Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 17 (1938)
- Issue
- 1 (10.1938)
- Date
- 1938-10-01
- Page
- Seite 19 (sequence 19)
- Language
- German
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Nr. 1 Oktober 1938 „Jüdisches Gemeindeblatt für Frankfurt" Seite 19 Zum Tode von Geheimrat Dr. Ludwig Borchardt Vor einigen Wochen verschied in Zürich der ehemalige Direktor des Deutschen Archäologischen Instituts in Kairo Geheimer Regierungsrat Professor Dr. Ludwig Borchardt. Geheimrat Borchardt kam aus dem Baufach, war zuerst Regieiungsbaumeister bei der Ministerialbaukommission der Reichshauptstadt und beschäftigte sich schon damals mit ägyptologischen Fragen. Die Akademie der Wissenschaften brachte verschiedene seiner Untersuchungen zur Veröffentlichung, die dem jungen Gelehrten schon im Alter von 34 Jahren den Ehrendoktor der Philosophie einbrachten. Im Jahre 1895 wurde Borchardt mit der Inventarisierung der Kunstwerke auf der Insel Philae betraut, siedelte für ständig nach Aegypten über, trat in die Dienste des Khedive und inventarisierte das Museum in Bulak bei Kairo. Später wurde für ihn die Stellung eines wissenschaftlichen Attaches beim Generalkonsulat geschaffen. Das Deutsche Archäologische Institut in Kairo, dessen 1. Direktor er bis 1928 war, dankt ihm sein Entstehen, mehr als 300 Veröffentlichungen über die Kunst Aegyptens haben seine Stellung in der Wissenschaft begründet. Seine Veröffentlichung des schönen Kopfes der Königin Nefretete hat ihm Ruhm weit über den Kreis der Fachgenossen hinaus eingetragen. Geheimrat Borchardt, der ein Alter von 75 Jahren erreichte, hatte als Gatte einer Tochter des in unserer Gemeinde unvergeßlichen Eduard Cohen enge Beziehungen zu unserer Gemeinde. Sein Interesse galt ihren Wohlfahrtseinrichtungen, besonders aber auch dem Museum jüdischer Altertümer, an dessen Entwicklung in den letzten Jahren er lebhaften Anteil nahm. Sein Andenken wird auch bei uns in Ehren lebendig bleiben! Ghr. Oberrabbiner Dr. Rosenberg s. A. Im Krankenhaus unserer Gemeinde verschied der Oberrabbiner von Ancona, Dr. Hermann (Chajim) Rosenberg. Oberrabbiner Rosenberg ist 1876 in Hethars (Ungarn) geboren worden, kam bereits durch den Besuch ungarischer Jeschiwoth mit großem talmudischen Wissen nach Berlin an das Rabbinerseminar. Gleichzeitig besuchte er die Universität, an der er mit einer Arbeit über die Geschichte der Hauptwörter der Mischna promovierte.^ Kurze Zeit darauf erhielt er einen Ruf als Oberrabiner nach'Ancona, wo er fast dreißig Jahre gewirkt ha£ Um das konservative Judentum in Italien Moderne Photos sr"- Passbilder MAY KaiserstraBs 11 I. Stock Telefon 27128 hat er sich große Verdienste erworben, daneben fand er Zeit, wissenschaftlich zu arbeiten. Seine in hebräischer Sprache geschriebenen Aufsätze zeigen seine Kenntnis der nebräischen Literatur des 17. und 18. Jahrhunderts. Für die Gemeinde Ancona ist das Hinscheiden ihres Oberrabbiners ein schwerer Verlust, den das orthodoxe Judentum in Italien mit ihr erleidet. Unsere Gemeinde hat dem Verstorbenen ein Ehrenbegräbnis auf dem Neuen Friedhof in der Eckenheimer Landstraße bereitet, bei dem Rabbiner Dr. Horovitz, Rabbiner Kirschbaum und Professor Dr. Freimann Gedenkreden hielten. Das Andenken des Verstorbenen sei zum Segen! Jüdischer Kulturbund im Oktober Der Jüdische Kulturbund Rhein-Main eröffnet am Mittwoch, 12. Oktober, seine Spielzeit mit dem Lieder- und Arienabend von Alexander Kipnis. Am Flügel Dr. Willy Salomon. - Die zweite Monatsveranstaltung, am Donnerstag, 27. Oktober, ist ein Vortrag „Musik im französischen Salon von Rameau bis Ravel" mit musikalischen Erläuterungen von Dr. Anneliese Landau unter Mitwirkung von Wolfgang Rose (Klavier). — Beide Veranstaltungen werden um 20.30 Uhr in der Westendsynagoge stattfinden. Mittwoch-Konzert im Okiober Als 53. Mittwoch-Konzert findet am 26. Oktober 1938, 20*& Uhr ein „Klavierabend mit Rezitationen" statt. Ausführende: Hilde Freund (Klavier), Sofie Seligmann (Rezitation). Wegen der Feiertage findet im Okiober nur dieser Abend statt. Karten in den Cafes Falk, Freimark, Rothschild. Die Abendkasse wird 1 Stunde vor Konzertbeginn geöffnet- Jüdische Leihkasse E. V. Die Leihkasse, jetzt Quinckestraße 24, bewilligt selbständigen Gewerbetreibenden u. Handwerkern Darlehen in mäßigen Beträgen gegen Bürgschaft zahlungsfähiger Personen oder gegen andere gute Sicherheit. m Oscar Bacharach 1 ÜRossmark t 15 ■ ® Kleider @ fj§ > Mäntel jj |j Pelze jj Wohn, aller Art Häuser u. Grundst. vermittelt M. Steinfeld Freih. v. Steinstr. 30 Fernsprecher 23912 I Anfertigung von Bettwäsche Schattenarbeit etc. Namensticken v. -.10 an Kugelmann Eyssenackstr. 41 p. Tel. 57818 5feftftaUuL Daunendecke* i I* Ausführung, gr. Auswahl, sowie Umarbeitung, auch aus Dnunen-Oberbetten. Anfertigung von Kissen aller Art. Spezialdecken für Aaswanderer. 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