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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1936-09-01 · 12 (9.1936) · p. Seite 451

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
14 (1935-1936)
Issue
12 (9.1936)
Date
1936-09-01
Page
Seite 451 (sequence 13)
Language
German
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Seite 451 Die Prophetie Von dem Autor der bekannten Maimonides-Biographie Abraham Hesehel liegt ein neues Werk vor: „Die Prophetie". Auch diese Arbeit wird wieder viel berechtigtes Interesse auf sich ziehen. „Ihre Aufgabe" — so lesen wir im Vorworte der Schrift — „liegt nicht in einer Zusammenstellung und Darstellung der prophetischen Ansichten und Lehren, der Vorstellungen und Ideen, sondern in der Beschreibung der letzten, die Eigenart des Prophetischen bestimmenden Bewusstseinstatsachen". Hesehel will „nicht über die Wahrheit der prophetischen Aussagen... urteilen, sondern das Wesen, beurteilen". Er beschreitet einen Weg, der sich in gleicher Weise fernhält von dogmatischer Deutung wie psychologischer Untersuchung. Das Buch, das.im Verlag der polnischen Akademie der Wissenschaften erschienen, in Deutschland durcli den.Erich Reiss Verlag zu beziehen ist, stellt einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis der Propheten dar. Dr. H. L. Predigten an das Judentum von heute. Bücher der Erneuerung Band I, herausgegeben von Willy Leven. Berlin 1935, Joachim Goldstein Verlag. Der Herausgeber dieser Sammlung hat Predigten von fünfzehn in Deutschland wirkenden Rabbinern zusammengestellt, um durch sie ein „sicheres und so vielleicht beglückendes Gefühl von der gesammelt geistig-schöpferischen Kraft zu geben, die heute im Judentum steckt". So verschieden die Anlässe sind, zu;denen diese Predigten in den letzten drei Jahren verfasst wurden, so deutlich sich die Standorte voneinander scheiden, von denen aus diese Rabbiner eine Deutung des Zeitgeschehens vornehmen — eines verbindet die einzelnen Beiträge dieses Buches: die Absicht, zu den Quellen des Judentums und der jüdischen Lebensgestaltung zurückzuführen. Zugleich zeigen diese Predigten, wie differenziert unsere Rabbiner auf die Forderung der Zeit antworten. Man wird es nicht als einen Schaden für das religiöse und geistige Leben im Judentum erachten, daß eine einheitliche Antwort der Rabbiner auf die Fragen der Zeit nicht erfolgt. Aber man wird mit Befriedigung auch aus diesem Buch erkennen, daß dem Rabbiner und der Predigt in allen Lagern unserer Gemeinschaft wieder eine weisende Stellung zukommt. Ghr. Zwei Schriften über Auswanderung Im Verlag der Jüdischen Rundschau hat Dr. Michael Traub eine Schrift über die jüdische Auswanderung aus Deutschland und im Philo Verlag Max A p t eine solche über konstruktive Auswanderungspolitik erscheinen lassen. Die Schriften sind nach ihrem Inhalt und der Einstellung der Verfasser durchaus "verschieden. Traub, der bereits im Jahre 1930 ein Buch über jüdische Wanderung veröffentlicht hat, gibt zunächst eindrucksvolles Zahlenmaterial über jüdische Wanderung vor und nach dem Krieg-«, wobei die Schätzungen, die das statistische Material ergänzen müssen, vorsichtig vorgenommen sind. Traub geht im Einklang mit den massgeblichen jüdischen Wanderungsorganisationen davon au . daß sich seit dem 1. Februar 1933 die jüdische Bevölkerung Deutschlands von 517000 Seelen um etwa 112000 vermindert hat und zwar um etwa 98000 durch Auswanderung und etwa 140ÜD daß sich seit dem 1. Februar 1933 die jüdische Bevölkerung dürfte jetzt400000 Seelennicht mehr überschreiten. In keinem Lande der Welt vollzog sich die relative Verminderung der jüdischen Bevölkerung so rasch wie in Deutschland während der letzten dreieinhalb Jahre, nämlich mit mehr als 21%. Für die Weiterentwicklung ist naturgemäss die Alterszusammensetzung der jüdischen Bevölkerung von grosser Bedeutung. Ausgewandert sind in erster Reihe die jüngeren Jahrgänge. IMe . Hälfte aller Juden Deutschlands wird bereits jetzt aus Menschen bestehen, die das 45. Lebensjahr überschritten haben, während du» Altersgruppen unter 20 Jahren nur etwa 16% und diejenigen von 20 bis 45 Jahren etwa 33% ausmachen werden. Von statistischen Erörterungen ausgehend, behandelt Traub W a n d e r u n g s p l ä n e für die Zukunft und Fragen der jüdischen Wanderungspolitik. Bei der Gedrängtheit der Darstellung sind viele Dinge nur angedeutet, insbesondere sind auf die Frage: „Wohin?" nur summarische Angaben gemacht, doch lag es in der Absicht de.= Verfassers, die Problematik der jüdischen Wanderung in grossen Zügen grundsätzlich aufzuzeichnen. Hierbei weist der Verfasser als Zionist auf den fundamentalen Unterschied zwischen der Einwanderung nach Palästina und der nach anderen Ländern hin, betont jedoch gleichzeitig in objektiver Würdigung der gegebenen Verhältnisse, daß auch die zionistische Organisation bestrebt sein müsse, die auf produktive Umschichtung der jüdischen Wandermasse und planmässige Regulierung der jüdischen Wanderbewegung gerichteten Bestrebungen nach Kräften zu fördern. Während sich Traub gegen „territorialistische Illusionen" wendet, knüpft A p t an die Grundgedanken der jüdisch-territorialistischen Organisation (Ito) an. Es handelt sich hier um einen temperamentvollen Aufruf, konstruktive Auswanderungspolitik zu treiben. Es wird die Wichtigkeit der landwirtschaftlichen Kolonisation im Rahmen der Wanderungsbewegung hervorgehoben. Es wird aufgezeigt, daß die Einwanderungsländer keinen Grund haben, sich gegen solche Kolonisation zu sperren. Es werden als Grundlage für eine konstruktive Auswanderungspolitik gefordert: Errichtung einer jüdischen Kolonisationszentrale, Entsendung von Expeditionen zur Feststellung geeigneten Kolonisationslandes und Jeder Jude gehört in den J. C.-V. Steinweg 9 / Tel. 25403 Jüdischen Central erein Autobereif u ng Auto-Oel Auto-Garagen Benzin-u A*al-Tankstelle Benzin u. BV-Aral fassweise n. Im Tankwagen J. Kaufmann & Co. MaingausGaraqen Gr. 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