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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1937-03-01 · 6 (3.1937) · p. Seite 22

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
15 (1936-1937)
Issue
6 (3.1937)
Date
1937-03-01
Page
Seite 22 (sequence 24)
Language
German
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Seite 22 ZerirocteoeFeflslersclieilien? Glaserei Rechneigrabenstr.io ==Tn—ClemensKohii ä stürzen drohen. Die Verfügungsberechtigten sind haftpflichtig und werden aufgefordert, die Standsicherheit der Denksteine einer Kachprüfung zu unterziehen und die erforderlichen Maßnahmen schnellstens in die Wege zu leiten. Soweit dieser Aufforderung nicht entsprochen wird, müssen die nicht standfesten Grabsteine durch das Friedhofsamt umgelegt werden. Oeffnungszeiten der Friedhöfe Die Friedhöfe an der Rat Beilstraße und an der Eckenheimerlandstr. sind in der Zeit vom 16. Februar bis 31. März von 7.30 — 18 Uhr geöffnet. Freitags wird eine Stunde vor Beginn des Sabbats geschlossen. Samstags und an den jüdischen Feiertagen sind die Friedhöfe geschlossen. Bekanntmachungen des Steueramts Alle Kultussteuer- und Gemeindegeldzahlungen sind an die Steuerkasse der Israelitischen Gemeinde, Fahrgasse 146, (Postscheckkonto Nr. 800 Ffm.) zu leisten. Ausgenommen sind lediglich Zählungen auf Bückstande, die sieh in Vollstreckung befinden. Solche. Rückstände sind an die Finanzkasse «u leisten, von der sie vollstreckt worden sind. a) Knltnsstener pro 1936 der Veranlagten. .An den bekannten Terminen, 10. 6., 10. 9., 10. 12. 36 und 10. 3. 37 sind die auf den Veranlagungen vermerkten Raten zu zahlen. Soweit die Veranlagungsbescheide noch nicht in den Besitz der Pflichtigen gelangt sind, sind an den vorstehenden Terminen Vorauszahlungen in der Hohe eines Viertels der Eultussteuer 1935, einschließlich des Gemeindegeldes, zu zahlen. Diese Zahlungen werden auf die endgültige Veranlagung angerechnet. b) Kultussteuer pro 1936 der Niir-Lohnsteuerpflichtigen. Die Steuer war am 1. November 1936 fällig. c) Nur-Gemeindegeldpflichtige. Das Gemeindegeld ist längst fällig gewesen. Wir ersuchen die Gemeindemitglieder dringend, die noch bestehenden Rückstände unverzüglich zu entrichten. Nach vergeblicher Mahnung erfolgt die Beitreibung zuzüglich der Kosten durch die zuständige Vollstreckungsstelle des Finanzamtes. Die Steuerkasse der Israelitischen Gemeinde ist werktäglich von &y3 bis 12% Uhr geöffnet. Die Sprechstunden finden zu gleicher Zeit statt. Für ältere und gebrechliehe Personen steht der Personenaufzug zur Benutzung frei. Ffm., den 22. Februar 1937 VORSTAND DER ISRAELITISCHEN GEMEINDE Steueramt Persönliche Nachrichten Emma Budge Am 14. Februar verstarb in Hamburg Frau Emma Budge, Witwe des im Jahre 1928 verstorbenen Philanthropen Henry Budge. Die Verstorbene folgte dem Beispiel ihres, Gatten auf dem Gebiete der Nächstenliebe. Sie hat vor allem das von ihr und ihrem Gatten gegründete Henry und Emma Budge-Heim in Frankfurt a. Main bis zu ihrem Ende in grosszügiger Weise betreut und damit vielen älteren Männern und Frauen einen behaglichen Lebensabend bereitet. Auch ausserhalb Frankfurts, insbesondere in ihrer Vaterstadt Hamburg, hat sie in allen Zweigen der Wohlfahrtspflege segensreich gewirkt, sodaß das Ableben dieser wahrhaft hervorragenden Frau nicht nur in ihrer Familie, sondern auch für weiteste Kreise einen unersetzlichen Verlust bedeutet. An der Trauerfeier in Hamburg hat im Auftrag des Stiftungsvorstands Herr Sanitätsrat Dr. Albert Ettlinger teilgenommen. Albert Gianini s. A. Am 12. Februar starb nach mehrwöchentlicher schwerer Krankheit der Frankfurter Maler Albert Gianini, kurz vor Vollendung, seines 61. Lebensjahres. Sein Vater war Porzellanmaler, und auch der Junge zeigte schon während der Schulzeit im Philanthropin grosse zeichnerische Begabung. Studienjahre im Städel'schen Institut unter Hasselhorst und W. A. Beer liessen den fleissigen und strebsamen jungen Mann sich stetig entwickeln. — Als er nach mehrjährigen weiteren Studienjahren in Brüssel Anfang des Jahrhunderts hierher zurückkehrte, erwarb er sich rasch einen Namen als fälliger Maler, hauptsächlich von Stilleben und Landschaften. Vor allem wurde er als Radierer von ausserordentlichem technischem Können bekannt. Zahlreiche Schüler und Schülerinnen kamen zu ihm, und als begabter Lehrer bereitete er ,manche für den Besuch des Städel'schen Instituts vor. Nach dem Kriege und der Inflationszeit stellten sich, wie bei vielen bildenden Künstlern, auch bei ihm sorgenvolle Jahre und bittere Not ein. Er versuchte sich durch praktische Tätigkeit aus dem ihm naheliegenden Gebiet des Tiefdrucks über Wasser zu halten; es hielt ihn jedoch nicht lange dabei, er musste weiter künstlerisch arbeiten. Die Ausstellungen jüdischer Künstler, welche die hiesigen U. O. B. B. Logen seit Ende 1923 und seit 3 Jahren zusammen mit dem Jüdischen Kulturbund alljährlich veranstalten, zeigten auch seine Werke, sein Können und seine Vielseitigkeit als Maler und Radierer. Es darf gesagt werden, daß es hier und in der Umgebung ganz wenige zeitgenössische Künstler mit solch grossem technischen, zeichnerischen Können gibt, wie der nun Dahingeschiedene es besaß. Seine ausserordentliche, ja peinliche Gewissenhaftigkeit liessen ihn bei der Durchführung seiner Arbeiten oft bis zur äussersten Grenze gehen. Gianini überraschte gerade in den letzten 5—6 Jahren oft durch seine Entfaltung zu neuer Frische, und seine Werke atmen seitdem verstärkt eine grosse Wärme und innige Liebe zur Natur. Von seinen besten Arbeiten seien genannt: die Radierung „Alte Frau", die farbige Radierung „Heine-Denkmal", das Oelbild „Schwanheimer Eichen", die feine, aquarellierte Zeichnung „Allerheiligentor" und vor allem das Oelgemälde „Dominikanerplatz mit Synagoge im Schnee". Unbeirrt von Tagesrichtungen ging er, trotz schwerer Sorgen und mancher Zurücksetzung, seinen geraden Weg als Künder der Schönheit dieser Welt, ein "] 31 p jttiO D rt*n treuer Diener seinem Herrn; und in dieser, seiner inneren Sicherheit fand er wohl auch den Lohn für seine unwandelbare Treue zu sich selbst. Bei der Beerdigung sprach Herr Rabbiner Dr. Lerale und, namens der hiesigen jüdischen Künstler, Herr Leo Horovitz. —O—Z 90. Geburtstag 2G. 2. 1937: Frau Bertha Schwerin geb. Grünhut, Weserstrasse 42 85. Geburtstag 27. 2. 1937: Frau Fanny Plaut geb. Katzenstein, Kleiner Wollgraben 8 80. Geburtstag 22. 3. 1937: Frau Helene Langer geb. Bamberger, Baumweg 55 75. Geburtstag 29. 1. 1937: Frau Ricka .Erlebacher geb. Eichtersheimer, Niedenau 45 13. 3. 1937: Lazar Diamant. Hermesweg 2 70. Geburtstag 29. 1. 1937: Fräulein Emilie Heilbronn, Rhönstrasse 21 Silberne Hochzeit 4. 3. 1937: Max Mansbach und Frau Auguste geb. Flörsheim, Brüder Grimmstrasse 7 $teftetd?t oud? für 3t?re eigenen hinter? $ie©runblagenfür btegufunftunferet^itgenb [inb unfere <$run5(ef?re unb 6ie KmfdHcfMunö^ttverfffäffen £jelft Bei ü)tem Sluffiau!

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