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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1938-11-01 · 2 (11.1938) · p. Seite 11

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
17 (1938)
Issue
2 (11.1938)
Date
1938-11-01
Page
Seite 11 (sequence 12)
Language
German
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Nr. 2 November 1938 „Jüdisches Gemeindeblaii für Frankfurt" Seite 1! Berlin, im Auftrag eines unbekannten Spenders für die gleichen Zwecke einen Betrag von RM. 150.- übersandt haben und hat den Spendern für ihre hochherzigen Zuwendungen seinen besonderen Dank ausgesprochen. Außerdem hat der Vorstand Herrn Sanitätsrat Dr. Ettlinger für eine vor seiner Ausreise überwiesene Spende von RM. 100.— seinen Dank ausgesprochen. Die Gemeindevertretung nimmt Kenntnis und schließt sich dem Dank des Vorstandes an die Spender ausdrücklich an. Als Ersatz für den aus der Gemeindevertretung ausgeschiedenen Herrn Dr. Mainzer werden auf Vorschlag der Wahlvorschlagskommission gewählt: In die Wahlvorschlagskommission Herr Karl Lorsch, in die Gemeindeblatt-Redaktionskommission Herr Dr. Hermann Weil, in den Vorstand der Hauptsynagoge (Delegation) Herr Ernst Cahn, in die Jüdische Beratungsstelle für Wirtschaftshilfe Herr Karl Lorsch. Zur Beratung gelangt der Entwurf einer Satzung für die Israelitische Gemeinde zu Frankfurt am Main nach Maßgabe des Gesetzes vom 28. 3. 38 über die jüdischen Kultusvereinigungen. Hierzu liegen vor: der eigentliche Satzungsentwurf, die Abänderungsbeschlüsse des Vorstands und der Bericht der Rechtskommission der Gemeindevertretung mit Aenderungsvorschlägen, welche in dem Satzungsentwurf bereits angebracht worden sind. Der Entwurf wird von Herrn Dr. Geiger - nach Ursache und Entstehung, nach dem grundsätzlichen Inhalt und den wesentlichsten verwaltungstechnischen Gesichtspunkten eingehend erläutert. Der Vorsitzende schlägt vor, die Beratung in der Weise vorzunehmen, daß zunächst eine Generaldebatte erfolgen soll, in welcher den Gemeindevertretern Gelegenheit gegeben sei, in grundsätzlicher Weise Stellung zu nehmen, woran sich alsdann die Spezialdebatte in der Weise anschließen solle, daß zunächst die einzelnen Gruppen gemäß den in dem Entwurf vorgezeichneten Ueberschriften zur Beratung gestellt und schließlich über etwa einlaufende Aenderungsanträge verhandelt werden solle. Es erhebt sich kein Widerspruch. In der Generaldebatte vertritt Herr Wilczek mit Zu- . Stimmung aller Gemeindevertreter die Ansicht, daß die Kompetenzen der .Gemeindevertretung gegenüber dem früheren verfassungsmäßigen Zustand nicht eingeschränkt werden dürfen, sondern im Gegenteil soweit wie nur möglich ausgestaltet werden müßten, da die Satzung die Grundlage für das religiöse, kulturelle und soziale Leben der Gemeinde darstelle und die Gemeindevertretung oder, wie sie nunmehr genannt werde, die Vertreterversammlung als Repräsentanz der Gesamtgemeinde eine grundlegend andere Stellung einnehme als etwa die Vertreterversammlung eines sonstigen eingetragenen Vereins. In der Spezialdebatte erfolgen Anträge gemäß der grundsätzlichen Bemerkungen des Herrn Wilczek in Bezug auf die Bewilligungsbefugnisse der beiden Gelheindekörperschaften. Alsdann wurde die Beschlußfassung in die anschließende nichtöffentliche Sitzung verwiesen. Kulturarbeit des Monats „Der neue Weg" Ein Paläsiina-Film Der neue tönende Bildbericht aus Erez Israel erzielte auch bei seiner Frankfurter Erstaufführung tiefen Eindruck, trotz der Ungunst des Raumes und trotz des etwas überhetzten Tempos der Vorführung. Keiner der zahlreichen Besucher wird den Ablauf des Films allein mit den Maßstäben eines Kunstbetrachters verfolgt haben. Jeder mußte fühlen, daß es hier um eigene jüdische Werte ging, die nur verstanden werden können, wenn auch das Herz voll beteiligt ist. Der Film beschönigt nichts, er hält die Wirklichkeit fest, wie sie ist. Er prägt sich vielleicht gerade deswegen umso stärker ein. Man erlebt den Zauber der palästinensischen Landschaft, sieht ihre leuchtenden Farben und versinkt in ihrer düsteren Schwermut. Man beobachtet das jüdische Volk in Stadt und Land bei seiner täglichen Arbeit, die wahrlich nicht leicht Wiener Chic Inhaber: Adolf Fuchs KAISERSTRASSE 65 Das elegante Fachgeschäft für modische Herren-Artikel Stets Neuheiten in Oberhemden, Krawatten, Socken bekannter Marken-Firmen ist, ja zuweilen durch ihre Härte erschüttert. Man bestaunt die Schnelligkeit, mit der eine neue Siedlung errichtet wird, ahnt die Schwere der Kämpfe, in die das Heilige Land verstrickt ist, wenn man englisches Militär oder jüdische Wächter vorübereilen sieht. Das Beglückendste ist der Anblick der Jugend: die Gestalten freudestrahlender, sonnverbrannter Kinder, die gestählten Körper der jungen Arbeiter und Arbeiterinnen. - Die Vielfalt der optischen Eindrücke wird durch eine sehr geschickt eingefügte Musik gesteigert, die namentlich dort zu bemerkenswerter Eigenbedeutung ausholt,, wo die menschliche Stimme sich zur instrumentalen Grundierung gesellt. Auffallend für unser Ohr sind die grellen, mit offener Vokalisation eingesetzten Sopranssiimmen, überwältigend aber die nicht überhörbare Begeisterung, mit der die einfachen palästinensischen Weisen wiedergegeben werden. Der Aufführung ging eine Ansprache von Dr. Poraeranz voraus, die auf die tiefe, nicht von einer „Konjunktur" abhängige Verbundenheit des jüdischen Menschen mit Palästina hinwies und werbend für die Aktion des „Sefer Sikaron" eintrat. Das gepflegte Orgelspiel Siegfried Würzburgers leitete den Abend stimmungsvoll mit einer Mendelssohnschen Komposition ein. . Dr. Nathan Ehrenreich Die Bibel in der europäischen Dichtung .Julius B a b sprach im Kulturbund Rhein-Main über das Thema: „Der Widerhall der Bibel in der europäischen Dichtung". Der geistvolle, temperamentstarke Sprecher wurde freilich durch die geringe Hörsamkeit der Hauptsynagoge leider manchmal in der oratorischen Wirkung beeinträchtigt. Bab erfaßte die Vielfalt des Stoffes von hohem Blickpunkt her, so daß die fließende Struktur des Vorwurfs feste Gestalt erhielt. Der gesprochene Essay erhellte sich durch die persönliche Art des Dozierens, ein doch nicht lehrhaftes, lebendiges Dozieren, das die Fülle des Materials ausbreitete, die charakteristischen Züge des bunten Gewebes darbot und stets auf das Wesen der Erscheinungsform zielte. Die Bibel - für den Juden: das alle Testament, bedeutet ihm in fremder Welt Zusammenhalt und Schutz. Geheimnisvolle Bindung zeigt ihr Geist mit dem tiefsten Wesen europäischer Dichtung. In drei Stufen vollzog sich dieser Austausch: in der Erfassung biblischer Gehalte durch den Stoff, Reparaturen in eig. Werkstätte Marken-Uhren In groBer Auswahl t I Af 1EL-25325 - 15" Biebergasse-2

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