Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 16 (1937-1938)
- Issue
- 9 (6.1938)
- Date
- 1938-06-01
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 14 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR FRANKFURT Nr. 9 Juni 1938 Reparaturen in eig. Werkstätte Marken-Uhren in großer Auswahl Af TEL:25325 I5" Biebergassez Allen anderen jüdischen Romanen unserer Zeit aber hat dieses Buch die Unmittelbarkeit der Darstellung, die Echtheit des Erlebnisses, die Wahrheit der Schilderung und die Aufrichtigkeit des Verfassers voraus. Wir kennen Simon Dubnow als den Schöpfer des umfassenden, großen Geschichtswerkes unseres Volkes. Wir sind betroffen, aus seinen Tagebuchblättern zu erfahren, wie unharmonisch das Leben eines Mannes verläuft, dessen Schöpfung wir als harmonisch empfinden. Allen geistigen Strömungen der letzten fünfzig Jahre auf getan, hat Simon Dubnow diesen Abschnitt, jüdischer Geschichte erlebt und gelebt. Orthodoxie und Kampf um Aufklärung, Lehre und weltliche Bildung, jüdische Ghetto-Enge und Kampf um Gleichberechtigung, das Leiden des Weltkriegs und die grauenvollen Jahre im bolschewistischen Rußland sprechen aus diesen Seiten. Ohne Pathos erzählt Dubnow von dem, was das Leben ihm brachte an Hoffnung, Enttäuschung und Erfüllung. Erschütternd berichtet er von den Verfolgungen und Leiden, denen er im Jahre 1922 entfloh, als es ihm gelang, Rußland zu verlassen. Ein Buch, das gelesen zu haben, Erregung bedeutet, ein Autor, den als Menschen zu erkennen, jedem Juden empfohlen sei. — An der einwandfreien, klaren Uebersetzung wirkte unser Mitarbeiter Dr. Bernhard Hirschberg-Schrader mit. Ghr. Justxzxai Jacob Lißner, Jüdische Ausländer und Staatenlose in Deutschland. Joseph Jastrow, Jüdischer Buchverlag, Berlin, 1938. Daß wir im Zuge der Auswanderung mehr und mehr dem Schicksal fremder Staatsangehöriger in anderen Ländern ■ entgegengehen, sollte uns nicht diejenigen unter uns vergessen lassen, die bereits hier in Deutschland den besonderen Gesetzen für Ausländer oder Staatenlose unterliegen. Es ist daher sehr verdienstlich, daß neben die bereits von anderer Seite gebotene Darstellung der Rechtslage deutscher Staatsangehöriger im Ausland nunmehr eine Betrachtung der Rechte und Pflichten jüdischer Ausländer und Staatenloser in Deutschland getreten ist. Die für jeden verständliche Schrift faßt zunächst auf kürzestem Räume die Vorschriften des - eigentlichen Fremderirechis zusammen. Mit dem Recht des Grenzübertrittes beginnend, werden die Aufenthaltsbeschränkungen, die Ausweisüngsgründe, die Stel-* lung des Ausländers im Arbeitsrecht, Gewerberecht und Prozeßrecht behandelt, überall mit klaren Hinweisen auf die ihm zu Gebote stehenden Rechtsbehelfe und vorsorglichen Maßnahmen. Hieran schließt sich eine Erörterung der in der Praxis häufigsten Fragen aus dem weitschichtigen Gebiet des internationalen Ehe- und Scheidungsrechts, ein vor allem für unsere ostjüdischen Glaubensgenossen überaus wichtiges Kapitel. Das bedeutsame Gesetz vom 12. 4. 38., nach welchem die Rechtsverhältnisse Staatenloser fortan nicht mehr in erster Linie nach dem Recht der früheren Staatsangehörigkeit sondern in jedem Falle nach dem Recht des Aufenthaltsstaates beurteilt werden, konnte allerdings noch nicht berücksichtigt werden. Den Abschluß bildet eine Uebersicht der rechtlichen Stellung, die dem Ausländer nach den Nürnberger Gesetzen zukommt. Das nur 48 Seiten zählende Schriftchen gehört in die Hand jedes jüdischen Ausländers in Deutschland. E. A. Kulturarbeit des Monats Kammermusik-Abend In dem Trio- Abend, den die neue Spielgemeinschaft Lilly Schwärz-Mayerhofer (Klavier), Annie Steiger-Betzak (Violine) und Dr. J. Sakom (Violoncello) gaben, kam auch wieder ein Teil des Programm.es, das der Kulturbund Rhein-Main verfolgt, zur Auswirkung: auch den Frankfurter schaffenden jüdischen Tonkünstlern die öffentliche Darbietung ihrer Arbeiten zu ermöglichen. So kam die neue „Romantische Violinsönaie" von Rosy Geiger-K ullma nin zur Uraufführung. Wie die Komponistin im Programmheft mitteilte, ist diese Bezeichnung absichtlich, gewählt, um den Inhalt sogleich zu charakterisieren: eine besinnliche und glückliche Stimmung bildet die Grundlage. Diese Aussage bestätigt sich nach dem Hören. " Romantisch ist die Grundhaltung,- allerdings derart, daß Form und GeL stalt sich an: bedeutende Vorbilder der heueren Romantik Meine nächste Anzeige in den „Monatsblättern des Jüdischen Kulturbundes Rhein- Main" bringt Ihnen groOeVorteile L. EPSTEIN Schillerstraße 2 POLSTERMÖBEL Ständiges Lager in (Einü. Doppelbett PATENTKAUTSCH Spezial-Werkstätte HERM. SCHLOSS Breitegasse 29, Ecke Zeil Tel. 29734 BETTEN-BING Matratzen Bettstellen Deckbetten und Kissen Steppu. Daunen- Decken, Koltern, Federn u. Daunen Inlet, Stahlrohrcouch REINECKSTR. 15 Abteilung für Auswanderer Tel. 24965 Neben Porzellan-Decher