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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1938-10-01 · 1 (10.1938) · p. Seite 18

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
17 (1938)
Issue
1 (10.1938)
Date
1938-10-01
Page
Seite 18 (sequence 18)
Language
German
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Seite 18 „Jüdisches Gemeindeblatt für Frankfurt" Nr. Oktober 1938 3ücf. ScsefCcn und Cctotingc! _____ ■ _ Tretet in die Gesellen- und Lehrlingsgruppe des israelitischen Handwerkervereins ein! Beachtet die Notiz auf Seite 20 dieser Nummer. Dr. Arthur Galliner zum 60. Geburtstag Am 9. Oktober vollendet Studienrat Dr. Arthur Galliner sein 60. Lebensjahr. Er ist in Zinten in Ostpreußen geboren, hat aber die Jahre seines vielseitigen Schaffens in Frankfurt verbracht, sodaß wir ihn als einen der Männer_ schätzen, die ihr Bestes in den Dienst unserer Gemeinde gestellt haben. Generationen von Schülern danken Dr. Galliner nicht nur Vermittlung wertvoller Bildungsgüter, sondern vor allem den "Weg zum Genuß und zur Erfassung des Schönen im Kunstwerk. Als ein Vermittler solcher Werte, im schöpferischen und nachschöpferischen Sinn, darf Arthur "Galliner auf seine Arbeit blicken. Dr. Galliners Lebensweg zu kennen, bedeutet, die Leistung, den Fleiß, das Streben dieses Mannes zu würdigen. Arthur Galliner ist einer der sieben Söhne seiner Eltern, der Vater war Lehrer. Es bezeichnet den Geist des Elternhauses, daß zwei der Söhne Rabbiner wurden, andere akademische Berufe einschlugen. Arthur Galliner bezog das Lehrerseminar und wurde Volksschullehrer. Fleiß und Begabung ließen ihn bald seine natürlichen Anlagen für Zeichnen und Malen fördern, sodaß der junge Lehrer schon frühzeitig Examina als Zeichenlehrer für Mittelschulen, spater für höhere Schulen, Lehrerbildungsanstalten und Kunstschulen ablegte. In glühender Begeisterung für die Malerei bezog Galliner die Akademie in München, wo er Schüler Hermann Gröbers wurde, mit dessen Kunst und Person er sich bis zum Tode des Meisters verbunden fühlte. Biese Ausbildung beirieb Galliner neben seiner beruflichen Tätigkeit als Lehrer an unserem Philanthropin, wohin er im Jahre 1900 berufen wurde und wo er seit 1903 ständig tätig war. Galliners Bildungsstreben ließ ihn 1918 die^Eeifeprüfung ablegen. 1920 machte er das Examen für das höhere I^hramt mit der Lehrberechtigung für Deutsch, Geschichte, Mathematik, Kunstgeschichte und Zeichnen in der Oberstufe. Den Abschluß seiner unermüdlichen Ausbildung machte Galliner schließlich durch die Ablegung der philosophischen Doktorprüfung mit einer kunstgeschichtlichen Arbeit über „Die Glasfenster der Wimpfener Stiftskirche". Seine Kenntnisse blieben ihm nicht totes. Wissen. Sein Schulunterricht und seine Tätigkeit in der Oeffentlichkeit bezogen daher Bereicherung. Seine kunstgeschichtlichen Vorträge und Kurse, seine Publikationen in Buch- und Artikelform - neben, seiner Arbeit über die Glasfenster erwähnen wir seine Schriften über Max Liebermann und die Bibel in der Kunst -, vor allemauch sein malerisches Schaffen sind Aeußerungen seiner vielseitigen Möglichkeiten. Als Maler und Zeichner, hat Galliner eine große Reihe von Persönlichkeiten porträtiert, von Landschaften wiedergegeben und hier hat er sich mit ganz besonderer, mit persönlichster Hingabe entfaltet. In den Chanukkah-Kunsiausstellungen in unserer Gemeinde nehmen die Bilder, Aquarelle und Zeichnungen Galliners eine besondere Note ein. Von dort her sind sie vielen vertraut und lieb geworden. In der Gemeindevertretung hat Arthur Galliner. einige Zeit als Mitglied der liberalen Fraktion mitgearbeitet und dabei sein Wissen um die jüdischen Probleme fruchtbar werden lassen. Arthur Galliner darf in ungebrochener Frische in nicht ermüdetem Tätigkeitsdrang seinen 60. Geburtstag: begehen. Daß ihm die Kraft, begeistert zu sein und zu begeistern, eine Gabe, die wir heute in ihrem wahren Wert erst richtig würdigen können, noch viele Jahre zum Wohle unseres Schulwerks und unserer Gemeinschaft erhalten bleibe/ ist unser Wunsch an den geschätzten Mitarbeiter unseres Blattes, von dessen Tätigkeit wir auch weiterhin noch viel erhoffen. Ghr. 60. Geburtstag '"Der Vorstand der Synagoge am Dominikanerplatz, Herr Ludwig Grünebaum, beging am 10. September seinen. 60. Geburtstag. Dem um die Synagoge am Dominikanerplatz so verdienten Mann gelten unsere besonderen Glückwünsche. 65. Geburtstag 21. 10.. 1938: Siegmund Oppenheim er, Scheidswaldstr. 7a 7Q. Geburtstag 1. 10. 1938: Rebecka Boden heimer, Baumweg 23. 75. Geburtstag 18. 10. 1938: Lazarus Steinhäußer, Hegelstraße. 6. 80. Geburtstag 1. IG. 1938: Bertha Nemethy geb. Wolf, Gwinnerstr. 4. 85. Geburtstag 28. 9. 1938: Rosa Cohn geb. Ehrlich, Oberer Atzemer 17. 28: 10. 1938: Josephirie Niedermayer geb. Bauer, * Myliusstraße 44. 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