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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1938-11-01 · 2 (11.1938) · p. Seite 6

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
17 (1938)
Issue
2 (11.1938)
Date
1938-11-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 _„Jüdisches Gemeindeblati int Frankfurt"_Nr. 2 November 1958 I~ Damenhüte Neue Modelle SOFIE ROSSBACH I Da Iii e nklelder für HerhSt II, Winter früher Leiterin bei Gerstel Kaiserstrasse 25 (Laden) ■ Die Taten Rabbi Chijas waren Erfüllung des Guten.- sie trugen ihm keinen Lohn ein - keine Macht und keine Ehren. „Seine Verdienste nützten der ganzen Welt, nicht aber ihm selbst." Rabbi Jehuda Hanassi, der auf ihn den Vers anwandte: „Der Herr berief aus fernem Lande den Mann meines Rates", und meinte: „Wie bedeutend sind doch die Werke Chijas!", verlangte dennoch von ihm restlose Unterordnung. Sogar der Sohn des Patriarchen erwartete von Rabbi Chija Ehrenbezeugung. Als Rabbi Ghija vor ihm im Badehause nicht aufstand, beklagte er sich bei seinem Vater darüber. Für sein Verhältnis zu den Gütern des Lebens ist folgende Anekdote bezeichnend. Er sprach zu seiner < Frau: ■ „Wenn ein Armer kommt, bringe ihm Brot entgegen, damit man auch deinen Kindern Brot entgegenbringe. Da sprach sie zu ihm: Du verfluchst sie. Er erwiderte: Es wurde gelehrt: Ein Rad dreht sich um die Welt." Rabbi Chija hatte man keinen Heiligentitel wie Rabbi Jehuda Hanassi verliehen, aber seine Kraft im Beten soll die des Fürsten übertroffen haben. Es wird erzählt: Der Engel Elijahu verkehrte im Lehrhause Rabbis. Einst verspätete er sich an einem Neumondsiag und kam nicht zur gewöhn- Zur jüdischen Brief aus Texas Seit Ende August sind wir in Houston, und wenn wir von hier aus noch nicht schrieben, so liegt das daran, daß die ununterbrochene Hitze uns vollständig malt macht. Täglich 35 0 (abends 30 0) sind keine Kleinigkeit. Die versprochene Brise vom Golf von Mexiko her ist anscheinend auf Urlaub. Wir haben bis zur Ankunft unserer Möbel ein ,/furnished apartment" bezogen, und ich versorge uns nun endlich wieder selbst. Ich muß beschreiben, wie die Wohnung aussieht, weil sie typisch ist für alle amerikanischen Wohnungen: Küche mit „ice-box", Gasofen und eingebauten Schränken, dazu gehört ein durch keine Tür getrennter kleiner Raum, das „dinette", wo alle Mahlzeiten - auch wenn Besuch da ist - eingenommen werden. „Livingroom" mit Sofa, zwei Sesseln, in irgend einer Ecke ein Tischchen, ein oder zwei Stehlampen, die Mitte, ist ganz frei. Aus einem der „closets" - bitte englisch betonen: d. h. mit langem o -, das sind nischenartige Vertiefungen in der Wand, läßt sich für das Kind ein Bett herausziehen,- eine ganz patente Sache. „Bedroom" hat ein breites Bett - das ist hier selbstverständlich, einen großen Spiegel mit Hocker davor, eine Kommode, dann das Bad. So ungefähr sieht jede Wohnung im Norden und Süden aus,- man darf allerdings weder die Fliegenneize vor den Fenstern noch die künstlichen Blumen vergessen. Bettücher {Decken sind unnötig) und Handtücher habe ich geliehen bekommen, ebenso einige Bestecke, die übrige Inneneinrichtung habe ich mir für insgesamt zwei Dollar im „five-and-ten" zusammengekauft, und so konnte ich meiner Familie den Herzenswunsch erfüllen, „endlich einmal wieder reichlich Kartoffeln" zu kochen. Der echte Amerikaner ißt nämlich höchstens zwei Stück zum Mittag, dafür aber vier Sorten Salat und Gemüse. Bis wir so weit sind, richtig zu arbeiten, wird es wohl noch etwas dauern. Zunächst haben wir unsere „First Papers" eingereidii, was mit allerlei Wegen und Kosten verknüpft war. Alle wundern sich, daß wir uns so gut englisch verständigen, ja sogar unterhalten können,- aber wir kennen genau unsere Schwächen und fangen sofort mit Stunden an . . . Für alle Umstellungen - eigentlich ist nichts so, wie wir es gewohnt waren - ist viel Kraft nötig,- aber wohin wir bis jetzt kamen, wunderten sich die Leute, wie gut wir alle hier fertig werden. Von zwei Momenten muß ich noch erzählen,- das Unan-?«nehme zuerst: Es gibt hier nicht nur mehr Moskitos als in alästina sondern auch überlebensgroße Spinnen und „roaches", das sind Riesenkakerlaken, die obendrein auch noch fliegen können. Wir sind entsprechend zerstochen und rielichen Zeit. Als er dann später erschien, fragte ihn Rabbi: Weshalb hat der Meister sich verspätet? Dieser erwiderte: Es dauerte, bis ich Abraham aufgerichtet, ihm die Hände gewaschen und ihn, nachdem er gebetet, wieder niedergelegt habe, und ebenso Jizchak und ebenso Jaakob. - Ich dachte, sie könnten zu inbrünstig um Erbarmen flehen und den Messias vor der Zeit eintreffen lassen. Alsdann fragte ihn Rabbi: Gibt es ihresgleichen in dieser Welt? Elijahu erwiderte: Es gibt Rabbi Chija und seine Söhne. Hierauf ordnete Rabbi einen Fasttag an und ließ Rabbi Chija und seine Söhne vor das Vorbetpult treten. Als Rabbi Chija den zweiten Segensspruch des Achtzehngebets sprach: Er .läßt den Wind wehen' - begann ein Wind zu wehen,- als er sprach: Er läßt den Regen niederfallen, kam Regen, und als er darauf begann: Der die Toten belebt', bewegte sich das Weltall. Da sprach man im Himmel: Wer hat das Geheimnis in der Welt offenbart? Da wurde Rabbi Chija bestraft, und das Gebet Rabbi Chijas blieb unbeendet. „Seitdem Rabbi Chija und seine Söhne aus dem Exil nach Palästina gekommen sind, haben Blitzschläge, Erdbeben, Orkane und Donner aufgehört, wurde der Wein nicht sauer und der Flachs (durch Schädlinge) nicht geschlagen." Auswanderung chen, um uns wenigstens etwas zu schützen, nach Nelkenöl und Citronella. Das zweite ist die kaum glaubliche Gastfreundschaft, die jedem in diesem Land entgegengebracht wird. Und dabei geschieht nichts mit besonderer Aufmachung, sondern die Leute lassen einen gleich in ihrem Hause mitleben, als ob man zur Familie gehörte. Und der Polizist oder die Verkäuferin - ganz gleich, wer es ist - alle sind gefällig, weil sie gar nicht anders können. Ueber das Stadtbild, die Haushaltsführung usw. schreibe ich, wenn ich erst am eigenen Tisch sitze,- es sei denn, daß es vorher schon merklich abkühlt ... -el. Einwanderung nach Australien 1. Voraussetzungen der Einwanderung: Zur Einwanderung nach Australien ist eine ausdrückliche vorherige schriftliche Genehmigung („landing permit") der australischen Regierung erforderlich. Diese wird nur an folgende drei Kategorien von Bewerbern erteilt: A) nahe Verwandte von bereits in Australien lebenden Personen, die dort ihre Existenz gefunden haben (Ehefrauen, unmündige Kinder, erwachsene unverheiratete Töchter, Eltern und Bräute); Von den unverheirateten Töchtern kann bei der Landung ein Vorweisegeld von 50 austral. Pfund verlangt werden,- von den anderen genannten Familienangehörigen wird gewöhnlich kein Vorzeigegeld gefordert. B) Personen, deren Berufe sie für Australien als besonders erwünscht erscheinen lassen, und für die in Australien, Ansässige garantieren, daß sie nicht der Allgemeinheit zur Last fallen werden. Diese Einwanderer müssen bei der Landung eine Vorweisegeld von mindestens 50 austral. Pfund besitzen (1 austral. Pfund rd. RM. 10.-.) C) Personen, die Berufen angehören, an denen in Australien jeweils Bedarf besteht, die aber keine Garantie in Australien ansässiger Personen nachweisen können. Solche Personen müssen ein Vorweisegeld von mindestens 200 austral. Pfund bei der Landung besitzen. Selbst wenn alle vorstehenden Bedingungen erfüllt sind, steht es vollkommen im Ermessen der australischen Behörden, die Einreisegenehmigung zu erteilen oder zu verweigern. 2. Antragstellung: Der Antrag (applicalion) auf Genehmigung der Einreise nach Australien ist in englischer Sprache an die australische

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