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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1936-12-01 · 3 (12.1936) · p. Seite 13

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
15 (1936-1937)
Issue
3 (12.1936)
Date
1936-12-01
Page
Seite 13 (sequence 15)
Language
German
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Seite 13 dem Spielleiter und Bühnenbildner. (Scheinbar, — denn in Wirklichkeit war sie vorgeformt, und das vortrefflich.) Soweit »on Nummern - Oper zu sprechen wäre, hatte das Publikum selbst "daran' teil, denn es applaudierte nach jedem Auftritt und bestätigte namentlich am Schluss den positiven Eindruck. Der Kapellmeister führte mit frischer Eindringlichkeit und Sicherheit, fand auch meistens, doch nicht durchweg entsprechende Resonanz beim Orchester. Gerechter Weise ist zu bemerken, dass die Instrumentalisten unter besonders erschwerenden Umständen geprobt hatten. Um das Gelingen der vokalen Leistung wetteiferten alle Beteiligten. Vorab zu nennen: Marianne Caula (Königin; blanker und farbiger Ziergesang), Emmy Lusshe'imer-Joseph (Pamina; persönlich und reich getönt im Lyrischen), Edith Eisen heimer (Papagena; beispielhaft spielerisch und sehr, musikalisch); individuell und oft reizsam auch die Männerpartien: Walter Ries (Sarastro), Ernst Krasso (Tamino.), Kurt Rahm er (Papageno), Hans Assenheira (Priester), Max Lipmann (Monostatos). Gesanglich durchaus zuverlässig auch die kleinen, wichtigen Partien: in den Terzet-' ten die Drei Damen und die Knaben, im Duett die Geharnischten. Wesentliche Arbeit hatte der Chorleiter >5. Ehrenreich getan, auch des musikalischen Helfers Patil Meyer sei gedacht. Ensemblegeist hatte sich gezeigt,-und er fand stärkste Anerkennung. Indes, darf der Wunsch nicht fehlen, dass die nächste Darbietung einer Oper — opernhaft ausfalle! Ein Wunder geschieht nicht alle Tage. Curt Cahn Eine Chanukkah-Vorfeier Als Chanukkah-Vorfeier und Festkonzert war eine nicht übermässig gut besuchte Veranstaltung im Grossen Saalbau bezeichnet, die, im Ganzen auf einen ernsten Ton gestimmt, Orchester- und Solistenvorträge abwechseln liess. Das Programm war etwas zu reichlich besetzt — drei Stunden Musik, das ist gerade für den ernsthaften Kunstfreund des Guten zuviel! Mit starker Neigung zum Effekt und in massiver Steigerung des Tuttiklanges, aber jedenfalls nicht akademisch-trocken, brachte Max N e u m a n n, seinen -Hörern zu Dank, u. a. die Arif-siennc- Suite von Bizet und die Ouvertüre zu „Mignon", wobei ihm seine Schar von etwa 30 Musikern willig Gefolgschaft leistet*. Auf die Lieblingsoper Kaiser Wilhelms I., Brülls „Goldenes Kreuz" wies die Wiedergabe der Ouvertüre dieses Werks hin; und das Intermezzo aus der „Cavalleria" war auch diesmal ein sicheres Erfolgsstück Dazu nicht weniger als vier Solisten. Von ihnen erinnerte Siegfried Würzburger mit schon öfter gehörten •-•igenen Paraphrasen zu „Kol nidre" und „Moaus zur", die er auf der prächtig erneuerten Orgel flüssig spielte, an den religiösen Anhalt des Festes. Auch Kammersänger Benno Ziegler, dessen warmer Bariton unter der Müsse keineswegs gelitten hat, sang zwei Arien jüdischer Komponisten (die bekannte innige Bitte „Gott sei mir gnädig" aus Mendelssohns „Elias" und ein schönes Stück aus Weinbergers „Schwanda", der vor einigen Jahren überall oft aufgeführten Oper). Starker Beifall dankte seiner sympathisehon Interpretation und ebenso dem trefflichen Spiel der Harfenistin Else R y p i n s k i. Eine ausgezeichnete Leistung durch die technische Brillanz und nicht minder durch die starke musikalische Empfindung war der Vortrag der „Spanischen Symphonie" von Saalbau 8. 20lA Uhr Karten otrLipinskaja vollständig neues Programm in den bek. Vorverkaufsstellen Lalo, bei dem sich Annie Steiger-Betzak erneut als Geigerin von Rang erwies. Am Flügel begleitete sicher und con brio Dr. W i 11 y S a 1 o m o n. Dr. Georg Schott „Claii e Feldmann und ihr Flügel" Eine Frau, „die Musik in sich hat", stellte sich dem Frankfurter Publikum an einem, vom Kulturbund veranstalteten, „Heiteren Abend" vor, den sie allein bestritt. C 1 a i r e Feldman n-F e 1 d e r n brachte zunächst eine Reihe von Chansons, vielfach älteren Datums, die sie mit Temperament und Laune sang. Wenn hier vielleicht die Auswahl nicht immer restlos glücklich war: dass da eine Pianistin von Rang sang und spielte, blieb nicht zu verkennen. Aber „im Sturm genommen" (wie sie eingangs als Ziel hinstellte) hat Frau Feldmann-Feldern die zahlreichen Hörer dann im zweiten Teil, wo neben und im Verein mit der starken ursprünglichen Musikalität eine prächtige, mi.ni^he, parodistische und — nicht zuletzt — tänzerische Begabung zum Ausdruck kam. Es war eine Freude, die Tonleiter ä la Jack Hylton bravourös auf dem Flügel zu hören oder der, in Maske, Bewegung und Tonfall gleich reizvollen, ungemein liebenswürdigen Nachprägung Harald Lloyds zu folgen. Man bestaunte di<; Fülle von grotesken Einfällen und den hohen Grad der artistischen Durchführung in diesen „musikalischen Autogrammen" (etwa auch in der lustigen Parodie einer italienischen Opernsceno) und durfte einmal, ohne durch billige konjunkturmässige Anspielungen an die Schwere der Zeit erinnert zu werden, harmlos und herzlich lachen. „Wer lacht, kann keine Todsünde tun" meinte einmal die Frau Rat. So sind wir Ciaire Feldmann-Feldern und ihrem Flügel dankbar, dass sie uns in zwei heiteren Stunden diese Gewissheit gegeben hat. Dr. Georg Schott Weg in die Wirklichkeit Die Wertung eines von Juden für Juden geschaffenen Filmstreifens von Palästina unterliegt besonderen Gesetzen. Für andere mag es nach einem klugen Worte als eine Frivolisierung des Wissens erscheinen, das Gefüge eines fernen Menschentums den Blicken von Schaulustigen, die hieran keine eigene Anstrengung verwandt haben, blosszulegen. Uns Juden ist diese scheinbar mühelose Sieht in das heilige Land gerade nur ein Teil jener ewigen Anstrengung über Zeiten und Träume hinweg, zu finden, was uns eint. Dort, wo die Verfilmung für den Juden eine frivole Vorwegnahme eines heiligen Erlebnisses bedeuten könnte, hat das Religionsgesetz die Grenze selbst gezogen: Der palästinensische Sabbat ist nicht darstellbar. Das grosse Anliegen dieses misrachistischen Filmwerks, gegen alle säkularisierenden oder religiös liberalisierenden Bestrebungen innerhalb der chaluzischen Jugend die Tragfähigkeit des thoratreuen Siedhmgsgedankens darzutun, konnte so im wesentlichen nur in einer Rieh-- turj wahraalt eindrucksvoll Erfüllung finden: Tn der Darstel- JUWELEN GOLD SILBER BESTECKE edlt Silber und 100 gr Versi|berun^ Trauringe Uhren Chanukkah-Leudlter in allen Preislagen j An- und Vetkauf aus Privatbesitz | G. B. n/433» Posen «Dosen SILBERSCHMIEDE | KAISERSTRASSES NÄCHST ROSSMARKT FRANKFURT AM MAIN- | Verlangen Sie unsere Anzeigen - Preisliste

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