Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 14 (1935-1936)
- Issue
- 9 (6.1936)
- Date
- 1936-06-01
- Page
- Seite 360 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 360 Frankfurter Chasans!) Ein halbes Jahrhundert später R. Jacob aus Schwalbach, ein bedeutender Gelehrter und Pentateucherklärer, in Frankfurt (1776). — Eine Typhusepidemie in Schwalbach (1813/14) fordert nicht ein einziges jüdisches Opfer. Die Zeitgenossen führen das auf den reichlichen Genuß von Zwiebeln und Knoblauch durch die Juden zurück und ahmen ihnen nach. Um 1850 ist die Gemeinde einige Zeit Rabbinatssitz, einige Jahre hat sie auch ein Lehrerseminar, das später nach Ems verlegt wird. Schwalbach gehört seitdem, wie die meisten Gemeinden des West-Taunus, zum Rabbinatsbezirk Wiesbaden. Die Gemeinde hatte um 1900 eine Höchstzahl von 160 Seelen, heute dürften kaum noch die Hälfte vorhanden sein. Parkhotel Roos (noch immer empfehlenswert) in der Parkstraße. Frankfurter Glanzvolles Schwimmfest. — Jubiläum im Philanthropin. Der Schwimmsport hat in Frankfurt schon eine gute Tradition bei den jüdischen Vereinen. Es war darum auch nicht anders zu erwarten, dass das 3. Hallenschwimmfest des TSV. Schild im Stadt. Schwimmbad ein grosser sportlicher Erfolg würde. Der Leiter des Schwimmfestes, Fr Uz Bäsch (Offenbach) , darf für sich das Verdienst in Anspruch nehmen, diese glanzvolle Veranstaltung organisiert zu haben. In «einer Eröffnungsrede konnte Vereinsleiter, Dr. W. Kosenfei d, Dr. Elsbach (Berlin) als Vertreter der Bundesleitung des „Keichsbundes jüdischer Frontsoldaten", des RjF.-Sportbundes und des „Reichsausschußes jüdischer Sportverbände", den Landesverbandsvorsitzenden des RjF. Südwest, Dr. Felix Kauffmann, und den Landessportleiter Dr. H.Mayer begrüssen. Auch B. Kahn, der Vorsitzende der „Südwestdeutscheri Arbeitsgemeinschaft" war erschienen. Dr. Elsbach nahm das Wort zu einer Begrüßungsansprache und zeigte die erzieherischen Aufgaben der jüdischen Sportbewegung auf. Acht grosse auswärtige Vereine nahmen an den Schwimmkämpfen teil: Schild Frankfurt, JSG. Berlin, JSV. Köln 02, RjF. Stuttgart, RjF. Wiesbaden, RjF. Giessen, RjF. Mannheim und JSpV. Offenbach. Die einzelnen Rennen wickelten sich mit Pünktlichkeit ab. Mit den sportlichen Leistungen darf man ausserordentlich zufrieden sein, wurden doch nicht weniger als drei neue RjF.- Rekorde aufgestellt: Tischauer (Berlin) holte im 200 m - Brustschwimmen die Zeit von 3.09 Min., Zernik (Frankfurt) im 100 m Kraul eine solche von 1.084 Min. und die Frankfurter Dameneinheit in der 3 x 100 m Lagenstaffel 4.55 Min. heraus. Sehr schöne Leistungen zeigten besonders auch die Nachwuchsschwimmer. Die Kraul- und die Lagenstaffel Hessen sich selbstverständlich die Berliner nicht nehmen, während die Damenstaffeln wohl auch weiter die Domäne der Frankfurterinnen bleiben werden. Großen Anklang fanden das Kunstspringen der Damen und Herren nnd das ausgezeichnete Figurenlegen der Schild-Damen, mit dem sie bekanntlich schon in vielen anderen Städten des Reiches glänzen konnten. Seit 1931 besitzt Schwalbach ein neues Kurhotel, von Wilhelm Kreis, Dresden, einem Kind des Rheins und des Taunus, aus Eltville, erbaut, das wohl in seiner Art einzig dasteht. Seit 1932 neue heizbare Wandelhalle mit Konzertmuschel, worin die Weinbrunnenkonzerte bei schlechtem Wetter stattfinden. In der Halle drei schön ausgestattete Kaufläden. Die Halle ist mit dem Neuen Kurhotel, dem Stahlbadhaus und dem Weinbrunnen durch einen gedeckten Gang verbunden. — Einige schöne Fachwerkbauten. „Stadt Frankfurt", Adolfstraße, mit besonders schönem Schnitzwerk. — Schöne Spaziergänge: Villa Lilly mit sehenswertem Wildpark 1 'A Std. — Zur Waldwiese „Eberderunner" 1 Std. nach Adolfseek mit Römerkastell, Pfahlgräben, Römertürmen usw. 1 Std. u. a. m. Fortsetzung folgt. Sport fm Mai Sportliche und propagandistische Erfolge errang sich der Schutsportverein P h i 1 an t h r o p i n mit seiner Festwoche „Turnen, Spiel, Rhythmik, Sport" anlässlich seines löjahrigen Bestehens. Eine Woche lang sah man auf den verschiedensten Gebieten wohlgelungene Wettkampf Veranstaltungen (Fußball, Handball, Tischtennis, Boxen, Turnen, Gymnastik, Leichtathletik usw.), Meisterschaftskämpfe und Turniere, bei denen auch andere Frankfurter und auswärtige Vereine mit Jugendmannschaften vertreten waren. Der neue Sportplatz am Bornheimer Hang wurde mit einer kurzen Ansprache von Oberstudiendirektor Dr. Driesen eingeweiht. Die Veranstaltungen wurden mit einer eindrucksvollen akademischen Feier im Schul - gebäude abgeschlossen, zu der viele prominente Ehrengäste erschienen waren: von der Reichsvertretung die Herren Direktor Kareski, Dr. Stahl, Dr. Klee und Dr. Alexander aus Berlin, Felix Meyer als Vertreter des Schulrats, Landessportleiter Dr. H. Mayer, B. Kahn von der „Südwestdeucschen Arbeitsgemeinschaft", Dr. W. Rosenfeld (TSV. Schild) und M. Flörsheim (Bar Kochba Frankfurt) u. a. In einer längeren Festrede stellte Oberstudiendirektor Dr. O. Driesen, von dem Gedanken der Palästinaausstellung der Schule ausgehend, die pädagogischen Gesichtspunkte dar, die die Arbeit des Sportvereins leiten. Er schilderte die Beweggründe des früh verstorbenen Vereinsgründers Reinhold Driesen s. A. und umriss die Erziehungsaufgaben des Vereins, der zu einem; guten Helfer der Schule geworden sei. — Die Glückwünsche der anderen Vereine und Körperschaften überbrachten Dr. W. Rosenfeld (Schild und RjF.- Sportbund), B. Kahn (,.Arbeitsgemeinschaft") und M. Flörsheim (Bar Kochba und Makkabi). Der Abend schloss mit einer revueartigan Vorführung sämtlicher im Verein betriebener Sportarten. Nach Schluss der Veranstaltung besichtigten die Berliner Ehrengäste den s. Zt. anlässlich des Makkabäertages der Schule eingerichteten Palästinaraum, der ihre Anerkennung fand. L. W-s. Juristisch-wirtschaftliche Beratungsstelle des C.-V. Die juristisch-wirtschaftliche Beratungsstelle des Centraivereins, Landesverband Hessen-Nassau und Hessen und Ortsgruppe Frankfurt a. M., Steinweg 9, Zimmer 75-77, (Sprechstunden: Montag, Mittwoch und Freitag zwischen 11 und 13 Uhr) erteilt im Einvernehmen mit den jüdischen Spezialorganisationen im Rahmen der Richtlinien der Reichsvertretung der Juden in Deutschland Rechtsauskünfte, in allen juristischen und wirtschaftiicnen Fragen, die mit der neuen Gesetzgebung zusammenhängen. Ferner werden Kollektiv- und Einzel schritte bei Behörden und Verbänden bearbeitet. Um eine unnötige zeitraubende Belastung der Beratungsstelle, welche jedem Juden deutscher Staatsangehörigkeit zur Verfügung steht, zu vermeiden, wird gebeten, alle für die Auskunft wichtigen Belege mitzubringen und die Sprechzeit möglichst einzuhalten. LEBENSMITTEL VON S*F Jüdische Beratungsstelle für Wirtschaftshilfe Frankfurt a. M., Quinckestrasse 24, (früher Königswarterstrasse) Tel. 46976, Postscheckkonto: „Jüdische Nothilfe 1933" Frankfurt a. M. 29990 Sprechstunden: Wirtschafte- und Rechtsberatung: Dienstag, 16^-18, Donnerstag, 16-17K Uhr. Umschichtung, Erstausbildung, Jugendalijah: Montag und Mittwoch, 10-12 Uhr, Dienstag und Donnerstag, 17-19 Uhr. Rechtsberatung: Soweit einzelne Rechtaangelegenheiten eingehende Bearbeitung erfordern, werden bedürftige Rechtssuchende den hiesigen jüdischen Anwälten zur unentgeltlichen Beratung auf deren Büro überwiesen. Kurse in Französisch, Englisch, Spanisch, Buchführung, Stenographie für Anfänger und Fortgeschrittene. Anmeldung: Eachersheimer Landstrasse 65 (Jugendheim). immer preiswert — Irisch und gut! Jddq. Mflücöen das Nähen kann und etwas Hausarbeit Über« nimmt als Zweltmädchen gesucht Off. unt. J 25 an die Anz. - Verw. Reineckat 17/19 Uhren-Fuchs nh. E. van Oelde EIL 65 LE Zelman« jene Kep.-Werlutltte SCHADE * FÜLLGRABE