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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1938-11-01 · 2 (11.1938) · p. Seite 3

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
17 (1938)
Issue
2 (11.1938)
Date
1938-11-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 2 November 1938 „Jüdisches Gemeindeblaii für Frankfurt" Seite 3 Aufruf zur Jüdischen Winterhilfe 1938/39 Wiederum tritt die Aufgabe der Jüdischen Winterhilfe an uns heran. Sie zu erfüllen, ist allen selbsiversländlich geworden; es bedarf keiner Begründung und Mahnung mehr. Wir wissen alle, da& der Bereich unseres Könnens wieder enger, das Gebiet unserer Verpflichtung weiter geworden ist. Der kommende Winter wird härter und noch schicksalsvoller sein. Die Frage ist nun: Soll das Geschick uns nur niederbeugen, oder wollen wir versuchen, ihm unsere seelische Kraft entgegenzusetzen? — Aus einem wächst immer innere Kraft: aus dem Helfen und Wohltun. Wer ein Opfer zu bringen vermag, der erlebt etwas, was ihn aufrichtet und fest macht. Aber auch um unserefwillen, damit wir Achtung vor uns hegen können, sollen wir leisten, was in diesem Winter von uns gefordert werden wird. Wir wollen dessen gewifj sein, da& in unseren Gemeinden jede Hand, jedes Haus bereit sein wird, für die Jüdische Winterhilfe mehr noch zu geben als verlangt wird. Reichsvertretung der Juden in Deutschland Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin- Preussischer Landesverband jüdischer Gemeinden. Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden. Oberrat der Israeliten Badens. Sächsischer Israelitischer Gemeindeverband. Oberrat der Israelischen Religionsgemeinschaft Württembergs. Landesverbände israelitischer Religionsgemeinden Hessens. Landesorganisation der Agudas Jisroel in Deutschland. Allgemeiner Rabbinerverband in Deutschland. Jüdischer Central-Verein E. V. Jüdischer Frauenbund. Reichsausschul der jüdischen Jugendverbände. Reichsbund jüdischer Frontsoldaten. Reichsverband der Jüdischen Kulturbünde in Deutschland. Reichsverband der jüdischen Lehrervereine. Vereinigung Tür das religiösrliberale Judentum. Vertretung der unabhängigen jüdischen Orthodoxie Deutschlands, Zentralverband jüdischer Handwerker Deutschlands. Zionistische Vereinigung für Deutschland. Die jüdische Winterhilfe 1958/59 Frankfurt a. M. erläßt folgenden weiteren Aufruf: Uns alle ruft zum vierten.Male die Jüdische Winterhilfe! Ungeahnte Forderungen werden in den nächsten Monaten an unsere Gemeinschaft gestellt. Erneut müssen deshalb jüdische Nächstenliebe und jüdischer Opfergeist beweisen, dap sie diese schicksalhafte jüdische Not bezwingen. Von der Opferwilligkeit des Einzelnen hängt die Erhaltung der jüdischen Gesamtheit ab. Wir sind überzeugt, dajs niemand, sei seine eigene Lage noch so schwierig, als Helfer in unseren Reihen fehlen wird. In diesem Sinne beginnen wir mit Zuversicht die Arbeit der Jüdischen Winterhilfe 1958/59. Frankfurt a. M., Oktober 1958 Israelitische Gemeinde jüdische Winterhilfe Synagogengemeinde Israelitische f rankfurt a. M. Frankfurt a. M. Religionsgesellschaft Frankfurt a. M. Justizrät Dr. Blau Emil Oettinger Philipp Posen Vorsitzender Vorsitzender Vorsitzender DAS SCHRIFTWORT! Um Abraham Von Max Dienemarin Die Erzählung von den drei Männern, den Gottesboten, die zu Abraham kamen und von ihm bewirtet wurden (1. M. 18}, wird in der Auslegung vor allem als Beispiel der unbedingten Verpflichtung zur gastfreundlichen- Bewirtung jedes Fremden gewertet. Zugleich aber sind einzelne Worte darüber hinaus Anlaß zu mancherlei Belehrung. Gott stehend - der Mensch sitzend Der biblische Bericht beginnt mit den Worten: „Und Er erschien ihm (dem Abraham) und er war sitzend am Eingang des Zeltes, als der Tag heiß war." Der hebräische Ausdruck für „er war sitzend", joschew, ist ohne das dazugehörige1], also sozusagen unvollkommen geschrieben,- warum? „Er wollte aufstehen, da sprach zu ihm der Heilige, gelobt sei er, bleibe sitzen, es sei das ein Zeichen für deine Kinderr so wie du jetzt sitzest und die Gegenwart Gottes steht bei dir, so mögen einst deine Kinder sitzen und die Gegenwart Gottes bei ihnen stehen; wenn Jsrael in seine Synagogen und Lehrhäuser gehen wird und das Sch'ma lesen wird, werden sie sitzen, und ich werde an ihrer Seite stehen, so heißt es (Ps. 82, 1) „Gott steht in der Gemeinde Gottes." - Was will damit gesagt werden? Man muß immer denken, daß das alles bildlich gemeint ist. Indem gleichsam Gott stehend und Abraham, später auch die Gemeinde, sitzend eingeführt wird, wird gesagt, daß im Augenblick der andachtsvollen Ver-

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