Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 16 (1937-1938)
- Issue
- 11 (8.1938)
- Date
- 1938-08-01
- Page
- Seite 25 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 11 August 1938 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR FRANKFURT Seite 25 reisen nach Uebersee. Wohnseßhafligkeil ist auch unbekannt. Man zieht alle sechs Monate oder jedes Jahr. Natürlich nehme ich Leute mit eigenen Häusern aus, obgleich auch diese ihre Häuser vermieten, um einmal wo anders zu wohnen. Die Juden aus Deutschland beklagen sich hier immer wieder, daß man keinerlei geistige Anregung oder nur in sehr geringem Maße haben kann und daß der Südafrikaner oberflächlich se'i. Das stimmt auch teilweise. Der Grund ist, daß wir mindestens zehn Monate im Jahr schönes "Wetter haben und man immer im Freien ist. Das erklärt auch teilweise den Mangel an "Wohnkultur. Auf der anderen Seite stammen viele der früheren Einwanderer, besonders solche, die jetzt etwa deißig Jahre draußen sind, aus sehr einfachen Verhältnissen, die unter den primitivsten Umständen hier gelebt und ihr Geld gemacht haben. Viele von ihnen können weder lesen noch schreiben und' sind auch heute noch nicht imstande, ihre Muttersprache und die Landessprache vollkommen zu sprechen. Es gibt hier eine gute staatliche Bibliothek, wo man für ein geringes Entgelt lesen kann, außerdem eine sehr gute Leihbibliothek, die nicht teuer ist. Man begegnet selbstverständlich Menschen mit den verschiedensten Interessen, und ich möchte mich sehr gegen die Behauptung wehren, daß es hier kaum eine Möglichkeit gebe, intellektuelle Menschen zu finden. Man findet sie. wenn man es wirklich will. Ein großes Problem ist das Verhältnis der hiesigen Judenschaft zu der aus Deutschland gekommenen. "Wenige der aus Deutschland stammenden Juden bemühen sich ernsthaft, sich den Landessitten anzupassen und erzählen immer nur, wie schön „bei uns" alles ist und wie fortgeschritten. Es besteht ein Komitee, das .die Absicht hat, die aus Deutschland Eingewanderten mehr in die hiesige Judenschaft einzuverleiben. Ich bin selbst als einzige Jüdin aus Deutschland in diesem Komitee und weiß, wie kläglich die meisten Versuche bis jetzt gescheitert sind. Man findet wenige, die sich wirklich ernsthaft mit der Sprache beschäftigen, und selbst Leute, die nun. schon drei, vier Jahre hier sind, sprechen wohl fließend das nötige Englisch, beherrschen aber die Sprache nur in wenigen Fällen. Die ganze Assimilationsfrage ist viel schwererwiegend, als es theoretisch aussieht. Es spielt da vieles mit, und noch immer haben jene, die noch m Deutschland sind, eine vollkommen falsche Einstellung zur Einwanderung. Sie wollen sich nicht überzeugen lassen, daß es Jahre dauert, bis man wirklich finanziell etabliert ist und daß man im wahrsten Sinne des Wortes von vorn anfängt, ganz gleich, um welchen Beruf es sich handelt. Die wenigen Ausnahmen kann man nicht rechnen. _ -Y- (Fortsetzung von Seite 23) Kronbergerstraße 28, 83 J. - Moses Sternlicht, Gonzenheim, 35 J. - Bella Rollmann, geb. Kugelmann, Niedenau 63, 64 J. - Clara Rothstein, geb. Maßmann, Feuerbachstraße 28, 63 J. - Johanna Rosenbusch, geb. Neuberger, Beethovenstraße 71, 73 J. - Robert Löb, Danziger Platz 15, 77 J. - Louis Stein, Beethoyenstraße 13, 79 J. - Henriette Falk, Röderbergweg 77, 85 J. — Karl Hugo Flegenheim, Staufenstraße 28, 75 J. - Emil Oppenheimei, Guiolleitstraße 45, 79 J. - Frieda Machazek, geb. Fürth, Kleiner "Wollgraben 14, 53 J. - Adolf Ederheimer, Beethovenstraße 62, 64 J. - Sigmund Bachenheimer, Musikantenweg 5, 71 J. - Klara K u 1 b, geb. Strauß, Groß Karben, 73 J. - Sally Grünebaum, Fellnerstraße 10, 58 J. — Johannette "Wolf, Röderbergweg 77, 82 J. - Jacques Oppenheim, Rechneigrabenstraße 18, 68 J. - Auguste Schloß, geb. Reis, "Wöhlerstraße 6, 75 J. - Amalia Gerothwohl, geb. Simon, Rechneigrabenstraße 18, 85 J. - Hedwig Levy, geb. Eichenberg, Arndtstraße 38, 69 J. - Clementine Rothbarth geb. Löwenstein, Beethovenstraße 21, 72 J. — Sophie Löwenberg, geb. Liebmann, Friedrichstraße 42, 68 J. - Willy Sundheimer, Ulmenstraße 30, 59 J. — Emil Odanheimei, Schumannstraße 49, 60 J. - Daniel Reiß, Am Schützenbrunnen 13, 58 J. - Hans Sachs-Hill er, Offenbach a. M., 20 J. — Ludwig Kahn, Martin Maysrraße 22, 72 J. - Ignatz Brand, Bockenheimer Anlage 21, 75 J. - Clara P e r i t z, gen. Peretz, geb. Bergamerüer, Bäckerweg 46, 75 J. — Max Seemann, Böhmerstraße 23, 46 J. — Emma Emden, geb. Mendel, Langemarkstraße 68, 71 J. — Hermann Adler, Dominikanerplatz 12, 48 J. — ,Saly Moser, Krögerstraße 11, 58 J. - Paul Lion, Eschersheimer Landstraße 39, 68 J. - Betty Mayer, geb. Schiff, Rankestraße 12, 90 X - Melanie Kahn, Rotlintstraße 13, 70 J. - Ida Durlacher, geb. Nathan, Kettenhofweg 65, 73 J. - Moses Schloss, Sandweg 44a, 70 J. - Betti Kahn, geb. Arnstein, Oberweg 56, 82 J. - Rosa Kaufmann, geb. Hess, Schleidenstraße 17, 79 J. - Sara Westheim, geb. Sommer, Feldbergstraße 31, 77 J. - Else Marx, geb. Marx, Eschersheimer Landstraße 134, 48 J. - Moritz Grünewald, Bärenstraße 14, 65. J. Ende des redaktionellen Teils Abgeschlossen am 18. Juli 1938. Die nächste Nummer erscheint am 26. August 1938. Annahmeschluß für redaktionelle Beiträge und Anzeigen 18. August 1938, 10 Uhr. Für die uns anlässlich das Hinscheidens meines lieben _ Mannes, unseres guten Vaters Sslly Grünebaum •rwiesene Teilnahme danken wir bestens. Ricka Qrünebaum Max Grünebaum Paul Grünebaum Frankfurt a. M., Juli 1938 ... Fellngrstr. 10; Neue MÖBEL Freunden und Bekannten die schmerzliche ' Mitteilung, dass unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Schwägerin und Tante Frau Jenny Goldschmidt geb. Frohmann . . > am 14. Juli im 79sten Lebensjahr sanft entschlafen ist. In tiefer Trauer: Erna Goldschmidt Otto und Leni Goldschmidt Frankfurt a. M., den 15. Juli 1938 Liebigstr. 9 wie: Schlafzimmer, Speisezimmer, Büffet, Küchen, Einzel-Schränke, Sessel, Stühle und Auszuglische ieilw. fehlerhaft, billig. Cebr. 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