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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1938-05-01 · 8 (5.1938) · p. Seite 3

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
16 (1937-1938)
Issue
8 (5.1938)
Date
1938-05-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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No. 8 Mai 1938 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR FRANKFURT Seite 5 5ÜV ßiffc und Aufbau! //z diesen Tagen wird sich der Zentralausschuß für Hilfe und Aufbau bei der Reichsvertretung der Juden in Deutschland wie alljährlich an die Mitglieder der Frankfurter Gemeinde wenden. Vorstand und Gemeindevertretung erwarten, daß die Angehörigen der hiesigen Gemeinde mit ihren Leistungen zu dem zentralen, das gesamte jüdische Sozialwerk tragenden Fonds nicht hinter den Juden der anderen Gemeinden in Deutschland zurückstehen und mit Opfern, die die äußerste Grenze der Leistungsfähigkeit erreichen, dazu beitragen werden, das Werk von 5 Jahren Oitfeund Aufbau zu festigen. ßelft weiter! Vorstand und Gemeindevertretung der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt a. Mr JUSTIZRAT DR. BLAU DR. RICHARD MERZBACH Professor Dr. Freimann, Mitglied des Präsidialausschusses der Reichsvertretung, stellvertr. Vorsitzender des Vorstands der Israelitischen Gemeinde, schreibt: Mit „Hilf e und Aufbau" hat die Judenheil in Deutschland ihrer Reichsverireiung das Instrument geschaffen, . das es ermöglicht, das Werk jüdischer Nächstenliebe .nicht nur im sozialen sondern auch im konstruktiven .. Sinn zu verwirklichen. Jeder. Jude, dem es mit der Erfüllung der religiösen Verpflichtung, der Hilfe am Nebenmehschen und des Aufbaus jüdischen Lebens ernst ist, muß nach allen Kräften „Hilfe und Aufbau" . unterstützen. Justizrat Dr. Julius Blau, Mitglied des Rais bei der Reichsverireiung der Juden in Deutschland und Vorsitzender des Vorstands der Israelitischen Gemeinde, schreibt: In den beiden Worten „Hilfe und Aufbau" sind jüdisches Schicksal und jüdische Aufgabe in heutiger Zeil enthalten. In einem eindrucksvollen Schriftchen hat der Zentralausschuß. für Hilfe und Aufbau dargelegt, wie er in den fünf Jahren seines Bestehens das Schicksal zu meistern versucht hat. :Wir müssen ihm auch weiter halfen, wankende Existenzen materiell und geistig zu unterbauen. Nur so, bewahrheiten wir jüdische Gemeinschaft. Frau Cilly Neuhaus, Mitglied des Rats bei der Reichsvertretung der Juden in Deutschland, schreibt: „Hilfe und Aufbau", was verbirgt sich an Werten in diesen beiden Worten für uns jüdische Menschen, welche Leistungen, konstruktiver und produktiver Art verraten die Zahlen des kleinen Heftchens „5 Jahre Hilfe und Aufbau"! An uns ist es, durch die Förderung des Fonds zu danken,- einer Ehrenpflicht, der sich kein Mann, keine Frau in unserer Gemeinschaft entziehen sollte. „Jeder nach dem Maß seines Könnens" - die blaue Beitragskarte ermöglicht dem wenig Begüterten die kleine Monatszahlung, und die größere Jahresspende ist der Tribut des Zahlungskräftigen. Keiner sollte sich dieser Befriedigung, Miiträger dieses Werkes zu sein, entziehen! Emil Oettinger, Mitglied des Haushalisausschusses bei der Reichsvertretung der Juden in Deutschland und Mitglied des Vorstands der Jsraelitischen Gemeinde, schreibt: Wenn man, wie ich, besonders 'schwer an der Verantwortung für die Gemeindefinanzen trägt, wird man jede Aufforderung, für einen überlokalen Zweck mitzuwerben, scharf unter die Lupe nehmen. Die Sammlung für „Hilfe und Aufbau" verträgt aber so kritische Betrachtung, denn ihr Ergebnis kommt direkt und indirekt in starkem Maße unseren eigenen Einrichtungen zugute. Darüber hinaus widmet sich der Zentralausschuß für Hilfe und Aufbau wichtigsten Aufgaben allgemeiner. Art, deren Förderung eine selbstverständliche Pflicht jedes Jur den in Deutschland ist. Ich kann also der hier demnächst stattfindenden Sammelaktion nur besten Erfolg wünschen. Hugo Hecht, stellvertr. Mitglied des Rais der Reichsverireiung, stellvertr. Vorsitzender des Vorstands der Israelitischen Gemeinde Frankfurt a. M., schreibt: Tausende jüdischer Menschen aus Deutschland habert in den letzten fünf Jahren durch das überparteiliche so-? ziale Werk der Reichsvertretüng „Hilfe und Aufbau" Förderung erfahren. Aus dem Liquidationsprozeß heraus, in dem sich das Judentum in Deutschland befindet, weist die Arbeit der Reichsverireiung den Weg in eine neu& Zukunft, Dieses geschichtlich bedeutsame Werk ist auchl weiterhin der weitgehenden Unterstützung aller verantwortungsbewußten Juden sicher! Dr. Max Mainzer, Vorsitzender der liberalen Fraklionv der Gemeinde-Vertretung, schreibt: Die Lage der Juden in Deutschland, der einzelner« wie ihrer Organisationen, der Großgemeinden mit ihrem, gewaltig erweiterten Aufgabenkreis, der mittleren uncfc insbesondere der kleinen, kann nur gemeistert werden^ wenn alle Juden, soweit sie dazu irgend imstande sindr der Reichsvertretung durch ihr Finanzinsirumeni „Hilfei und Aufbau" die Mittel zuwenden, um überall da, wo* es nötig ist, wenigstens die dringendsten Bedürfnisse erfüllen zu helfen. Die Unterstützung der Auswanderung, wohin es auch; sei, und mancher Gemeindeinstitutionen, die erst durch: die Zeitverhältnisse notwendig geworden sind, kann nur durch größte Opferbereitschaft Aller, die noch zu opfern, fähig sind, ermöglicht werden. Diese Bereitschaft muß> von jedem Mitglied der jüdischen Gemeinschaft in. Deutschland erwartet werden. Felix Meyer, Vorsitzender der konservativen Fraktion: der Gemeindevertretung, schreibt: Hilfe und Aufbau! Gibt es eine schönere oder dringendere Parole für uns Juden in der Gegenwart? Darum fehle kein Mitglied unserer Gemeinde, wenn der Ruf des Zeniral-Ausschusses für Hilfe und Aufbau zur tätigen Mithilfe erfolgt. Dr. Hans Pomeranz, Vorsitzender der Fraktion der Jüdischen Volkspartei der Gemeindevertretung, schreibt: Die Juden in Deutschland, auf sich selbst gestellt, wissen heute, daß nur der Weg eigener Sozialpolitik und darüber hinaus eine Aktion schöpferischer Selbsthilfe* die rechte Antwort auf ihre Lage ist.

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