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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1936-05-01 · 8 (5.1936) · p. Seite 307

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
14 (1935-1936)
Issue
8 (5.1936)
Date
1936-05-01
Page
Seite 307 (sequence 21)
Language
German
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Seite 307 HANS MARCUS TREU H'ÄN D ER FACHBERATER FÜR STEUER- UND DEVISE N RECHT GOETHESTR.5 TELEFON28561 2,6%. Selbständige Kaufleute waren nur mit 7,6% unter den Teilnehmern. Ungenaue Angaben hatten 7,2% gemacht. Bemerkenswert ist, dass die Mehrzahl der Hörer, und zwar 71,7%, im sogenannten Berliner Westen, wohnt. Ein wesentliches Anziehungsmoment in den Veranstaltungen des Jüdischen Lehrhauses war die sogenannte Donnerstag-Vortragsreihe, in der Dreigespräche über unsere heutige religiöse. Situation und unter dem Obertitel Eigenwelt und Umwelt im Werk jüdischer Gestaller sowie Jüdische Kultur heute Vorträge führender jüdischer Persönlichkeiten stattfanden. — Die Gesundheitsverwaltung der Berliner Jüdischen Gemeinde nimmt sich nach wie vor der Fortbildung der jüdischen Aerzte an. In der Zeit vom 15. April bis 15. Juli 1936 veranstaltet sie den 5. Fortbildungszyklus. Insgesamt stehen 31 Kursleiter zur Verfügung, darunter mimhafte Vertreter der verschiedensten Spezialgebiete. Ausser diesen, der praktischen Fortbildung dienenden Lehrgänge, werden wissenschaftliche Vorträge veranstaltet, die sich mit den verschiedensten Wissensgebieten befassen. — In Berlin ist eine jüdische private Musikschule errichtet worden, die am 15. Aprii ihre Unterrichtstätigkeit beginnen wird. Leiterin der Anstalt, die im Rahmen des Reichsbundes der jüdischen Kulturbünde gegründet worden ist, ist die Musikpädagogin Susanne Landsberg geb. Hollaender. Im Lehrplan dieses ersten jüdischen Konservatoriums ist der Unterricht in allen Musikfächern für Anfünger und Kinder bis zur künstlerischen Reife vorgesehen. Als Lehrkräfte werden an der Anstalt bekannte Musikpädagogen und ausübende Künstler tätig sein, die zum Teil dem Lehrkörper des ehemaligen Sternschen Konservatoriums angehört haben. Im P ahmen dieses Konservatoriums, das sich offiziell „Jüdische prh ate Musikschule Hollaender" nennt, wird auch eine Ausbildun rss^hule für Kantoren geführt werden. — Der Central verein veranst ltete für seinen verstorbenen früheren Direktor Dr. Ludwig H o 11 ä nder am Sonntag, den 5. April, eine Gedenkfeier. Zahlreiche jüdische Zentralorganisationen hatten zu der Feier Vertreter entsandt. — Professor Dr. Otto 0 p e t, ein bekannter Recht;wissenschaftler, vollendet am 1. April sein 70. Lebensjahr. Der Jubilar war jahrelang in Kiel als Professor der Rechtsgeschichte urd des Zivilrechts tätig. — Der Berliner Arzt Dr. S. London beging am 26. März seinen 50. Geburtstag. Seit vielen Jahren gehört Dr. London der religiös-liberalen Fraktion der Repräsentantenversammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde an und ist stellvertretender Vorsitzender der Gemeindevertretung. Er ist ferner Mitglied des Hauptvorstandes des C. V. und des Führerrats des RjF. — Bonn. Vom 30. März bis 1. April 1936 fand in Bonn eine vom Preussischen Landesverband jüdischer Gemeinden und der Reichsvertretung der Juden in Deutschland veranstaltete pädagogische Arbeitstagung der jüdischen Lehrer Rheinlands und Westfalens statt. An der Tagung nahmen fast 100 Lehrer, Volksschullehrer, Lehrer höherer Schulen und Religionslehrer teil. — Breslau. Der Vorsitzende des Vorstandes der Synagogengemeinde Breslau, Stadtrat i. R. Georg L e s s, beging kürzlich seinen 65. Geburtstag. — Dortmund. In der „Westfälischen Landeszeitung - Rote Erde" findet sieh ein Aufsatz von Staatssekretär Dr. Stuckart mit der Ueberschrift „Staatsbürger jüdischer Rasse — das war einmal! Die Punkte 4, 5 und 6 des Programms der NSDAP haben ihre gesetzliche Erfüllung gefunden." Staatssekretär Dr. Stuckart erörtert die weltanschauliche Stellung des Nationalsozialismus. — Köln. In einer Kuratoriumssitzun? der Jüdischen Lehranstalt Jawne in Köln wurde die Wiedereröffnung der Obersekunda zu Beginn des neuen Schuljahre5 beschlossen. Die Oberstufe dieser einzigen höheren jüdischen Schule im Rheinland und Westfalen war Ostern 1933 fortgefallen. Info'ge der fortschreitenden Abnahme der jüdischen Schüler an den Kölner höheren Schulen ist die Frage aufgetaucht, in welcher Weise die Religionslehrer der Synagogengemeinde anderweitig beschäftigt werden können. Entsprechende Entscheidungen werden räch Ostern getroffen worden. — Zum Nachfolger des nach Leipzig berufenen Königsberger Gemeinderabbiners Dr. Ochs wurde Rabbiner Josef Dünner aus Köln gewählt. — Mainz. Am 2. Mai besteht der Landesverband der Israelitischen Reli gionsgemeinden Hessens 10 Jahre. Während dieser Zit ist es dem Landesverband gelungen, wesentlicher Faktor für die Aufrechterhaltung jüdischen Lebens in den hessischen Gemeinden zu sein. Für die Kleingemeinden insbesondere hat der Verband viel geleistet. Er hat Wanderlehrer zur Verfügung ge teilt, Zuschüsse für die Erhaltung von Synagogen und Friedhöfen bewilligt und Kurse für Rabbiner und Lehrer eingerichtet. Vorsitzender des Landesverbandes seit seiner Begründung ist Kommerzienrat Bernhard Albert Mayer in Mainz. Am 3. Mai wird der Verband in Mainz einen ordentlichen Gemeindetag abhalten. — München. Die Israelitische Kultusgemeinde in Ludwigshafen am Rhein zählte i. J. 1925 noch rund 1400 Mitglieder. Bei der Volkszählung am 16. Juni 1933 wies sie nur noch 1120 Mitglieder auf. Der stetige Rückgang der Gemeinde al.-? einer jüdischen Grossgemeinde in der Pfalz kommt weiterhin darin zum Ausdruck, daß am 31. März 1936 nur noch 839 Mitglieder: der Gemeinde vorhanden waren. Die Jüdische Winterhilfe betreute 233 Gemeindemitglieder, oder 27 v. H. der gesamten in Ludwigshafen wohnenden Juden. — Für die Bevölkerungsbewegung einer bayerischen Mittelgemeinde sind Zahlen kennzeichnend, die die Veränderungen innerhalb der Israelitischen Kultusgemeinde Bamberg angeben. Die Gemeinde zählte im Jahre 1925 972 Seelen. 1933 824 und gegenwärtig 738 Personen. In den Jahren 1933, 1934 und 1935 wurden insgesamt zwei Geburten verzeichnet, denen fünfunddreissig Sterbefälle im gleichen Zeitraum gegenüberstehen. — Saarbrücken. Das in Saarbrücken erscheinen 'e Nachriehtenblatt für die Synagogengemeinden des Saarlam'es vom 3. April enthält folgende Bekanntmachung: Der Herr Reichskommissar für die/ Rückgliederung des Saarlandes, Abt. Kultus und Schulwesen, hat mit Schreiben vom 25. März 1936 den Synagogengemeinden desi- Kreises Saarbrücken folgende Mitteilung zugehen lassen, welche; die* Einsetzung von Herrn Dr. jur. Oskar Schloss zum Staatskom- missar festlegt: „Auf den Antrag der Synagogengemeinde Saarbrücken vom 10. März d. J. bestelle ich Sie hiermit zum Staatskommissar für die Synagogengemeinde Saarbrücken in jederzeit widerruflicher Weise. In dieser Eigenschaft obliegen Ihnen bis auf weiteres die Befugnisse, die ptatutenniässig den Organen der Synagogengemeinde zustanden. Alle Massnahmen, die von Ihnen als Staatskommissar getroffen werden, und die bisher der beschlussmässigen Entscheidung der Organe der Synagcgengcmeinde vorbehalten waren und der Genehmigung der staatlichen Aufsichtsbehörde bedurften, unterliegen auch weiterhin meiner Genehmigung. I. A. gez. Dr. Buech." Europa Bulgarien. Nach der letzten Volkszählung debulgarischen statistischen Amtes vom 31. Dezember 1934 sind von den rund 285.000 Einwohnern der Hauptstadt Sofia 26.000 Juden. England. Der Jüdische Nationalfonds in England erlässt an seine Spender und Mitarbeiter die Aufforderung, die Sammlungsaktion des Council for German Jewry zu unterstützen. — Der akademische Hilfsrat für ausgewanderte Gelehrte gibt bekannt, daß er von den Testamentsvollstreckern für den Nachlass von Miss Ida Bennike 1000 Pfund für seine Hilfsarbeit erhalten habe. — Der Ehrenvizepräsident der English Z ionist Federation, Dr. Montagu David E d e r, ist am 30. März in London am Alter von 71 Jahren gestorben. Als Arzt hat Dr. Eder insbesondere auf dem Gebiet der Psychoanalyse gearbeitet und in London eine psychoanalytische Klinik geleitet. Frankreich. Der französische Staatsrat hat ein von dem Bürgermeister der Industriestadt Valenciennes erlassenes lokales Schächt verbot für ungültig erklärt. Die von dem Staatsrat aufgehobene Verordnung des Bürgermeisters war im November 1930 erlassen worden. Zertrocöene Fpnstersctieilien? 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