Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1936-06-01 · 9 (6.1936) · p. Seite 350

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
14 (1935-1936)
Issue
9 (6.1936)
Date
1936-06-01
Page
Seite 350 (sequence 24)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3094266-3094426-3094435--5248-3100058
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Seite 350 Adolf Dorfzaun Am 21. Mai vollendete Herr Adolf Dorfzaun sein 60. Lebensjahr. Aus dem Gemeindeleben der letzten Jahrzehnte, insbesondere aus dem Kreis der Gemeinde-Synagoge am Dominikanerplatz, ist seine Persönlichkeit nicht wegzudenken. In der Ritual-Kommission, im Kuratorium der Jeschiwa, im Vorstand des konservativen Gemeindevereins, sowie in allen Angelegenheiten der Synagoge arbeitet er eifrig mit. Besonders hervorgehoben zu werden verdient das Werk, das er in mühevoller Arbeit im Talmud-Thora Verein, insbesondere in der Organisation des Kinder-Fortbildungsunterrichts geschaffen hat. Er überzeugt die Eltern von der Notwendigkeit, ihren Kindern jüdisches Wissen zu geben, wirbt die Kinder für den Unterricht und überwacht den regelmäßigen Besuch. Neben dieser für einen Laien bewunderungswerten Tätigkeit beschafft er mit unermüdlichem Eifer und steter Opferbereitschaft den größten Teil der erforderlichen finanziellen Mittel. Der. herzliche Dank all derer, die ihn wegen seiner Selbstlosigkeit und Hingabe für die jüdische Sache schätzen und' verehren, sei ihm zu seinem 60. Geburtstag dargebracht. — In seinem Berufsleben erfreut sich Adolf Dorfzaun wegen seiner Gewissenhaftigkeit und strengen Rechtlichkeit hoher Achtung und Wertschätzung. Mögen ihm noch ungezählte Jahre in Gesundheit besehieden sein, und möge sich seine segensreiche Arbeit noch lange in unserer Gemeinde bewähren! Jüdische Chronik Deutschland. Barlin. Nach einer Bekanntmachung im „Reichsanzeiger" ist in Berlin eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung zur Verwaltung, Liquidation und zum Transfer von Vermögen jüdischer Auswanderer begründet worden. Geschäftsführer: Amtsgerichtsrat a. D. Dr. Aschner und Oberregierungsrat a. D. R. Kempner. Die Gesellschaft hat eigene Korrespondenzbüros im In- und Ausland, u. a. in Palästina, Südamerika, U.S.A. und Italien. — Der "Hilfsverein der Juden in Deutschland teilt mit: Die vom United Palestine Appeal angegebenen Zahlen über das Verhältnis der jüdischen Auswanderung aus Deutschland nach Palästina zu der nach anderen überseeischen Ländern bedürfen nach unseren Ermittlungen einer gewissen Klarstellung. Da sich die überseeische Auswanderung deutscher Juden auf mehr als vierzig Länder verteilt und sich in den mannigfachsten Formen vollzieht, ist es unseres Erachtens nicht möglich, schon jetzt genaue Zahlen über ihren Umfang vorzulegen, wodurch auch den Interessen der Allgemeinheit kaum genützt würde; doch hat der Hilfsverein jeden Grund zur Annahme, daß die Auswanderung nach Uebersee bis Ende 1935 höchstens um ein geringes schwächer gewesen sein kann, als die Auswanderung nach Palästina, d. h. daß nicht 30 °/0 der jüdischen Auswanderer aus Deutschland, die überhaupt nach Uebersee gingen, nach anderen Ländern als Palästina gelangten, sondern wahrscheinlich 50°/0, aber mindestens etwa 45 °/0. Daß aber in den letzten 31/« Monaten eine ganz außerordentlich starke Auswanderung nach dem nichtpalästinensischen überseeischen Ausland stattgefunden hat, dürfte nicht zu bestreiten sein, so daß nach Ansicht des Hilfsvereins insgesamt die Auswanderung nach den übrigen überseeischen Ländern seit 1933 nicht schwächer, sondern eher stärker gewesen sein dürfte, als die nach Palästina. — In Schivelbein fand die Amtseinführung des neuen Bezirksrabbiners für Hinterpommern statt. Anstelle des nach Stettin berufenen Rabbiners Karl Richter ist Herr Dr. Siegfried Scheuermann aus Frankfurt a. M. zum Bezirksrabbiner gewählt worden. — Breslau. Die Gemeindevertretung der Synagogengemeinde Bres- AUSWANDERER nach Erez " a-BIAilA Ländern kaufen ihr 1*WIHI \J Schillerstrasse 20 M ISAAC NEUMANN lau beschloß in ihrer Sitzung vom 6. Mai auf Antrag der Jüdischen Volkspartei, auf dem der Gemeinde gehörenden Friedhofsgelände Kosel Terrain für Schrebergärten zur Verfügung zu stellen. Außerdem sollen Freiplätze für die jüdische Jugend geschaffen werden. Ein weiterer Beschluß befaßt sich mit der Er- ' Weiterung und Umgestaltung des Breslauer Gemeindearchivs, der \ Bildung einer jüdisch-historischen Kommission für Schlesien und mit ) der Materialsammlung und Drucklegung der Geschichte der Juden / in Breslau. Das Archiv soll auch Kurse zur Einführung in das Lesen hebräisch geschriebener Urkunden veranstalten. — In den Morgenstunden des 12. Mai starb nach nur viertägiger Krankheit infolge einer Infektion Rabbiner Dr. Max Simonsohn im Alter von 48 Jahren. Dr. Simonsohn stammte aus dem Kreise Samter (Posen). Er absolvierte das Breslauer Jüdisch-Theologische Seminar, wo er 1913 durch Seminarrabbiner Professor Dr. Israel L e w y das Rabbinerdiplom erhielt. Im gleichen Jahre wurde er als zweiter Rabbiner an die konservative („Storch-") Synagoge der Breslauer Einheitsgemeinde berufen, wo er bis jetzt wirkte. Rabbiner Dr. Simonsohn hat mit aufopfernder Hingabe an zahlreichen Gemeindeorganisationen führend mitgearbeitet. Er ist der Begründer des orthodoxen Jüdischen Schulvereins (1921), der ein Reformrealgymnasium und eine Volksschule unterhält, und war seit der Gründungsein Vorsitzender. Seine weitere Arbeit galt u. a. der hebräischen Sprache, der Volkshochschule und dem Theologischen Seminar, an dem er seit mehreren Semestern talmudische Vorlesungen hielt. Alle Kreise der Gemeinde trauern über seinen plötzlichen Heimgang. — Chemnitz. Nach den Iwria-Banken in Leipzig und Breslau legt nunmehr auch die Genossenschaftsbank Iwria in Chem> nitz ihren Geschäftsbericht für ihr viertes Geschäftsjahr 1935 vor. In ihm wird festgestellt, daß die Bank Im Jahre 1935 in starkem \ Maße und mit befriedigendem Erfolg zur Förderung der jüdischen Existenzen im Chemnitzer Bezirk beigetragen hat. — Frankfurt a. M. Es wird uns mitgeteilt: Die Agudas Jisroel-Weltorganisätion hat für den Monat Marcheschwan des Jahres 5697 nach Jerusalem einen Kongreß einberufen. Man braucht nur an das zu denken, was in Verbindung mit der 1. und 2. Kenessio Gedaulo, die 1923'und 1929 in Wien stattfanden, geschaffen wurde, um zu ermessen, welche Aufgaben der 3. Kenessio Gedaulo zukommen. Als ein Beispiel sei die Beth-Jacob-Bewegung herausgegriffen, die in einem Schulwerk von 280 Schulen heute bereits 32 000 Mädchen betreut, die vorher eine jüdische Schulerziehung überhaupt nicht genießen konnten. Ein soziales Werk soll in Dutzenden von Ländern in den verschiedensten Städten aufgebaut werden. Nach dem Programm soll „die 3. Kenessio Gedaulo der ganzen religiösen Judenheit Gelegenheit geben, geschlossen zu den geistigen und wirtschaftlichen jüdischen Problemen der Gegenwart Stellung zu nehmen und zu deren Lösung beizutragen. Darüber hinaus wird die Kenessio Gedaülo eine machtvolle Willenskundgebung des jüdischen Volkes für Gott, seine Tora und sein Land darstellen". Die jüngsten, Ereignisse in Erez Jisroel geben der Wahl von Jerusalem als Tagungsort noch einen besonderen Sinn. Durch Erwerb des Sela-Scheines (Preis in Deutschland RM 1.—) sollen möglichst viele Juden ihrer Zustimmung zum Gedanken der Kenessio Gedaulo Ausdruck geben. Eine Konferenz, die in Verbindung mit einer internationalen Jugendtagung im Spätsommer dieses Jahres in der Tschechoslowakei statt- Bett-, Tisch-, Leibwäsche1 landarbeit-Decken [in grosser Auswahl bei sehrl i vorteilhaften Preisen R.&J. Marx1 iLiebfrauenstraße Inserieren hrinm Gewinn Neu eröffnet! ScüütiiDslflflüseizüng ANTON SCHIFF Schubmachermeister, seither in Langen liefert eine hervorragende u. elegante Qualitätsarbeit Oederwejjr 52 Laden gegenüber der Telef. 53493 Goetheapotheke ■ Für Answonilerer Moskitonetze Leinen-Anzüge _____Sonnenhüte elc. sowie sämtL Sportartikel, Sportkleidung, Faltboote, Zelte Am Schauspielhaus 2—4 Tel. 29335 Kaufe gut erhaltene IBerren'KleMer BAUMANN & _hÄNGSAM 7 Gr. Saodgasse 7 Tel. 27097 Familen« Anzeigen gehören in das Frankfurter Gemeindeblatt. j. R-iseniann Gegr. 1868 Fohrgosse 97 Tel. 23823 n Herren-, Knaben-, Sport-, Berufsu. Leder- Kleldung Große Auswahl Billige Preise Fachmännische Bedienung Für AUS wanderer Für den Sommer körper Elektrizität in jedem Gerät Fachmännische' Ausführung von-- Elektro - Arbeiten jeglicher Art' empfiehlt sich L E Ol S Ä A K Inn der Firma- .JEIamo" Savlgnystr. 35 Tel. 73087 R A DIO Bau von Hochantennen in allen Ausführungen Reparaturen elektr. Geräte oder Umstellung auf andere Stromarten werden bei guter und prompter Bedienung preiswert ausgeführt. Ueber 20jäbr.prakt.Erfhrg. Ia Ref.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.