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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1937-02-01 · 5 (2.1937) · p. Seite 30

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
15 (1936-1937)
Issue
5 (2.1937)
Date
1937-02-01
Page
Seite 30 (sequence 32)
Language
German
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Winter- ScbM-Vettern S. LÖHREN Für die Frau Mitteilungen aus den Interessengebieten der Frau Beiträge und Zuschriften sind zu richten an Frau Stephanie Fnrrhheimer. Frankfurt a. M.. Schumannstr. 9 I Winter- Schlußverkauf S. LÖH REN Die Mädchen - Grundlehre Im kommenden März beendet die von der Jüdischen Beratungsstelle für Wirtschaftshilfe eingerichtete „Grundlehre" ihr erstes Lehrjahr, das etwa 200 Knaben und Mädchen aus Frankfurt und Umgehung neben der Fortführung der so früh abgebrochenen oder abgeschlossenen Schulbildung die erste Stufe einer gründlichen Berufsausbildung vermittelt hat. Es dürfte allgemein bekannt sein, daß die Schülerinnen in Schneiderei, Hauswirtschaft und Gärtnerei ausgebildet werden, ist doch immer wieder, auch an dieser Stelle, auf diese für die jüdische Jugend so wichtige neue Einrichtung aufmerksam gemacht worden. Was aber die jüdische Oeffentlichkeit bisher wohl weniger interessiert hat, ist die Frage: Was wird aus diesen Mädchen, wenn das erste Schul- und Lehrjahr' zu Ende ist? Deshalb scheint es angebracht, in diesem Augenblick, in dem dieses Ende näher und näher rückt, die Aufmerksamkeit weiterer Kreise gerade auf dieses Problem zu lenken, denn es scbliesst eine Reihe ebenso wichtiger Aufgaben in sich wie die, zu deren Erfüllung die Grundlehre geschaffen worden ist. Wenn auch in dem verflossenen Jahr alles geschehen ist, um gründliche, berufliche Ausbildungsarbeit zu leisten (nicht umsonst nennt sich die Frankfurter Einrichtung im Gegensatz zu ähnlichen anderen Grund- und nicht Vorlehre) so konnte doch mehr als eine Grundlegung in diesem Jahr nicht erreicht werden. Jetzt gilt es daher dafür zu sorgen, daß das Erreichte befestigt und erweitert wird. Während für die handwerklichen Berufe der Jungen alles daran gesetzt werden muss, um die Fortführung der Ausbildung in den Lehrwerkstätten zu ermöglichen, sollen die Schülerinnen der hauswirtschaftlichen Abteilung Ostern zur Entlassung kommen. Nicht als ob ihre berufliche Ausbildung — und auch die Hauswirtschaft ist ein Beruf und noch dazu einer, der in der ganzenWelt diejenigen ernährt, die ihn beherrschen, — als beendet anzusehen wäre. Das kann sie nicht sein, trotzdem die jungen Mädchen in dem Heim am Taunusplatz in allen Zweigen der Hauswirtschaft gründlich angelernt worden sind. Aber für sie gibt es genügend Lehr- und Arbeitsplätze in Haushaltungen, Heimen und Betrieben, um ihre Ausbildung zu Ende zu führen. Unter der Anleitung einer tüchtigen Hausfrau oder Heimleiterin können auch diese 15 bis löchrigen schon einen Platz ausfüllen und wirkliche Hilfe leisten. Und auf der anderen Seite können sie hier und nur hier das lernen, was ihnen fehlt und was ihnen die beste Schulausbildung nicht geben kann: die menschliche und berufliche Bewährung in der Praxis, das Arbeiten unter eigener Verantwortung und, wo es nottut, auch unter ungünstigen Bedingungen, die Sorge und die Verantwortung für das Wohl und Wehe von Menschen. Alles Dinge, die nicht nur der hauswirtschaftliche Beruf, sondern das ganze Leben von jeder Frau fordert und ganz besonders das Leben im fremden Land, daß ja den größten Teil unserer Jugend erwartet. ' Deshalb ist es kein Notbehelf, sondern volle pädagogische Absicht, wenn die Mädchengrundlehre nun bald ihren ersten Lehrlingsjahrgang ins Leben hinaus entläßt, um dort und nicht auf der Schulbank weiter zu lernen, und um zugleich den Bedarf an Hilfskräften in unseren Haushaltungen und hauswirtschaftliehen Betrieben befriedigen zu helfen. Die Vereinigung dieser beiden Ziele muß und wird möglich sein. Die Grundlehre hat nach Kräften das Ihre dazu getan, indem sie die Ausbildung unbeschadet der geistigen Weiterbildung ganz auf das praktische Ziel abgestellt hat und die Schülerinnen zu ernsthafter Berufsauffassung zu erziehen strebt. iOMIIlUSlFyeE CÜ weit unter Preis Corsets, Corseletts §.H©iKIG^N und Büstenhalter Nur Zeil 85 Es wird auch genug Frauen geben, die die Hilfe junger, frischer Menschen, die das ABC der Haushaltung bereits erlernt haben, zu schätzen wissen, die sie gern selbst weiter anlernen und ihnen Gelegenheit zur Weiterbildung geben werden. Jede Mutter, überhaupt jede Frau, die in einer solchen jungen Haustochter die Tochter einer anderen Mutter sieht, wird damit auch ohne weiteres den richtigen Weg finden, um berechtigte Wünsche nach Freizeit, Weiterbildung, Bundesleben oder dergl. zu erfüllen und um unberechtigte mit Energie und Güte zugleich abzuwehren, sodaß ein ersprießliches und befriedigendes Zusammenarbeiten und Zusammenleben ermöglicht wird. Die Grundlehre jedenfalls wird mit verdoppelter Freude und größerer Sicherheit an die Ausbildung eines neuen Jahrgangs herantreten, wenn sie ihre alten Schülerinnen auf einem guten Weg ins Leben weiss. Dr. Gertrud Hallo Die Jüdische Haushaltungsschule in Frankfurt a. M. Wieder neigt sich ein Jahr in unserer Arbeit zu Ende, und wir halten es für unabweisbare Pflicht, einen Bück- und Ausblick über die geleistete Tätigkeit zu geben. Das verflossene Jahr war nicht weniger schwer als die vorausgegangenen es gewesen sind. Nur die äusserste Anspannung aller Kräfte und der feste Wille, der uns anvertrauten weibliehen Jugend in dieser unsagbar ernsten und schweren Zeit in unserem Hause die so notwendige und wertvolle Ausbildung in der Hauswirtschaft zu vermitteln, haben geholfen, unsere Aufgaben nach bestem Können zu erfüllen. Die Erkenntnis, daß nur gut gelernte Arbeit sich bezahlt macht und daß die hauswirtsehaftliche Ausbildung eine dringende Notwendigkeit für jedes junge Mädchen, ganz gleich, ob es später den hauswirtschaftlichen Beruf oder eine andere Tätigkeit ausüben will, bedeutet, brachte es mit sich, daß der Besuch der Schule im vergangenen Jahre stark gestiegen ist. Dieser an

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