Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 14 (1935-1936)
- Issue
- 9 (6.1936)
- Date
- 1936-06-01
- Page
- Seite 351 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 351 finden wird, soll die Vorbereitungsarbeiten für die 3. Kenessio Gedaulo durchführen. Gleichzeitig mit der Jerusalemer Tagung soll ein jüdisch-religiöser Frauenkongreß in einer anderen Stadt Erez Jisroels stattfinden. — Köln. Nachdem bereits vor einiger Zeit das Stadtverwaltungsgericht in Köln sich mit der Frage beschäftigt hat, ob eine Konzession für eine jüdische Gastwirtschaft erteilt werden solle und das Bedürfnis für ein rein jüdisches Lokal anerkannt hatte, ist nunmehr von dem Gericht nach Meldung des „Westdeutschen Beobachter" eine für. jüdische Gäste bestimmte Schankwirtschaft gegenüber der Alten Synagoge in Köln in der Glockengasse genehmigt worden. — Leipzig. Das Sozialamt der Israelitischen Religionsgemeinde in Leipzig veröffentlicht im Gemeindeblatt die Grundsätze, die bei der Unterbringung der schulentlassenen jüdischen Jugend in Leipzig beobachtet worden sind. Von den 200 Kindern, die zu Ostern die Schule verlassen haben, und von denen 150 die Hilfe des Sozialamtes in Anspruch nehmen, können voraussichtlich schon im Mai rund 100 Kinder einer ersten Ausbildung zugeführt werden. Zwanzig Mädchen sollen zu einer Haushaltsschule in Leipzig zusammengefaßt und praktisch und theoretisch in allen Zweigen des Haushaltes unter fachkundiger Leitung ausgebildet werden. Weiterhin sollen etwa dreißig Jungen und Mädchen in der Mittleren- Hachschara auf auswärtigen Lehrgütern untergebracht werden. Schließlich sollen etwa fünfzig Jungen und Mädchen, bei denen eine Eignung für einen bestimmten Beruf noch nicht erkennbar ist, zu einer beruflichen Vorlehre, dem neunten Schuljahr, zusammengefaßt werden. Etwa zwanzig Jungen und Mädchen sollen auf einem von der Gemeinde zur Verfügung gestellten Gelände gärtnerisch und landwirtschaftlich vorgebildet, je fünfzehn Jungen in gemeinsamen Kursen in die Anfangsgründe der Schlosserei und Tischlerei eingeführt werden. Neben dem beruflichen Unterricht geht die geistige Aus- und Fortbildung einher. Von den noch verbleibenden fünfzig Kindern ist ein kleiner Teil bereits untergebracht. Einige weitere Kinder sollen in die bereits laufenden Kurse des Sozialamtes übernommen werden. Bei einem anderen Teil wird die Unterbringung in Einzellehrstellen sowie Jeschiwa-Ausbildung in Frage kommen. — Mannheim. Das „Gemeindeblatt" in Mannheim berichtet von einem 100jährigen Synagogenjubiläum der kleinen jüdischen Gemeinde in dem Dorfe Sennfeld. Bei der Feier waren der Oberrat der badischen Israeliten, der Bezirksrabbiner und zahlreiche Nachbargemeinden vertreten. — München. Die Schülerzahl der jüdischen Volksschule in München ist so stark angewachsen, daß die bisherigen Räume im Schulhaus der Israelitischen Kultusgemeinde nicht mehr ausreichen. Auf Grund einer Vereinbarung zwischen der Stadt und der Kultusgemeinde München sind im städtischen Schulhaus an der Gabelsbergerstraße der jüdischen Volksschule Unterrichtsräume zur Verfügung gestellt worden, in denen die vier Oberklassen (5.-8. Schuljahr) unterrichtet werden. England. Im Einvernehmen mit maßgebenden Kreisen der englischen Judenheit hat sich vor einigen Tagen eine Sachverständigenkommission nach Ecuador begeben, um an Ort und Stelle die Möglichkeiten und Aussichten der Einwanderung, der industriellen und landwirtschaftlichen Ansiedlung zu prüfen. — Die Sammlungen des Councilfor Germanjewry haben bisher einen Betrag von insgesamt 470 000 Pfund in England ergeben. — Im englischen Unterhaus ist von dem konservativen Abgeordneten Loftus eine Bill eingebracht worden, die den Geschäftsschluß am Sonntag regeln soll. Bei der Lesung des Gesetzes rief eine Bestimmung, die vorsieht, daß Juden, die ihre Geschäfte am Sonnabend geschlossen haben, sie bis Sonntag mittag 2 Uhr öffnen können, eine lebhafte Debatte hervor. Diese Bestimmung wurde schließlich mit einer Mehrheit von 122 gegen 75 Stimmen angenommen. — Die in London und in einer Reihe anderer Städte Englands bestehenden Vereinigungen früherer jüdischer Frontsoldaten haben sich unter dem Namen „Verband früherer jüdischer Soldaten des British Empire" zusammengeschlossen und gehen nun daran, alle früheren jüdischen Soldaten in England, den Dominions, den Kolonien und Mandatsländern im Rahmen des Verbandes zu organisieren. An der Spitze des Verbandes stehen Lord Melchett, Oberst J. Levey und Oberst Goldrich. Frankreich. Bei den Kammerwahlen in Frankreich sind insgesamt 13 jüdische Abgeordnete gewählt worden. Unter ihnen befinden sich der Postminister im Kabinett Sarraut, Mandel, der Bürgermeister von Le Havre, Leon Meyer, sowie Leon Blum. Im Wahlkampf unterlegen ist der Kolonialminister Jacques Stern. — Der bekannte Chemiker Sir Robert Mond wurde mit der Würde eines Kommandeurs der französischen Ehrenlegion ausgezeichnet. — Die Psychoanalytische Gesellschaft Frankreichs veranstaltete anläßlich des 80. Geburtstages Sigmund Freuds, des Schöpfers der Psychoanalyse, im Richelieu-Saal der Sorbonne eine Festsitzung unter Vorsitz des hervorragenden französischen Psychiaters Prof. Henri Claude. Prinzessin Marie Bonaparte würdigte das Lebenswerk Freuds und die Bedeutung seiner Lehre. Der österreichische Geschäftsträger in Paris wohnte der Festsitzung bei. Griechenland. Das griechische Wirtschaftsministerium gab in letzter Stunde vor Eröffnung der Levante-Messe bekannt, daß Griechenland offiziell sich an der Messe nicht beteiligen werde. Als Grund hierfür wird die in Palästina herrschende Unsicherheit angegeben. Oesterreich. Aus einer Veröffentlichung der Schulverwaltung der Wiener Kultusgemeinde ist zu ersehen, daß die Bemühungen der Gemeinde um eine Gewinnung der jüdischen Jugend für das Judentum einen großen Erfolg gehabt haben. An den von der Kultusgemeinde in achtzehn Synagogen allwöchentlich veranstalteten Jugendgottesdiensten nehmen etwa 8000 Schulkinder teil. An dreiundfünfzig Bibelschulen wird für die Ergänzung des jüdischen Unterrichts an den öffentlichen Schulen gesorgt. Auch der schulentlassenen Jugend kommen die Bemühungen der Gemeinde zur Intensivierung des jüdischen Lebens zugute. — Zur Feier des 80. Geburtstages von Sigmund Freud hielt der Akademische Verein für medizinische Psychologie in Wien eine Festsitzung ab, in der die Professoren Wagner-Jauregg, Otto Pötzl, Otto Marburg und der Schweizer Professor Dr. Ludwig Binswanger sprachen. Professor Freud wurde eine Ehrenadresse überreicht, die von 200 führenden Schriftstellern aus der ganzen Welt unterschrieben ist. Unter ihnen befinden sich H. G. Wells, Romain Rolland, Thomas Mann, Jules Romain, Stefan Zweig u. a. Eine besondere Ehrung soll Professor Sigmund Freud durch Aufstellung einer Porträtbüste in der Hebräischen Universität in Jerusalem erfahren. — Im 69. Lebensjahre ist in Wien der Vorsitzende des Verbandes der jüdischen Lieferanten für Büro und Laden Schreibmaschinen aller Systeme Spezialtastaturen für Auswanderer auch hebräisch. Rudolf L. Kaufmann Leerbachstr. 116 Ruf 55593 DRUCKEREI FR. HESSEKIEL GEGRÜNDET 1905 Breitegasse 44 » Telefon 27528 Druckt sauber gut und preiswert **!SSSb*$j& t&^*t&' to ^>"V i>eV^° Pack« u. feidenpapier Druckfachen Durchfchreibebucher jeder Art EMIL STERN porzellanhofstr. 4 Tel. 24282 Moderner Bürobedarf Geschäftsbücher all. Arf Füllhalter-Füllbleistifte Tel. 32979 VO£|©l Kaiseistr. 49 Registraturen Geschäftsbücher Drucksachen Hermann LorQC & CO. 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