Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 16 (1937-1938)
- Issue
- 5 (2.1938)
- Date
- 1938-02-01
- Page
- Seite 19 (sequence 21)
- Language
- German
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Nr. 5 Februar 1938 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR FRANKFURT Seite 19 Jiid. Friedhofsgärtner empfiehlt sich für Unterhaltg. u. Neuanp •» ■» lagen v. Grabstätten a. d. alten Friedhof I I I I Z K d III P Jetzt; Friedberger Anlage 13 Fernsprecher 46461 Der Sport hilft der Jüdischen Winterhilfe _ Wie auch in den letzten zwei Jahren werden die jüdischen Sportler in Frankfurt, eingedenk ihrer Verpflichtung der jüdischen Gemeinschaft gegenüber, durch repräsentative Wettkämpfe zur Unterstützung .der Jüdischen Winterhilfe beitragen. Am Sonntag, 6. Februar, sollen auf dem Sportplatz des Bar Kochba, Sondershauseneistraße, sportliche Treffen sein, wie man sie in Frankfurt kaum gesehen hat. Der Reinertrag fließt der Jüdischen Winterhilfe zu. Die Eintrittspreise sind diesmal sehr volkstümlich gehalten. Träger der Veranstaltung sind der Südwestdeutsche Makkabikreis und die „Arbeitsgemeinschaft jüdischer Turn- und Sportvereine Südwestdeutschlands", beide im „Spielausschuß i'üdischer Sportvereine Südwestdeutschlands". Um 13,45 Uhr :ämpfen im Fußball zwei Jugendmannschaften : die besten Jugendspieler - vom Frankf urter Bar Kochba, Schild, Hakoah, JIB? und Philanthropin gegen eine spielstarke Elf der jüdischen Vereine aus Offenbach und Hanau. Ein großer .Städtekampf im Fußball, um 15 Uhr, bringt eine Mannschaft aus den besten Spielern der Frankfurter Großvereine mit einer Elf der beiden Stuttgarter Vereine Schild und Hakoah zusammen. Das jüdische Publikum wird aufgerufen, dem jüdischen Sport bei diesem Hilfswerk zu helfen. Jüdischer Sport im Januar Die neuen Pflichtspiele des „Spielausschusses" für Fußball und Handball haben am 2. Januar begonnen. Die Punktkämpfe werden wieder in zwei Gruppen ausgetragen, die Maingruppe ist in beiden Sportarten sehr gut besetzt. In Frankfurt nehmen fünf Vereine mit insgesamt 35 Mannschaften (Schild, Bar Kochba, Hakoah, JTB. und Philanthropin) teil, und zwar im Fußball: 5 Mannschaften der Aktiven, 7 Jugend- und 9 Schülermannschaften; im Handball: 4 Männer-, 5 Frauen- und 5 Jugendeinheiten. - Der Bar Kochba hatte Gäste aus Nürnberg, der Schild hatte sich zwei glänzend spielende Mannschaften aus Dortmund kommen lassen,- leider unterstützt unser Publikum diesen vorbildlichen Sport nicht genügend durch den Besuch der Spiele. Im Rasensport plant der Makkabi erneute Aktivität. Die Mannschaften des Bar Kochba nehmen außer an den Pflichtspielen des „Spielausschusses" auch an der jetzt beginnenden bayerischen, vom Jtus Nürnberg ausgeschriebenen Pokalrunde neben Jtus München, Jtus Nürnberg und Hakoah Stuttgart teil. Für die großen Spiele zugunsten der Jüdischen Winterhilfe in Berlin wurden allein 13 Frankfurter Spieler für die südwestdeutschen Repäsentativmannschaften abgestellt. Im Handball fährt fast die ganze Mannschaft des Deutschen Makkabimeisters Bar Kochba Frankfurt nach Berlin, im Fußball werden 3 Spieler vom Schild Frankfurt entsandt. Der Wintersport gab bisher wegen der warmen Witterung nur geringe Beläiigungsmöglichkeiten. An der Tirolerstraße hatten die Eissportler schon elf Tage Eishockey, Schnell- und Kunstlauf tainiert, an den Abenden Eisschießen. Die Eisbahn war gut im Stande. SPORTHEMDIN OBERHEMDEN NACHTHEMDEN SCHLAFANZÜGE Der jüdische Sport in Frankfurt besitzt jetzt einen Reichsmeister mehr. Nachdem im April 1937 der Enif scheidungskampf im Judo-Schwergewicht in Berlin zwischeri den Frankfurtern Gutheim und Grünewald vom „Schild" unentschieden abgebrochen worden war, sollte eine Wiederholung die Entscheidung bringen. Erwin Grünewald hat nun den Reichsmeisterschaftstitel kampflos errungen, nachdem sein unbesiegter Rivale Walter Gutheim auf die Austragung dieses Kampfes aus beruflichen und gesundheitlichen Gründen verzichten mußte. Die Vereine rüsten bereits für die Sommermonate. Der Schild Frankfurt wird seine sportliche Arbeit auf einzelnen Gebieten auf neuer Grundlage aufbauen. Es ist ihm jetzt gelungen, zur Betreuung detm Leichtathletik, des Turnens, Schwimmens und des Rasensports eine treffliche Lehrkraft zu gewinnen: ab April wird Erich Kl ab er (Fürth) in Frankfurt als Sportlehrer wirken. Klaber ist nicht nur der erfolgreichste jüdische Sportler, er ist auf den verschiedensten Gebieten Reichsmeister und erwies sich bei den Wettkämpfen des letzten Jahres als der beste Mehrkämpfer des jüdischen Sports. _ L. W-s. Lehrgang zur Ausbildung männlicher Turn- und Sportlehrkräite Um die Frage der Einrichtung eines neuen, einjährigen Lehrgangs zur Ausbildung männlicher Turn- und Sportlehrkräfte in Stuttgart (am gymnastisch-orthopädischen Institut von Frau Alice Bloch) zu klären, werden Bewerber aufgefordert, umgehend eine Meldung in zweifacher Ausfertigung an die Schulabteilung der Reichsvertretung der Juden in Deutschland, Berlin-Charlottenburg 2, Karüstr. .158 III., einzureichen. Beginn des Lehrganges: 1. April 1938. Schulgeld monatlich: RM. 50. — . Aufnahmebedingungen: Vollendetes 19. Lebensjahr, Versetzung nach Obersekunda, bezw. ehemaliges Zeugnis der mittleren Reife, Nachweis besonderer sportlicher Befähigung. Der Meldung ist ein Lebenslauf mit einer Darlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Bewerbers beizufügen. Die Jüngerenschaft des Betar i lädt zu ihren Heimnachmittagen montags und mittwochs von 16.30 bis 19 Uhr im Jüdischen Jugendheim, Eschersheimer Landstraße 65, Zimmer 6, ein. Es wird gespielt, gelesen, gesungen und musiziert. Jeden Schabbaih um 16.30 Uhr findet Oneg Schabbath im Jugendheim statt. Der Betar weist darauf hin, daß seine neue Anschrift lautet Jehoschua Groß, Eschersheimer Landstraße 65. Die Erweiterung der Oeffnungszeixen des Lesesaals der Gemeindebibliothek, die probeweise im Oktober und November durchgeführt war, hat sich bewährt. Der Besuch ist so stark gestiegen, daß vorerst während der Wintermonate die erweiterte Benutzungsmöglichkeit des Lesesaals aufrecht erhalten bleibt. Die Zeiten, zu denen die Bibliothek geöffnet ist, sind an anderer Stelle des Blattes zu ersehen. Ende des redaktionellen Teils Abgeschlossen am 24. Januar 1938. Die nächste Nummer erscheint am 4. März 1938. Annahmeschluß für redaktionelle Beiträge und Anzeigen 25. Februar 1938. Geschäftliche Mitteilungen Geschäfisverlegung Der jüdischeBuchverlag und Buchvertrieb J.Kauf f mann, mit seiner Schwesterfirma M. Lehrberger & Co., jüdischer Buchverlag, Buchvertrieb und Buchdruckerei, bezieht im Februar andere Geschäftsräume im Hause Kronprinzenstraße 12. Dort erfolgen künftighin Auslieferung und Einzelverkauf. _ Herr Hermann Rothschild, am Tiergarten 42 pt., hat sich nach zweijähriger . Ausbildung im Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde als staatlich geprüfter Krankenpfleger niedergelassen. (Näh. im Anzeigenteil.)