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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1937-10-01 · 1 (10.1937) · p. Seite 21

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
16 (1937-1938)
Issue
1 (10.1937)
Date
1937-10-01
Page
Seite 21 (sequence 23)
Language
German
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No. 12 September 1937 jüdisches gemeindeblatt für frankfürt Seite 21 Corsets, Büstenhalter S. LÖHREN [iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii üüt ZEIL85 Für die Frau Mitteilungen aus den Interessengebieten der Frau Beiträge und Zuschriften sind zu richten an Frau Stephanie Forchheimer. Frankfurt a. M., Schumannstr. 9 Corsets, Büstenhalter S. LÖHREN «H? ZEIL 85 nur Ein Wort an die jüdische Frau Der Anfang unseres neuen Jahres fällt immer mit der Zeit zusammen, die im Vereinslehen den Beginn der Winterarbeit und Veranstaltungen anzeigt. Jahr für Jahr hoffen die „Verantwortlichen", die Sommermüdigkeit von einem neu erwachten Interesse abgelöst zu sehen, d. h. für die Veranstaltung von Vorträgen, Arbeitsgemeinschaften, künstlerischen oder geselligen Zusammenkünften im Mitgliederkreis Widerhall zu finden. Auch in früheren sorgenfreieren Jahren hat sich diese Hoffnung nicht völlig erfüllt; man hatte ja reichlich Gelegenheit, aus der Fülle sich das herauszusuchen, was besonders anregend zu werden versprach, erschien nur, wenn ein prominenter Redner zu Wort kam u.s.w. Ob dieses Vorgehen nicht zu verurteilen war? Wer wollte das verneinen? Neben dem berechtigten Wünsche, sich nur das Beste anhören zu wollen, vergaß man ein sehr wichtiges Moment — das soziale, das in die Aufgaben eines Vereins einzubeziehen ist, sofern er nicht als ein wissenschaftliches Seminar gelten will. Im Vereinsleben spielt immer ein sozialer Gedanke mit und verpflichtet den Einzelnen, auch sein Interesse an den Menschen spüren zu lassen, ganz einfach da zu sein, mit ihnen beisammen zu sein. Besonders gilt dies für die Menschen, die imstande sind, den anderen etwas zu geben und dadurch die Veranstaltung anregend zu gestalten. Es gibt auch eine Verpflichtung dem veranstaltenden Gremium gegenüber, der Organisation, die Verantwortung, Kosten, Zeit und Energien einsetzt, um immer wieder zu zeigen, wie wichtig es ist, das Leben einer Gemeinschaft zu erhalten, denn „der Mensch lebt nicht vom Brot allein". Immer hat es jüdische Menschen gegeben, die sich für diesen Gedanken einsetzen; eine Gefahr besteht nur auf der anderen Seite: die Gefolgschaft ist unzureichend, und es könnte leicht dazu kommen, daß diese wenigen Menschen sich entmutigt von dieser Arbeit für andere zurückziehen. Wenn auch für wenige Interessierte, die es glücklicherweise immer noch gibt, die Mühe lohnt, so fehlt doch den Veranstaltungen das Fluidum, die geistige Beweglichkeit, die ein größerer Menschenkreis ausströmt; das darf nicht sein. Wenn eine Frauengemeinschaft wie die Ortsgruppe des Jüdischen Frauenbundes über diese allgemein zu beobachtende Erscheinung auch in ihren Reihen klagen muß, ist es besonders betrüblich, denn hier geht es in erster Reihe darum, eine Idee wachzuhalten, die die Gründerin des J. F. B., Bertha Pappenheim, jeder jüdischen Frau als Forderung zugerufen hat: Frauenbewußtsein,. Eigenbewußtsein haben, an sich arbeiten, über sich hinausdenken und daran wachsen! Wann hätte diese Forderung mehr Beachtung verdient als .. jetzt in sorgenschweren Zeiten! Darf aus der Stärke der Frauen — denn es ist eine Stärke, sich unentwegt mit den Kleinlichkeiten des Alltags auseinanderzusetzen — eine Schwäche werden, so, daß sie den Sinn für das Größere, das Geistige, das Bleibende, das Gestaltende und das wirklich Leben Formende, das Bewußtsein an und mit ihren Pflichten und Aufgaben zu wachsen, verlieren? Im engen Raum verengert sich der Sinn; wer nur mit sich beschäftigt ist, merkt nicht, wie er innerlich verarmt. Dieser Gefahr will die Ortsgruppe des Jüdischen Frauenbundes nicht zusehen; gerade weil sie die seelische, berufliche und wirtschaftliche Situation der jüdischen Mütter, der Frauen und Mädchen kennt, möchte sie dieser geistigen Müdigkeit. Uninteressiertheit entgegenarbeiten. Aber wie soll es geschehen, wenn, die Veranstaltungen schlecht besucht sind, Vorträge oder Arbeitsgemeinschaften jüdischen oder allgemein bildenden Stoffes nicht interessieren, praktische, hausfrauliche Beratungen und Vorführungen den Anspruch auf viel mehr Publikum erheben könnten, die fachlichen, Berufsinteressen vertretenden Zusammenkünfte weit mehr Besucher aufweisen müßten? Wie soll die soziale Arbeit, insbesondere die so notwendig gewordene „Nachbarnilfe" Verständnis bei den Frauen finden, wenn sie nicht Gelegenheit suchen, darüber zu hören? In heutiger Zeit heißt die Forderung, der Gemeinsamkeit Ausdruck geben, die großen und vielseitigen, lokalen und überlokalen Aufgaben des Jüdischen Frauenbundes mittragen helfen, seiner Frauenorganisation anzugehören und Treue zu halten, die als Dachorganisation in ihren Reihen Vertrete- /: Bei Einladungen oder Festlichkeiten Torten u. Kuchen feinste Pralinen eigene Herstellung aus der Konditorei Rothschild Inhaber F. BIRNBAUM Telefon 26325 und 26925^ yBiebergasse 13 rinnen jüdischer Frauenarbeit aus allen Lagern umfaßt und so in sich selbst die Gemeinsamkeit und die Zusammenfassung aller wertvollen Kräfte repräsentiert. Diese Idee der Gemeinsamkeit darf nicht vereinsamen und muß ihren Niederschlag finden in der Verpflichtung der Einzelnen. Aber man wird einsam ohne Menschen. Viele unserer Besten haben wir durch Auswanderung verlieren müssen und immer noch mehr lichten sich die Reihen. Denken wir daran, daß wir nicht nur allein mit der Zugehörigkeit, sondern auch durch das Erscheinen zu den Zusammenkünften — die mehr als sonst geselligen Charakter mit ernsthaft Gebotenem vereinen sollen — der Frauengemeinschaft den Zoll zahlen, den die jüdische Frau in diesen Zeiten ihrer Mitschwester schuldet. Nicht das Programm darf allein maßgebend sein für das Kommen, sondern man muß da sein, damit für die jüdische Frau nicht die Gnade, das Recht entschwindet, „Licht", die geistige Fackel entzünden zu dürfen und weiter zu tragen von Generation zu Generation. Cilly Neuhaus Für den Herbst Herren-, Damenu. Kinder-Pullover, Herren-Westen, Damenblusen, Modewaren, Strumpfwaren, Handschuhe, Wäsche Kinderwäsche, Unterkleidung für Damen, Herren u. Kinder, Frankfurt a. M. / An den Markthallen Reineekstr. 3 Hanauer Landstr.87

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