Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1937-03-01 · 6 (3.1937) · p. Seite 26

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
15 (1936-1937)
Issue
6 (3.1937)
Date
1937-03-01
Page
Seite 26 (sequence 28)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3094266-3094439-3094445--5638-3100456
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 26 Porfümerien Toilette-Artikel .-j gut und preiswert DR. ALBERSHEIM KAI . S ER STRASSE 9 tution zu schaffen, bei der das Schwergewicht auf die Ausbildung in allen Fächern der Hauswirtschaft gelegt wird, zum Unterschied zu den später entstandenen Schulen im Nahalal und Ajanoth und den 4 Lehrfarmen, in denen die landwirtschafliche Ausbildung im Vordergrund steht. Aus einem im Jahr 1922 gegründeten Einwanderungsheim für junge Mädchen — HOSTEL — entwickelte sich eine nach modernen Prinzipien aufgebaute Haushaltungsschule. Die Schule ist im Frühjahr 1936 aus Tel Aviv in ein modernes Gebäude nach Nachlath Jitzchak, einem Vorort von Tel Aviv, übergeführt worden. Die moderne Anlage des Schulbaus hat die Möglichkeit einer wesentlichen Verbesserung und Ausgestaltung des Lehrbetriebes geschaffen. Eine elektrisch betriebene Waschküche, zwei Lehrküchen, mit vorbildlich praktischen Einrichtungen versehen, sowie geräumige Selmlzimmer für den theoretischen Unterricht gewährleisten die Durchführung eines zeitgemässen Ausbildungsganges in allen Zweigen der Hauswirtschaft. — Die grosse Fläche,- die zur Schule gehört, ist zur Anlegung von Obst-, Gemüse- sowie Ziergärten ausgenutzt worden, die von den Schülerinnen unter Anleitung einer fachmännisch geschulten Kraft selbst bewirtschaftet werden und eine notwendige Ergänzung zu dem übrigen Lehrplan darstellen. Letzteres trifft auch für die Anleitung zu, die die Schülerinnen in Hühnerwirtschaft und Bienenzucht bekommen. Je 3 Mädchen bewohnen ein Zimmer. Jedes Zimmer hat einen Balkon, auf dem sie ihre Freizeit verbringen können. Hübsche, zweckmässige Möbel schaffen einen behaglichen Wohnraum. Jeder Schülerin steht ein eingebauter Schrank, Waschkommode und ein verschliessbarer Anteil an einem Schreibtisch zur Verfügung. Den hygienischen Anforderungen entspricht ein vorbildlich eingerichteter Wasch- und Duschraum. Die Mahlzeiten werden in dem lichten Eßsaal oder auf offenen Terrassen eingenommen. Der Eßsaal dient außerhalb der Mahlzeiten als Veranstaltungsraum. Ein Radioapparat im Gästezimmer verschafft den Schülerinnen Anregung in ihren Freistunden. Geschmackvoll eingebaute Bücherschränke warten noch; auf Auffüllung durch gute Literatur in allen Sprachen. Ein gutes Klavier, für das genügend Platz vorgesehen ist, köncie die Freizeit der Mädchen an manchen langen Abenden wesentlich bereichern. Bei der Ausgestaltung des Lehrplanes stehen die praktischen Ziele im Vordergrund. Die Mädchen sollen imstande sein, nach einer Ausbildung von 1% Jahren auch in größeren Betrieben, wie Gemeinschaftsküchen, Schulküchen, Erholungs- und Kinderheimen selbständig zu arbeiten. Ein Zusatzkursus von halbjähriger Dauer gibt die Möglichkeit zur Spezialisierung in einem bestimmten Fach der Hauswirtschaft (wie z. B. Kochen, Backen, Reparaturen in eig. Werkstätte iDe nnmoi Uhren nehme leb bei Nenhni in lablaog No. 2 Af TEL--25325 151 Biebersasse. Waschen, Plätten), das je nach Eignung und Neigung gewählt werden kann. Es ist zu hoffen, daß an die Haushaltungsschule im Laufe der Zeit noch andere Ausbildungsmöglichkeiten angegliedert werden, sodaß aus ihr eine Zentralstelle für die Berufsausbildung der Frau werden kann. Die Schule steht im engen Kontakt mit dem zweiten Ressort der Wizo-Haushaltungsarbeit: der Instruktion in den Siedlungen, Kolonien und Städten durch die Wanderlehlerinnen „die Mdricha", eine der segensreichsten und wichtigsten Frauenarbeiten im Lande! Die Verschiedenartigkeit der Herkunftsländer und der Vorbildung, die Schwierigkeiten der Sprache, die bestehen, trotzdem eine gewisse Beherrschung de& Iwrith als Voraussetzung für die Aufnahme in die Schule verlangt wird, bringen es mit sich, dass die Wizo-Föderationen in der Galuth, mehr als es zuweilen geschieht, der Auswahl der Schülerinnen; grosse Sorgfalt zuwenden und auf die Eignung für den haus- und landwirtschaftlichen Beruf, auf Allgemeinbildung und Kenntnis des Iwrith achten müssen. Der Lehrplan gliedert sich folgendermassen: A. Praktische Fächer I, Kochen, a. Einfache und feine Küche, Krankenkost, Rohkost, vegetarische Küche; b. Backen; c. Konservierung von Obst und Gemüse. IL Hauswirtschaft, a. Pflege und Einrichtung der Wohnung, Reinigung, Behandlung aller Geräte, Servieren-, b. Instandhaltung von Kleidung und Schuhwerk. III. Wäsche. Waschmittel, Waschen, Stärken, Bügeln, Chemische Reinigung. IV. Nähen, a. Flicken von Leib- und Hauswäsche; b. Entwerfen und Zuschneiden von einfachen Schnittmustern. V. Einführung in Garten- und Gemüsebau, Hühner- und Bienenzucht. B. Theoretische Fächer I. Ernährungs- und Nahrungsmittellehre; II. Gesundheitslehre, Erste Hilfe und Grundbegriffe der Säuglingspflege; III. Allgemein-bildende Fächer: Hebräisch, Jüdische Geschichte, Bürgerkunde, Erziehungslehre. Die günstigen äusseren Bedingungen und die Ausgestaltung des Lehrplans haben jetzt die Voraussetzung geschaffen, daß die Haushaltungsschule eine wichtige Funktion auf dem Gebiet der Rationalisierung der Hauswirtschaft in Erez Israel erfüllt. Harriet Hurwitz-Baer, Tel Aviv Wir entnehmen dem W i z o-P ressedienst ergänzend zu dem Artikel von Frau Hurwitz-Baer: Ende Oktober fanden erstmalig die Abschlussprüfungen der Hauswirtschaftsschule Nachlath Jitzchak statt, die drei Tage dauerten. Die 12 Absolventinnen hatten sich vor einer vielgliedrigen Prüfungskommission über ihre theoretischen und praktischen Kenntnisse auf dem Gebiete der Ernährungs-, Hauswirts Schafts-, Gesundheitslehre und Diätetik, des Gartenbaus, der Gemüsezucht und der Bienenzucht auszuweisen. Die Mädchen zogen am ersten Tag ihre Prüfungskarte: 1). Systeme und Bestimmungen der Grundforderungen der Ernährung; 2). Verdauung der Fettstoffe; 3). das Porzellan (Ursprung, Fabrikation, Verwendung und Behandlung); 4). Kultur von Krautgewächsen; 5). Pflege der Bienenwaben, Krankheiten der Waben. — Oder: 1). Aufgabe der Zellulose in der Ernährung; 2). die Absonderungsorgane; 3). das Eisen (Ursprung, Verarbeitung, Verwendung, Behandlung); 4). Arbeitsvorgang in der Baumschule im Winter und im Sommer; 5). das Brüten (Vorbereitung des Inkubators, Arbeiten während der Brutperiode). Die folgenden Prüfungstage galten der praktischen Anwendung des Gelernten. Jedes Mädchen bekam eine Aufgabe aus der Hauswirtschaftslehre, z. B. Reinigen und Färben aller Arten von Schuh- und Lederwaren oder Waschen vierzehntägiger Hauswäsche von 3 Personen in 4 Stunden. Dann musste jedes Mädchi-n

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.