohl bei den Ruderrennen für Damen und Herren als auch bei der Paddelregatta zeigte sich, daß die Wassersportler des Schild im letzten Jahre große Fortschritte gemacht haben. Gegenüber den Vorjahren war einiges Neue eingeführt worden: Skiffrennen im Ruder-Renneiner auf der alten 1000 m- Strecke und Paddelrennen und Vierer-Ruderrennen über eine lange Distanz. Den wohlgelungenen Abschluß bildete wie stets ein Rollball-Kampf zwischen Ruderern und Paddlern, der wieder unentschieden endete. Der Vereinsleiter verteilte dann die Siegerplaketten an die Abteilungsmeister. Ein 20 km-Straßenrennen des Schild bildete den Abschluß der radsportlichen Sommersaison. Ein Kampf voll spannender Situationen, aber doch mit dem erwarteten Ausgang kam zustande. Große Anforderungen wurden an die Fahrer gestellt, trotzdem aber wurden sehr annehmbare Rennzeiten erzielt. Die Tennis- Saison 1938 schloß mit der Beendigung des großen Schild-Sommerturniers, das zwar im einzelnen schöne und spannende Kämpfe, aber wenig Talententdeckungen ge- PHOTO-KOPIEN von Urkunden und Dokumenten, Familienu. Auswanderungspjpieren nach neuestem Verfahren F.EHRENFELD Zeil 104 bracht hatte. Am spannendsten verliefen die Einzelkämpfe der Herren,- besonders der überlegene Sieg von Lichtenberger über Herz und Voß überraschten. Klubmeister wurde H. Lichtenberger bei den Herren und Käthe Kallmann bei den Damen. Der Sportverein Bar Kochba besteht in diesen Tagen 25 Jahre. Dem Ernst der Zeit entsprechend wird dieser Gedenktag ohne Jubiläumsveranstaltung und ohne jede Feier vorübergehen. Der jubilierende Verein, der im Jahre 1913 von Gg. Freudenstein, Jul. Lubowsky, Fredy Goldschmidtr. Sally Levi und Paul Kaizensiein gegründet wurde, hieß ursprünglich JTV (Jüdischer Turnverein) und war von Anfang an Mitglied des Deutschen Makkabikreises, der vor 1921 „Verband der jüdischen Turn- und Sportvereine, Deutscher Kreis" genannt wurde. Der Bar Kochba ist eine Stütze des Deutschen Makkabikreises, in dessen Präsidium er bis jetzt durch das Vorstandsmitglied Max Flörsheim („Floh") vertreten war. 1932 zählte der Verein 250 Mitglieder, 1937 war er mit über 1000 Mitgliedern schon einer der größten jüdischen Vereine im Reich, dessen Mitglieder folgende Sportarten pflegen: Fußball, Handball, Hockey, Turnen, Gymnastik, Boxen, Schwimmen, Tennis, Tischtennis, Wintersport, Kegeln. Der Bar Kochba hat in früheren Jahren die großen Hallensportfeste des Makkabi mit internationaler Beteiligung durchgeführt, er besitzt unter seinen Einzelsportlern und Mannschaften viele Meister. Heute sieht der Verein, neben der sportlichen Ertüchtigung und nationaljüdischen Schulung, seine Hauptaufgabe in der Vorbereitung seiner Mitglieder für die Alijah und Ueberseewanderung. In der zweiten Septemberwoche nahm der Makkabi Frankfurt und damit zugleich auch der Bezirk Südwest von zwei seiner führenden Persönlichkeiten Abschied: Heinz Kaufmann, dem 1, Vorsitzenden des Bar Kochba Hakoah, und Max Flörsheim, Vorstandsmitglied des Bar Kochba Hakoah, Präsidialmitglied des Deutschen Makkabikreises^ Handballfachwart des Makkabi-Weltverbandes, Mitglied der „HATO", der' obersten Sporibehörde des Makkabi, Bezirkssportwart und volksparteilicher Gemeindevertreter. Heinz Kaufmann wurde als Erstem die Goldene Ehrennadel des Vereins für seine -großen Verdienste verliehen. An Stelle von Hugo Hecht hat Max Bergmann den Vorsitz der Bezirksleitung Südwest übernommen, er tritt auch als Nachfolger Hechts und Makkabivertreter in den Vorstand des „Spielausschusses jüdischer Sportvereine Südwestdeutschlands" ein. Der neue Vorstand des Bar Kochba/Hakoah Frankfurt besteht aus: Max Bergmann, 2. Vorsitzender, ferner: Dr. Martha Wertheimer, A. Reis, B. Bienes, J. Junker,. F. Meyer, H Speier, A. Lichner, Jul. Oppenheim, Heinz David und Erich Künstlicher. Der Makkabi Frankfurt trauert um eines seiner ältestert Mitglieder, Arthur A m s c h e 1, der als Schomer in Erez bei Erfüllung seiner jüdischen Pflicht gefallen, ist. Amschel wird als das Vorbild des bescheidenen Kämpfers für den nationaljüdischen Gedanken in unserer Erinnerung fortleben. Er ist das erste Blutopfer des Makkabi Frankfurt im jüdischen . Land. ' L. W-s. UMZUG Leo Nathan Füllhalter — Papier Schillerstrasse 1 am 1. November nach Steinweg 9 I. Stock (im Hause Gellhorn) JOS. SÜSS Königstr. 39 Tel. 716051 Jetzt auch Detail verkauf I Bettwäsche Küchen ~ Wäsche | Leibwäsche Tischtücher, Milieux, amerik. I Sets, in Filet-Antique, Wickel-1 und Plattstich. (Langjährig.! Vertreter erster Wäscheiabr.) I Der Aufbau einer neuen Existenz hängt wesentlich von Ihrem Gesundheitszustand ab. 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