Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 14 (1935-1936)
- Issue
- 9 (6.1936)
- Date
- 1936-06-01
- Page
- Seite 348 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 348 M. S. Fe i 11 e r Reuterweg 77 Telefon 51704 Versicherungen aller Art Verwaltungen sischer Landesverband, stellt Herr Rosenwasser die Frage, ob es nicht an der Zeit wäre, das Nebeneinander dieser beiden Zentralstellen aufhören und eine Verschmelzung stattfinden zu lassen, um schon hierdurch eine Ersparnis herbeizuführen. Ferner regt Herr Rosenwasser im Anschluss an die zu dem Kapitel Unterrichtswesen (Philanthropin) erfolgten Ausführungen der Herren Meyer und Gerlich an, die Gemeindeverwaltung zu einer stärkeren Einflussnahme auf den Lehrplan des Philanthropins zu veranlassen. Gegen die Ausführungen des Herrn Rosenwasser wendet sich Herr Dr. Freimann. Die Konservativen seien der Ansicht, daß die Herren Gemeinderabbiner ihre Tätigkeit in einer Weise ausüben, die auch der Jugend gerecht wird. Es seien eine Reihe von Institutionen vorhanden, in denen ganz besonders der Jugend die Möglichkeit gegeben wird, ihr jüdisches Wissen zu erweitern. Es 6ei nur auf die Jeschiwa und den Talmud Thora-Verein hingewiesen. Aus diesen Gründen, und um die Gemeinde bei der angespannten Finanzlage nicht noch mehr zu belasten, sehe die konservative Fraktion davon ah, einen Antrag auf Berufung eines konservativen Jugendrabbiners zu stellen. Die in der Gemeindeverwaltung tätigen Mitglieder der Konservativen . hatten es stets als ihre Aufgabe betrachtet, den Geist der Tradition in den Gemeindeeinrichtungen zu wahren. Es habe immer einzelne Mitglieder der Fraktion gegeben, die dem Zionismus nahestehen. Im ganzen hätten die Konservativen jedoch stets versucht, sich aus dem Streit der Parteien fernzuhalten und lediglich nach besten Kräften zum Wohl der Gemeinde zu arbeiten. Ein vom Vorredner gewünschter Anschluss oder eine Richtungsänderung kommt also nicht in Frage. Hiermit ist die Generaldebatte beendet. Es wird in die Spezialdebatte eingetreten. Hierzu wird von dem Vorsitzenden vorgesehlagen, zunächst die einzelnen Kapitel des Haushaltplans und zwar des ordentlichen Etats, des ausserordentlichen Etats, der Fondsverwaltung und der Nebenverwaltung in ziffermässiger Hinsicht festzustellen, nachdem, wie aus der Vorlage des Vorstands festgestellt wird, dieser sämtliche Kapitel der vorerwähnten Abteilungen des Haushaltplanes entsprechend den Beschlüssen der Gemischten Finanzkommission in Einnahme und Ausgabe festgesetzt hat. Es wird demgemäss beschlossen. Zugestimmt wird den vom Vorstand zu den einzelnen Kapiteln gefaßten Beschlüssen gemäß der bei den Akten befindlichen Zusammenstellung der Konsulenten. Der Vorsitzende gibt ferner Kenntnis, dass in Kapitel VI (Soziale Fürsorge) des vorgelegten Etats zu Titel 2a „Vorlehre" ein Betrag in Höhe von RM. 40.000.— eingestellt ist, dem auf der Einnahmeseite dieses Kapitels ein neuer Titel „Zuschuss aus Berlin" gegenübersteht, sodass die Endziffer dieses Kapitels gegenüber dem von der Gemischten Finanzkommission verabschiedeten Entwurf in Einnahme RM. 40.000.—, in Ausgäbe mit RM. 286.080.— geändert ist. Der Vorsitzende gibt ausserdem Kenntnis von den Vorstandsbeschlüssen betr. die Einrichtung einer Pauschentschädigung an die Finanzämter für die Lieferung der Besteuerungsmerkmale sowie für die Beteiligung bei der Zwangsbeitreibung, die in Höhe von RM 3.516.— in dem vorliegenden Haushaltsplan Kapitel XIII (Kultussteuer) Titel 1, bereits verrechnet ist. Ferner wird Kenntnis gegeben von dem Vorstandsbeschluss betr. die Beschaffung eines neuen Opelwagens (Leichenauto), für welche der Vorstand einen Kredit von RM. 6.000.— zu Lasten des außerordentlichen Etats bewilligt hat, der gleichfalls im vorliegenden Etat in Titel 2 des Extraordinariums verrechnet ist, wozu die Zustimmung der Gemeindevertretung erteilt wird. Es wird schließlich von dem Vorsitzenden darauf hingewiesen, daß, die in Kranken-Versicherung Versicherungen aller Art MAX MANSBACH Bpödep Grimmstrasse 7 — Tel. 47277 dem bezüglichen Vorstandsbeschluss angegebene Genehmigung der Aufsichtsbehörde zu dem Steuer- und Umlagebeschluß vom 23., 30. März/1. April 36 noch nicht eingegangen ist. Unter diesem Vorbehalt werden sämtliche Kapitel des vorliegenden Etatentwurfs im einzelnen und in ihrer Endsumme ziffermäßig durehgegeben und wie folgt festgestellt: Einnahme Ausgabe Abt. A Ordinarium Kap. I Allgemeine Verwaltung . . . 30.— 62.236.— II Synagogen und Betsäle . . 38.625.— 175.840.— III Rituelle Einrichtungen . . . 12.400.— 39.102.- IV Unterrichtswesen...... — 179.380.— V Kulturelle Einrichtungen . . 35.400.— 43.280.— VI Soziale Fürsorge...... 40.000.— 286.080.— VII Beiträge f. überlokale Zwecke — 102.120.— VIII Krankenhaus....... — 73.000.— IX Bestattungswesen..... 106.100.— 121.210.- X Grundstücksverwaltung . . . 20.349.— 50.000.— XI Pensionen und Renten . . . — 65.910.- XII Schulden und Zinsendienst . 4.710.— 151.954.- XIII Kultussteuer........ 1.096.132.— 65.376.- XIV Verschiedenes und Unvorher- 15.000.- 36.400.— XV Etatausgleich und Abschlußergebnis (Uebertrag aus dem Entschuldungsfonds) . . . 83.142.- — 1.451.888.— 1.451.888.- Abt. B Extraordinarium..... 10.000.— 10.000.— Abt C Fondsverwaltung...... 146.101.- 146.101.- Abt. D Nebenverwaltung..... 10.651.- 10.651.— zusammen 1.618.640. - 1.618.640.— Bei der Beratung der einzelnen Kapitel ergeben sich folgende Einzelheiten: Zu Kapitel II (Synagogen und Betsäle). Ein Antrag des Herrn Rosenwasser auf Anstellung eines Jugendrabbiners bezw. Bewilligung eines hierfür in dieses Kapitel einzustellenden Betrags wurde abgelehnt. Zu Kapitel IV (Unterrichtswesen). Die Beratung der von Herrn Gerlich und Genossen gestellten Anträge: 1) Ernstliche Durchführung des neuhebräischen Unterrichts nach modernen Gesichtspunkten in allen Klassen,. 2) Aufnahme des jüdischen Volkskundeunterrichts verbunden mit dem jüdischen Geschichtsunterricht in den Lehrplan, 3) Einführung der hebräischen Sprache als obligatorisches Unterrichtsfach wurde vertagt; inzwischen soll der Vorstand Gelegenheit zur Stellungnahme erhalten, insbesondere auch zwecks Feststellung, ob und inwieweit die in diesem Antrag enthaltenen Forderungen etwa schon erfüllt sind. Zu Kapitel V (Kulturelle Einrichtungen). Bei der Erörterung über die finanzielle Situation des Kulturbunds wurde von den Ausführungen des Herrn Oettinger Kenntnis genommen, daß künftig nicht mehr davon die Rede sein könne, dass das Kulturbundorchester von der Frankfurter Gemeinde allein getragen werde. Dies sei Sache einer grösseren Allgemeinheitreine Erörterung über diese Angelegenheit sei von Herrn Oettinger bereits bei den zuständigen Stellen eingeleitet. Zu Kapitel VI (Soziale Fürsorge). Es wird Kenntnis davon genommen, dass die zu den einzelnen Positionen nicht nur dieses Kapitels sondern des gesamten Etats von der Fjnanzkommission bestellten Referenten sich auch weiter dauernd um die Geschäftsführung der betr. Einrichtungen kümmern und Anregungen an die Gemeindeverwaltung geben sollen. Zu Kapitel VII (Beiträge für überlokale Zwecke). Im Anschluss an einen von volksparteilicher Seite gestellten Antrag auf Erhöhung des für den Keren Hajessod vorgesehenen..Beitrags von