Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 16 (1937-1938)
- Issue
- 8 (5.1938)
- Date
- 1938-05-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
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Nr. 8 , Mai 1938 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR FRANKFÜRT Seite 11 3 Förderungen der Staatszionisten in Deutschland. Ueber dieses Thema spricht Dr. Heinrich Kuhn-Berlin Geschäftsführender Vorsitzender der Staatszionistischen Organisation in Deutschland am 9. Mai pünktlich 20,30 Uhr in der Aula des Philanthropin, Hebelstrasse Unkostenbeitrag SO Pfg. und I.- RM Jugendliche u. Erwerbslose 30 Pfg. Vorverkaufsstellen: Cafe Freimark, Cafe Rothschild, Cafe Falk und kulturell einen jüdischen Rückhalt geben, der für alle spätere Lebenszeit in jedem Lande von höchstem Werte sein wird. Die näheren Einzelheiten sind aus einem Merkblatt zu ersehen, das unter dem Titel „Schüler und Studenten" vom Palastina-Amt Berlin herausgegeben worden ist und vom Palästina-Amt direkt (Berlin W 15, Meinekesiraße 10) oder von seinen Zweigstellen bezogen werden kann. - Die Jüdische Jügendhilfe E. V., Berlin-Charlottenburg 2, Kantstraße 158, hat einen Prospekt „Der Weg zur Jugendalijah" herausgegeben, der bei ihr erhältlich ist. Eine Musik-Bibliothek für Tel-Aviv _ Das Musikleben der Stadt Tel-Aviv steht in hoher Blüte. Als Wirkungsstätte des Palästina-Orchesters mit über 70 Musikern, als Sitz vieler Konservatorien, namhafter Solisten, hervorragender Musiklehrer und als Pflanzstätte erlesener Kammermusik und gediegener Haususik verdiente Tel-Aviv auch eine großzügig angelegte Musik-Bibliothek. Doch es fehlt eine solche Stätte, die über die Musikpraxis hinaus tiefe Einsicht in das Wesen der Musik vermitteln würde. Die Anregung hierfür erschien bereits in der Tel-Aviver Presse, und eine befürwortende Diskussion folgte. Der Leiter der Stadtbiblioihek, Prof. Dr. Heinrich Loewe, hat daraufhin mit einer Sammlung von musikwissenschaftlicher Literatur und Noten begonnen. Dieser Bibliothek kommt insofern besondere Bedeutung zu, als auch eine Sonderabteilüng „Jüdische Musik" vorgesehen ist. Zur Erreichung des Zieles wendet sich nun eine Anzahl führender Persönlichkeiten der Stadt, voran der Bürgermeister J. Rokach, ferner Dr. Peter Gradenwitz, S. B. Lewerioff, Dr. Heinrich Simon, Prof. D. Shor, Michael Taube u. a. an alle Musikfreunde des In- und Auslandes mit der Bitte, Musikalien und Musikbücher aller Art, insbesondere klassische und moderne Werke in gutem Zustande, instrumentale und vokale Musik, Partituren, Klayierauszüge (von Opern nur solche mit Singstimme), Kammermusik, Klavier- und Instrumentalwerke, Gesamtausgaben, Müsikzeitschrifien, kurz alles, was sich für eine gut auszubauende Noten-Bibliothek eignen würde, zur Verfügung zu stellen. Sendungen und Anfragen erbeten an: Municipal Library, Tel-Aviv, P. O. B. 80, Montefiorestr. 8. Literarische Rundschau Ein Wegweiser zur Berufswahl Gerade jetzt, wo die Schulentlassenen sich zu entscheiden haben, welchen Beruf sie einschlagen wollen, ist eine wertvolle Schrift erschienen, die als Wegweiser für jüdische Eltern und Kinder gedacht ist. Die Reichsvertretung der Juden in Deutschland bietet zusammen mit der Jüdischen Gemeinde Berlin und dem Zentralverband jüdischer Handwerker in Deutschland eine Gemeinschaftsarbeit „Vor der Berufswahl", die namentlich für jeden, den die Probleme der Berufsausbildung oder -Umschichtung angehen und der sich vor Irrweg und Leerlauf des Kraftaufwandes möglichst bewahren will, beachtenswert ist. Sehr aufschlußreich für die strukturellen Wandlungen der Berufe unter den Juden ist bei der Lektüre dieser Schrift u. a. die Tatsache, daß die Aussichten für Handwerk und Landwirtschaft im Vordergrund stehen, für akademische Berufe am geringsten sind. Das Heft (es ist zum Preise von nur RM. 0.50, in größeren Mengen sehr verbilligt, durch die Abteilung Zeniralwohlfahrisstelle der Reichsvertretung der Juden in Deutschland, Jüdischer Buchverlag, Berlin, gegen Einzahlung auf Postscheckkonto Berlin Nr. 140 617, zu beziehen) enthält den Niederschlag der Erfahrungen von Berufsberatern und bewährten Fachleuten der wirtschaftlichen und der akademischen Gebiete. Eingängliche Darstellungen behandeln die Bedingungen für die berufliche Vorbildung, praktische Hinweise und Einzelheiten, Möglichkeiten der Ausbildung und der späteren Existenz im Hinblick auf das Ausland und die Aussichten, das Erlernte dort zu verwerten. Das Heft beginnt mit grundsätzlichen Ausführungen zum Thema Berufswahl, es folgen Berufsbilder (Handwerk, Landwirtschaft, kaufmännische, technische, akademische Berufe und besonders Frauenberufe), Artikel über Ausbildungsstellen, Jugendalijah, Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in U.S.A. und Australien, Lehrwerkstätten für Handwerk und Landwirtschaft, schließlich ein Verzeichnis der Ausbildungsstätten. Lehrbucher für jüdische Auswanderer J. Malkiel: „Einführung ins Spanische" und „Einführung ins Portugiesisch e". Varia-Verlagsauslieferung Wilhelm Schlesinger, Berlin SW 29, Körtestr. 16. Beide Bücher stellen einen recht brauchbaren Beitrag zur Einführung in die beiden Sprachen dar. Sie können da, wo keine geeigneten Lehrkräfte zur Verfügung stehen, wertvolle Dienste leisten. In der spanischen Ausgabe erscheint es dem Referenten als ein Fehler, daß zu sehr nur das Hauptauswandererland Argentinien berücksichtigt wurde, zum Nachteil der übrigen Staaten von Süd- und Mittelamerika. 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