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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1936-07-01 · 10 (7.1936) · p. Seite 393

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
14 (1935-1936)
Issue
10 (7.1936)
Date
1936-07-01
Page
Seite 393 (sequence 31)
Language
German
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$. LOHREN Cotsets Büstenhalter nur ZEIL AS nur Für die Frau Mitteilungen aus den Interessengebieten der Frau Beiträge und Zuschriften sind zu richten an Frau Stephanie Forchheimer. Frankfurt a. M.. Schumannstr. 9 S. LOHREN Corsets Büstenhalter ZEIL 85^ Dem Gedenken Bertha Pappenheims Die tägliche Pflichterfüllung ist ein Jungbrunnen. * Leben heisst: die Vergangenheit zu würdigen versuchen, die Gegenwart zu begreifen trachten, an der Zukunft mit formen zu wollen. * Wenn Gemeinschaften, religiöse, soziale, politische, nicht ausser ihrem statutenmässig festgelegten Arbeits- und Ideenkreis durch ein Ethos verbunden sind, das gelegentlich wie eine Feuersäule aus dem Dornbusch hervorbricht, dann ist Einsamkeit besser als Gemeinschaft. * Wenn für ein Individuum soziale Arbeit aus der rein religiösen Sphäre herausgewachsen ist, muß man ihr etwas Künstlerische^ geben, damit sie nicht — aktiv und passiv — verödet. * Das Wesen der Schönheit der Sprache, scheint mir weniger in schwungvollen und schmuckhaften Worten zu liegen, als in der Klarheit des Ausdrucks und der Einfachheit und Geradlinigkeit der Darstellung. Gelehrte Schnörkel stören in Wort und Schrift. * Die Kinderhand in meiner Hand, — Das Herz wird dann zum Märchenland! Zärtlichkeiten und Schmuck soll eine Frau nur selten und bei besonderen Anlässen anwenden, weil sie sonst ihres feinsten Reizes verlustig gehen. . * Eine Frau von Geschmack, die den berechtigten Wunsch hat, immer möglichst gut auszusehen, wird sich nie zu jugendlich oder im Verhältnis zur Zeit, Ort und Gelegenheit zu geputzt oder auffallend — auch nicht auffallend schlecht — anziehen. Wenn zwei Gelegenheiten in der Zeit kollidieren, wird die elegante Frau das einfachere Kleid wählen, und es doch verstehen, durch eine Kleinigkeit ihm eine festlichere Note zu geben. Der echte Ring r Ein Mann im Osten besaß einen Ring, der die Kraft hatte, seinen. Besitzer vor Gott und den Menschen angenehm zu machen. Er hatte drei Söhne,: die er gleichmässig liebte, und er konnte sich nicht entschliessen, den Ring einem von ihnen zu vererben. , Er ließ deshalb einen Künstler zu sich kommen, gab ihm den Ringeinen goldenen Reif mit einem grossen Opal — und beauftragte den, Künstler, noch zwei gleiche Ringe zu fertigen. Vor seinem Tod gab der Mann den drei Brüdern die drei Ringe. Viele Jahre später, als der Künstler seine letzte Stunde herannahen fühlte, peinigte ihn sein Gewissen, daß er einen furchtbaren Betrug begangen hatte. Als er nämlich damals daran ging, den ihm anvertrauten Ring nachzuarbeiten, erkannte er, er würde nicht imstande sein, ein ähnliches Kunstwerk herzustellen. In seiner Erregung hatte er sogar den Stein aus demy Reif herausgebrochen, um die feinen Ornamente durch Wachsabdlruck festhalten zu können. Nun hatte er den glühend schönen Stein und den Reif in der Hand, und doch misslang jeder Versuch seiner kunstgeübten Hand, das kleine grosse Kunstwerk nachzubilden. Zornig über *) Wir haben auf S. 372 dieser Nummer die Persönlichkeit Bertha Pappenheims gewürdigt. An dieser Stelle soll sie selbst aus ihren Schriften sprechen.

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