Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 16 (1937-1938)
- Issue
- 8 (5.1938)
- Date
- 1938-05-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 JÜDISCHES qEMEINDEBLATT. Ft^FRAN^FüRT Nr. 8 : : Mai .1938 SPORT-HESS Am Schauspielhaus 2—4,-Tel. 29335 . - SPORT-ARTIKEL SPORT-KLEIDUNG -Auswandererbedarf MOSKITONETZE etc. voller Besitz. Man darfc nicht vergessen, daß die Vereinigten Staaten in intensiven Handelsbeziehungen zu den lateinamerikanischen Ländern stehen/ deren Umgangssprache aber ist/von dem^ portugiesisch sprechenden Brasilien^ abgesehen, in dem ganzen gewaltigen Raum von der Nordgrenze Mexikos bis zum Feuerland nur S p a n i s c h. Deshalb wurde dies in den Vereinigten Staaten einwandfrei die wichtigste Fremdsprache; ja es ist obligatorisches Lehrfach auf allen Secondary Schools! Eine Stenotypistin, die Spanisch kann, findet viel leichler und besser Stellung als ihre Konkurrentinnen ohne diese Kenntnis; ja selbst wenn sie Englisch nur einigermaßen beherrscht, dafür aber gut Spanisch kann, hat sie noch einen erheblichen Vorsprung vor all denen, die perfekt Englisch, aber kein Spanisch können. Daß für den Kaufmann,-der im In- und Exportgeschäft tätig sein will, die Kenntnis des Spanischen eine unentbehrliche Voraussetzung bildet, liegt auf der Hand. Aber selbst hiervon abgesehen, gibt es Teile der Vereinigten Staaten, in denen noch heute viel Spanisch gesprochen wird. Naturgemäß sind es die Gegenden in der Nähe der mexikanischen Grenze, vor allem in den Staaten New Mexico und Arizona. Die Antwort auf die Frage „Englisch oder Spanisch?" ist also sehr einfach: nämlich Englisch zumindest für Kaufleute auf alle Fälle und wenn irgend möglich, auch Spanisch. Unter den gegenwärtigen Bedingungen in den Einwanderungsländern ist nur ein Teil der in Deutschland zur Auswanderung drängenden Kaufleute und Intellektuellen tatsächlich in Uebersee unterzubringen. In Erkenntnis dieser Sachlage wird der Hilfsverein die Entscheidung, wer mit öffentlich jüdischen Mitteln zur Auswanderung gebracht werden soll, mit in erster Reihe davon abhängig machen, ob der Betreffende über ausreichende Sprachkenntnisse verfügt oder nicht. Die ICA berichtet von ihrer Arbeit Von einem-Mitglied des Rates der ICA wird uns geschrieben: . _ Die unaufhörlich .wachsende Not der jüdischen Bevölkerung in Ost-' und Mittel-Europa verpflichtet die Jewish Colonization Association (ICA), ebenso wie; die andern großen philanthropischen Organisationen der Judenheit,. das Höchstmaß an Bemühungen zu entfalten: Demgemäß hat die ICA unter vollständiger Ausnutzung ihrer , technischen;und finanziellen Möglichkeiten unter den Arbeiten, die. ihr ^Programm ihr vorschreibt, diejenigen-besonders zu fördern sich bemüht, die dem Aufbau von Existenzen, dienen. So sucht -sie in erster Linie die jüdische Jandwirtr schaftliche Bevölkerung ihrer überseeischen Kolonien zu vermehren, die in Argentinien allein heute auf 393.000 ha etwä, 15000 Menschen zählt, um die sich weitere über 10 000 Juden, Arbeiter und Handwerker, gruppiert haben. In den letzten Zeiten hat. sie sich ganz besonders der Kolonisierung von Juden aus Deutschland.auf ihren argentinischen Böden gewidmet und, um sie in die Landarbeit einzuführen, ein Lehrlingswerk in Argentinien in der 'Weise eingerichtet, daß einem Mitgliede der zur Ansiedlung bestimmten Familie die Gelegenheit geboten wird, ein ganzes Jahr vor der Ankunft der Familie sich bei einem besonders geeigneten alten Kolonisten in die Methoden der argentinischen Landwirtschaft einzuarbeiten. 130 „Pionieren" ist auf diese Weise Gelegenheit gegeben worden, sich zu bewähren. Jeweils 110 Familien aus Deutschland sind so installiert,-und bis zum Ende dieses Jahres ist die Seßhaftmachung von weiteren 200 Familien aus Deutschland in Aussicht genommen. Man muß die Schwierigkeiten einer landwirtschaftlichen Kolonisation genügend kennen, um diese Zahlen richtig zu beurteilen. Man muß wissen, daß die Ansetzung jeder Familie - außer der Auswahl und der Beförderung - einer bis ins einzelnste gehenden sorgfältigen und kostspieligen Vorbereitung bedarf, wie Abgrenzung und. Reinigung des zugewiesenen Landanteils von 75 ha, der in der Regel von Gestrüpp überwuchert ist, Einfriedung, , Entfernung .von Stümpfen, Bestellung des Bodens und Aussaat, Versehung mit Eine Feststellung, die Sie bei Ihren Einkäufen in Herren- und Knabenkleidung jeder Art immer bei uns machen können: Auswahl - Qualität ■ Prelswurctigkeit E in e über 30jährige Erfahrun g und unsere Beziehungen zu den allerersten Markenfabrikanten bieten Gewähr, daß Sie immer das Richtige bei uns finden Darum nur zu LUDW/Q Spezialist für den Auswanderer Hindenburgplatz 12 G e g e n Gb e r de m H a u ptb a h n h o f