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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1937-01-01 · 4 (1.1937) · p. Seite 25

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
15 (1936-1937)
Issue
4 (1.1937)
Date
1937-01-01
Page
Seite 25 (sequence 27)
Language
German
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Seite 25 M. S. Fe i 11 e r Reuferweg 77 Telefon 51704 Versicherungen aller Art Verwaltungen -reiche des Lebens durchdringende Tora verloren. So kam es, dass man auf der einen Seite schon den „fromm" nannte, d. h. nach der Tora lehend, der Schabbat hielt und Tefillin legte, wenn er auch die sozialen Pflichten der Tora nicht erfüllte und auf der anderen Seite sich für einen guten Juden hielt, wenn man. die humanitären und sozialen Pflichten des Judentums hielt, auch wenn man die dem Judentum eigenen und besonderen Gebote keiner Beachtung würdigte. Ein grosser Teil des Volkes entfernte sich von der jüdischen Kultur und vom jüdischen Gesetz, indem er dem Judentum die Stellung einer Konfession einräumte, sein Leben selbst war beeinflusst von anderen Werten und Inhalten. Der Hapoel Hamisrachi glaubte hier eine entscheidende Wendung gerade im Sinne der Tora vornehmen zu müssen, da er die Tora aus dem Zerrbild der Galuth heraus wieder zu dem Faktor werdeu lassen wollte, den sie bei Bestand des jüdischen Staates darstellte. So sind Tora und Arbeit nicht zwei Begriffe, die neu zusammengeschmiedet werden sollen, vielmehr ist diese Satzung nur eine Folge der jüdischen Situation der Gegenwart, in der die Tora für Viele nicht mehr ein umfassendes Prinzip ist und das Wort Awoda deshalb die Eichtung des stärksten Mangels innerhalb desselben angibt. Mit dieser Parole und mit diesem Programm gelang es dem Hapoel Hamisrachi in Erez Israel eine Arbeiterbewegung zu schaffen, die jetzt ca. 9000 Menschen in Erez Israel umfasst und die zugleich führend wurde in der „Tora w'Awoda-Bewegung", die alle Organisationen in den verschiedenen Ländern der Welt zusammenfasst, die es sich zum Ziele machen, ihre Menschen zu einem Leben des religiösen Arbeiters in Erez Israel zu erziehen und die im Sinne des Ideals Tora w'Awoda in der ganzen Welt diese Erziehungsarbeit leisten. Es gelang dem Hapoel Hamisrachi in Erez Israel der Arbeiterschaft zu beweisen, dass Religion nicht Gegensatz sei zur Arbeit und daß Orthodoxie nicht Gegensatz sei zum Zionismus. So schuf der Hapoel Hamisrachi ein vorbildliches Kolonisationswerk in Erez Israel, dessen wesentlicher Träger ein großer Teil der deutschen Chawerim des Hapoel Hamisrachi wurde, die vorher im Brit Chaluzim Datiim, Zeire Misrachi und Brit Hanoar in Deutschland organisiert waren. Insbesondere wurde der Kibbuz Eodges in den letzten Jahren ein Mittelpunkt der gesamten religiösen Jugend in Erez Israel und zugleich lenkte er auf sich auch das allgemeine Interesse des Jischuw. Heute verfügt der Hapoel Hamisrachi, insbesondere in den Ländern Mittel- und Westeuropas über eine starke Nachwuchsbewegung in seinen Jugendorganisationen Hechaluz Hamisrachi, Haschomer Hadati, Bne Akiba, Zeire Misra.chi, Brit Chaluzim Datiim (Bachad). In Deutschland wird diese Arbeit insbesondere vom Bachad und Brit Hanoar sehel Zeire Misrachi geleistet. Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht das fast sei 13 Jahren bestehende Lehrgut Geringshof. Auf dem 250 Morgen grossen Gut werden unter fachmännischer Leitung 40 Jungens und Mädchen in Landwirtschaft, Gartenbau, Hauswirtschaft, Baumschule, Vieh- und Geflügelzucht ausgebildet. Der eigene Besitz ermöglicht auch eine geschlossene Gemeinschaftsbildung. Die Arbeit, das Lernen, der Schabbat, die Schmirat Hamizwoth, Tefilla, all dies wird gemeinschaftlich erlebt und gibt so einen starken? ~ MpjSJJ^JIJST^JSf Reparaturen in eig. Werkstätte W fclLr£l Alle onmod. Obren nehme leb bsl Nsokaul In Zabtang nnrwP'^Fn^r^TMggyv' mjj&i^hi no. il\iTl4\Q2iTn^["4WW^^ 2 1*111 L1J Iii V W?JLJiU3»I3l«EtCffläjl mm Rückhalt. Neben den verschiedenen Hachscharahzentren in Deutschland und im Ausland betrachtet es der Bachad als seine Aufgabe, auch in starkem Masse seinen Menschen die Möglichkeit zu geben, während der Hachscharah wenigstens xl% Jahr oder 1 Jahr sich der jüdischen Lernarbeit zu widmen. Auf den Jeschiwoth in Frankfurt a. M., Mannheim, Mir u. a. uns angeschlossenen Lernzentren des Bachad erhalten die Chawerim Unterweisungen in den Schriften der jüdischen Ueberlieferung, daneben wird insbesondere Hebräisch, Jüdische Geschichte, Literatur sowie Palästinakunde gelernt. In sehr starkem Maße hat sich der Bachad auch darum gekümmert, für eine Lernarbeit der ChaWeroth zu sorgen, mit der es seit Jahren nicht sehr gut bestellt ist. Für diese Chaweroth sind Lernzentren und Seminare eingerichtet worden. Der Bachad glaubt durch diese Erziehungsarbeit einen wesentlichen Beitrag zur Rückführung der jüdischen Jugend zur jüdischen Kultur, ihren Quellen und ihrer Geschichte zu liefern. Die Erziehung für diese Arbeit auf Hachscharah und in Erez Israel wird für die Chawerim im Alter von 10—16 Jahren im Brit Hanoar geleistet. Die Aufgabe des Buudes besteht darin, die aus verschiedensten Milieu stammenden Chawerim und Chaweroth im Laufe von doch verhältnismässig kurzer Zeit in einer aufrichtigen religiöen Atmosphäre zu vereinen und sie dem Ziele nahe zu bringen, später in der Hachscharah die Möglichkeit zu haben, selbständig den von uns gewählten Weg weiter zu gehen. So stellen sich unsere Chaluzim in die grosse Gemeinschaft der arbeitenden jüdischen Menschen in Erez Israel und sie tragen mit die Verantwortung für die soziale Gestaltung des neuen jüdischen Lebens. Die Mittel, die für diese zusätzliche Arbeit gerade eines religiösen Bundes aufgebracht werden müssen, insbesondere die zusätzlichen Beihilfen für die Kibbuzim in Erez Israel, ferner für Jeschiwoth und Durchführung von Seminaren stellt der „K e r e n Tora w a Awoda" zur Verfügung, dem es in den letzten Jahren gelungen ist, all die Kreise des deutschen Judentums für seine Arbeit zu gewinnen, die ein Interesse daran haben, jüdische Menschen nach Erez Israel zu schicken, denen hier schon in der Gola die Möglichkeit einer guten körperlichen und geistigen Hachscharah gegeben worden ist. Wenn heute dieser Anfang gemacht ist und eine Hoffnung besteht, das religiöse Leben Erez Israels zu stärken und zu einer einflussreichen Macht zu entfalten, so ist dies zum grossen Teil der zielbewußten Arbeit der Tora wa Awoda Bewegung zu verdanken, die erstmalig die, Tora mit dem Aufbau Erez Israels verknüpft und unzertrennbar mit ihm verbunden hat. In Frankfurt a. M. wird diese Erziehungsarbeit in den Bünden Bachad und Brit Hanoar geleistet, die in der Hans- Handwerkstrasse 30 ihr Heim und in der Quinckestr. 24 ihr Büro haben. Arieh Händler. Das Halleiisportfest des Deutschen Makkabikreises Zum dritten Male wurde das Hallensportfest des Deutschen Makkabikreises im Frankfurter Hippodrom abgehalten. Sein Verlauf stellte dem Organisator, dem Bar Kochba Frankfurt, das beste Zeugnis aus. Das Echo der Veranstaltung war ein ausserordentliches: 2500 Zusehauer füllten die Riesenhalle. Neben den Präsidiumsmitgliedern des Deutschen Makkabikreises, den Vertretern der Gemeinde, des TSV. Schild Frankfurt und anderer Organisationen war der österreichische Generalkonsul und, als Vertreter der obersten österreichischen Sportbehörde, der Sport- und Turnfront, der Attache beim Olympischen Komittee, Prinz Lobkow.itz, erschienen. Die Beteiligung der Aktiven war aussergewöhnlieh. lieber 400 auswärtige Sportler beteiligten sich an den Wertkämpfen. Neben der starken Abordnung des Hakoah Wien mit den Landesmeistern Blödy, Präger lind Kaiser und der Weltrekordlerin Gerda Gottlieb, des Hagibor Prag mit den Meistern Fischmann und Goldschmidt waren sämtliche Vereine des deutschen Kreises mit ihren Spitzensportlern vertreten. Wir sahen Gerda Gottlieb, die vielseitige Wiener Leichtathletin, mit einer Eleganz und

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