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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1938-06-01 · 9 (6.1938) · p. Seite 20

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
16 (1937-1938)
Issue
9 (6.1938)
Date
1938-06-01
Page
Seite 20 (sequence 20)
Language
German
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Seite 20 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR FRANKFURT Nr. 9 Juni 1938 besonders verantwortungsvoller Stelle berufen, und seine großen Leistungen auf diesem Posten wurden auch nach dem Krieg allgemein anerkannt. Er hat alsdann den Umkreis des Geschäftes durch Ausbau der Firma J. Adler junr. zum Zentrum eines großen Konzerns erheblich erweitert, wenn er auch später, im Hinblick auf die veränderten Zeiten, sein Unternehmen wieder mehr auf den ursprünglichen Betätigungskreis beschränkte. Aber auch in dieser Beschränkung blieb es ein Weltunternehmen, dessen Namen sich auch außerhalb Deutschlands besonderen Ansehens erfreute. Mit Rücksicht auf seine Stellung innerhalb des Wirtschaftslebens in Frankfurt und seine großen Gaben und Leistungen wurde er auch in die Industrie- und Handelskammer berufen, der er bis Anfang 1933 angehörte. Albert Rothschild war ein nie ermüdender Schaffender. Wer Gelegenheit hatte, zu beobachten, welche Fülle von Arbeit er alltäglich erledigte, mit welcher Klarheit und Schnelligkeit er seine Entschließungen traf, mußte die Persönlichkeit dieses Mannes bewundern. Selbst in den letzten vier Jahren seinem Arbeitszimmer, von dem aus er sein Unternehmen heimgesucht war, war seine Arbeitskraft und seine Energie ungebrochen. Sein Lebenswille schien die mit der schweren Krankheit verbundene ständige Todesgefahr %zu bannen. In seinem Arbeitszimmer, von dem aus er sein Unternehmen viele Jahre gelenkt hat, ereilte ihn der Tod. Unserer Gemeinde war er ein treuer Sohn, und trotz der Fülle beruflicher Arbeit fand er stets Zeit, in gemeinnützigen Institutionen zu wirken. In jedem Gremium, in dem er mitarbeitete, gewann er durch die Klugheit seines Rates maßgebenden Einfluß. Mit besonderem Erfolg und Hingebung hat er die Flörsheim- und Sichel-Stiftung seit Jahren geleitet; aber auch privater Not versagte er nicht seine hilfreiche Hand. Der Tod Albert Rothschilds bedeutet für unsere Gemeinde einen schweren Verlust. Die Fülle der Kränze, die - aus aller Welt gesandt - sein Grab schmücken sollten, bewies das große Ansehen, das er sich erworben hatte. Unsere Gemeinde wird ihm stets als einem unbeugsamen Charakter und einem Manne von besonderen Fähigkeiten und Leistungen ein ehrendes Andenken bewahren. M. Josef Braun s. A. Nach Redaktionsschluß erreicht uns die schmerzliche Mitteilung, daß Josef Braun, der Seniorchef der Druckerei .Gebrüder Braun nach schwerem Leiden verstorben ist. Wir "werden in der nächsten Ausgabe unseres Blattes diesen Mann, der unserer Arbeit eng verbunden war, würdigen. Anstalten und Vereine Talmud Thora-Verein Samstag, den 4. Juni, 20.15 Uhr: Lehrvortrag; 23 Uhr Schewuoth-Lernen, Theobald Christstraße 6 (Teilnehmerkarten bei Herrn S. Israel, Synagoge am Domi-. nikanerplatz). - An den Samstagen,. 11., 18:, 25. Juni, jeweils 17 Uhr Lehrvortrag von Rabbiner Dr. Neuhaus. Jüdischer Kulturbund im Juni Am 9. Juni findet ein Solistenabend statt. Alice R o - - s e n b a u m (Klavier) wird u. a. Werke von Chopin, Debussy, Liszt, Alfred LicJh.iensiein (Flöte), Werke von Chaminade, Godard u. a. (begleitet von Dr. Milly Salomon) zu Gehör bringen. — Am 30. Juni konzertiert der bekannte jugendliche Geiger Gerhard K an der. Beide Veranstaltungen finden in der Westendsynagoge statt und beginnen um 20,30 Uhr. Mittwoch-Konzert im Juni Als 51. Mittwoch-Konzert findet die letzte Veranstaltung, der Jüdischen Tonkünstler am 8. Juni 1938, 20x/2 Uhr in Form eines „Heiteren Abends" statt. Ausführende: Trude Kanter (Chansons), Evelyn Auerbach (Heitere Rezitationen)r Max Firnberg (am Flügel). Karten ab 30. Mai in den bekannten Verkaufsstellen.. Nach dieser Veranstaltung tritt eine Sommerpause, ein/ die Konzertsaison 1938/39 wird im September eröffnet. Näheres wird rechtzeitig im Gemeindeblatt und durch Plar kate veröffentlicht. Dr. Heinrich Kuhn in Frankfurt a. M. In einer Kundgebung der Staatszionistischen Organisation Frankfurts sprach der geschäftsführende Vorsitzende der Staatszionistischen Organisation in Deutschland, Dr. Heinrich Kuhn in der Aula des Philanihropins. ..Der temperamentvolle Redner befaßte sich im wesentlichen mit einer Analyse der inneren Situation der Juden in Deutschland, aber auch mit den Forderungen, die diese Situation entstehen läßt. Die Struktur der Juden in Deutschland hinsichtlich der Organisationen und Parteien,, die Richtung und Tendenz der jüdischen Auswanderung aus Deutschland fanden scharfe Kritik. Dr. Kuhns Ausführungen gipfelten in der Forderung nach autoritärer Führung und nach Durchführung einer Paläslinawanderung in Etappen und"Schüben. Leopold Roiholz leitete die Versammlung, die mit dem gemeinsamen Gesang der Hatikwah ihren. Abschluß fand. . G. Beratungssielle des Jüdischen Centraivereins e. V. (C. V.) Die Sprechstunden der Beratungsstelle des Jüdischen Centraivereins e, V., Landesverband Hessen-Nassau und Hessen und Ortsgruppe Frankfurt a. M., Steinweg 9, Zimmer 75-77, finden Montags, Mittwochs und Freitags von 11-13 Uhr statt. Es wird gebeten, alle Unterlagen mitzubringen, die für die gewünschten Auskünfte erforderlich sind. Jüdische Auswanderungsberatungsstelle des Hiifsvereins der Juden in Deutschland e. V. Sprechstunden: Montag, Dienstag 10 —12, Donnerstag 3 bis 5 Uhr. Quinckestraße .26, Nebenhaus. Telefon 45826. Jüdischer Sport in Frankfurt Das wichtigste Sportereignis der letzten Wochen war das erste reichsoffene Jugendsportfest des Bar K o c h b a/ Hakoah Frankfurt am' 15. Mai an der Sondershauserstr. Lolles Metzger und seine Mitarbeiter hatten Außergewöhnliches geleistet: von 8 bis 18 Uhr dauerte die Veranstaltung, fast 400 Jugendliche1 nahmen an 38 leichtathletischen Wettbewerben teil, alle Makkabi- und Schild-Vereine des Bezirks waren mit großem Aufgebot erschienen; auch der Bar Kochba/Hakoah Berlin hatte eine Expedition Jugendlicher entsandt. Nach einem Aufmarsch der 400 Kämpfer und einer Rede von Rabbiner Dr.. L e m 1 e verteilte Max Flörsheim die Ehrenpreise. Auch leistungsmäßig war das Sportfest ein großer Erfolg. Der Frankfurter Bar Kochbaner Widmann erzielte mit seinen 5,80 m im Weitsprung die beste Leistung, des Tages, die erst 14jährige Hilde Mayer vom Schild Frankfurt warf den Schlagball 53 m weit. Besonders spannend wurden: die Staffelläufe. Die zahlenmäßig größte Ausbeute erzielten die beiden Frankfurter Makkabivereine (Bar Kochba/Hakoah) gemeinsam mit 25 Preisen,- Schild Frankfurt gewann 19, Philanthropin 11 Preise. Der erfolgreichste Einzelsportler war M. Bendorf vom Schild Frankfurt mit drei ersten, einem zweiten und einem dritten Preis. ..... Am Vorabend zeigte eine große Boxveranstaltung der Frankfurter Makkabivereine im Philanthropin jüdische Meisterklasse rm Ring. Ein vielversprechender Nachwuchs - Makkabi Köln, Makkabi Berlin, Bar Kochba/Hakoah Frankfurt und Philanthropin — bot mit erregenden Kämpfen ein schönes Rahmenprogramm. Sensationell wirkte ein Punktsieg des Makkabimeisters Barterer (Köln] über den Schildmeister derselben Gewichtsklasse, Langmann (Frankfurt). Der Jüdische Tur.nerbu-nd wählte in seiner Jahreshauptversammlung, den bisherigen: "Vorstand wieder. Der Jahresbericht gab ein erfreuliches Bild von dem Umfang und dem Gedeihen der Vereinsarbeit, die besonders die körperliche . Ertüchtigung der orthodoxen Jugend!pflegt.In der dichtgefüllten Turnhalle; des. Phiianthröpins würde der neue Film des Deutschen Mäk.k ab i kr eis es auf- .geführt. Besonderen. Beifall fand er .an den Stellen, die bei den Makkabi-Meisterschafteh die Leichtathleten des Bar Kochba Frankfurt zeigleh. Vor 'Beginn* des-Films hielt Rab- ' biner Dr. Lemle eine packende Mahnrede. Die Musterschule . des Bar Kochba/Häkoah mit Turnen und Freiübungen, bildete " den Rahmen.. - Zum zweiten Male bewies .der Schi 1 d F.rankf u-rt seine - Spprtkameradschaft. auoh-i" anderen jüdi- - sehen Vereinen gegenüber. Nachdem; im;^oj jähre, der Schild ~ Darmstädt nur durch das-entschlossene Eingreifen des Frankfurter Großyereiris gerettet worden war,, hat der Schild nun auch seinem'.Offenbacher Bruderverein, dem, JSV* Qifenbajih, der besonders unter der Not der "Zeit; gelitten, hat-: 4jiHe£ge- " feiste*-" - - •. "^'^-^•.v^^'^j' Kisten aller ÄrtlÄ^^g^^i^ liefert günstig Kletenfabrlk DaVla tittj^lfgaiOr - Offenbach-M.; Glockengasse; 26, Tei. 84223 Auch zu erreichen in Frankfurt am Marn^Sandweg 9, Mittelbau IJ

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