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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1936-04-01 · 7 (4.1936) · p. Seite 271

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
14 (1935-1936)
Issue
7 (4.1936)
Date
1936-04-01
Page
Seite 271 (sequence 29)
Language
German
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Seite 271 Palästina-Berichte Einwanderung und Siedlung Wie in der „Official Gazette" bekannt gegeben wird, sind im Januar 1936 2432 Juden nach Palästina eingewandert. Von . diesen gehörten 297 der Kategorie der Einwanderer mit einem Kapital yon mindestens 1000 Pfund an. — Von gut informierter Seite wird das Kapital, das im Jahre 1935 nach Palästina neu eingeführt wurde, auf etwa 16 Millionen Pfund geschätzt. Politik High Commissioner Sir Arthur Wauchope hat den bisherigen Beamten der Haifaer Zweigstelle der Anglo-Palestine-Bank M. H a^m burger zum Hauptassistenten des Statistischen Amtes der Palästina-Regierung in Jerusalem ernannt. — Entsprechend einem von der Luzerner Tagung des Council der Jewish Agency gefassten Beschluss wurde bei der Executive der Jewish Ageney ein un- . ter der Leitung von Dr. Werner Senator stehendes Büro zur 0 rganisierung der Niehtzionisten innerhalb der Agency geschaffen. Das Büro hat seine Arbeiten bereits aufgenommen. — Auf Verlangen arabischer Posten sind 18 jüdische Arbeiter, die bei öffentlichen Arbeiten in Jaffa beschäftigt waren, sofort ent- — lassen worden. Wirtschaft Dieser Tage wurde der Grundstein zu einer neuen südlich an Jaffa anschliessenden jüdischen Arbeitersiedlung gelegt, die den Namen Kirjath Awoda führen wird. In der Siedlung sollen Häuser für 2500 Familien errichtet werden. — Die Stadtverwaltung von Jerusalem hat in einer Resolution die Regierung aufgefordert, den bereits in Tel Awiw und anderen Städten bestehenden Mieterschutz auch auf Jerusalem auszudehnen. — In der „Palestina Gnzette" wird amtlich bestätigt, dass die Errichtung der Rothschild Hadassa-Universitäts-Klin i k ein Unternehmen öffentlichen Charakters ist, für das die Bestimmungen der Bodenenteignungsverordnung anzuwenden sind. — Arabischen Pressemeldungen zufolge sind von der Postdirektion bereits die ersten Vorbereitungen zur Errichtung einer eigenen Telephonzentrale für Tel Awiw getroffen worden Man erwartet, dass die neue Telephonzentrale, die Tel Awiw von dem Jaffaer Telephonnetz unabhängig machen soll, schon im Juni d. J. fertiggestellt sein Avird. — Die Sammlungen für den Arbeits kosenfonds der Histadrut Haowdim, die auf der Grundlage der Selbstbesteuerung vor sich gehen, haben bereits die Summe von 50-000 Pfund weit überstiegen. Allein in Haifa wurden in zehn Tagen 10.000 Pfund aufgebracht. Arbeitergruppen und einzelne Arbeiter spenden grössere Summen, die für produKtive Arbeitslosenfürsorge, wie z. B. Bau vqn öffentlichen Gebäuden und Chausseen, Darlehen an Landwirte, die jüdische Arbeiter beschäftigen, verwendet werden. — 28.000 Liter Milch werden täglich von den jüdischen Milchwirtschaften nach Tel Awiv geliefert gegenüber mtr 15.000 im Februar des vergangenen Jahres. Die jüdische Milch hat die magere arabische fast ganz verdrängt. — Im vergangenen Jahr sind nach Palästina für 100.000 Pfund Zigaretten eingeführt worden. Unter Hinzurechnung der einheimischen Zigarettenproduktion zeigt es sich, daß der Zigarettenverbrauch in Palästina eine stattliche Summe ausmacht. — Die Aktiengesellschaft „Ohamej Tiberia", der die Termalbäder von Tiberias gehören, hat in ihrer unter dem Vorsitz von M. Rosenblatt abgehaltenen Generalversammlung beschlossen, das Aktienkapital von 55.000 auf 75.000 Pfund zu erhöhen. Mit Hilfe dieser Kapitalserhöhung sollen die vorhandenen Badeanlagen, die sich im Hinblick auf die wachsende Zahl der Besucher als unzureichend erwiesen haben, grosszügig ausgebaut werden. Bei der Durchführung der Erweiterungspläne wird eine grosse Zahl von Arbeitern für ein volles Jahr Beschäftigung finden. Die südafrikanische Investierungs-Gesellschaft Ifieo hat ein grösseres Aktienpaket übernommen. Wissenschaft und Kunst Als Dozent für neuzeitliehe jüdische Geschichte wurde der Lehrer für jüdische Geschichte, Literatur und Bibel am Jerusalemer Hebräischen Lehrerseminar, Benzion Dinaburg, an die Hebräische Universität berufen. Der neue Dozent wird seine Vorlesungen im Sommersemester beginnen. — Richard Beer- Hofmann hat dem Hauptbüro des Keren Hajessod in Jerusalem mitgeteilt, dass er im kommenden Monat Palästina besuchen werde. Die Dramen Beer-Hofmanns „Jaakobs Traum" und „Der junge David" wurden von der Habima in hebräischer Uebersetzung aufgeführt. — Prof. L. A. Mayer und Dr. A. Reifenberg, die im vergangenen Jahr eine alte Synagoge in Ashtamoa entdeckt haben, fanden nunmehr in dem im gleichen Distrikt gelegenen Khurbet Susiyeh abermals Ueberreste einer antiken Synagoge. — Der ex-Khedive von Aegypten, Abbas Hilrai Pascha, hat in Jericho ein grösseres Gelände erworben, auf dem das Palais für seinen Winteraufenthait nach den Plänen des bekannten Architekten Fritz Epstein in Tel Awiw (früher in Frankfurt am Main) erbaut wird. Allgemeines Im Einverständnis mit den führenden Rabbinern von Tel Awiw und unter ihrer Mitwirkung fand in feierlichem Rahmen (vine Zusammenkunft von über hundert Jugend füh rem der Organisationen Hapoel Hamisrachi, Poale Agudat Jisrael, Brit Jeschurun, Irgun ILizeirini Lelimude Hajerudot, Young Israel, Brie Akiba u a. m. statt, bei welcher die Gründung eines allgemeinen Verbandes der religiösen Jugend-Organisationen beschlossen wurde, der die Aufgilbe haben soll, ein religiös-kulturelles Zentrum für die Jugend in Tel Awiw zu schaffen. Anstalten und Vereine Israelitische Religionsschule Das Sommerhalbjahr beginnt Mittwoch, den 15. April 1936. Anmeldungen für die Anstalt Hermesweg und Unterlindau nimmt der Leiter, Herr Gemeintierabbiner Dr. J. Horovitz, entgegen und zwar: Im Schulgebäude Hermesweg 5-7 am Mittwoch, den 15. April von 2V2—3V2 Uhr, am Sonntag, den 19. April von 10—11 Uhr, im Schulgebäude Unterlindau 23 am Mittwoch, den 15. April von 4—5 Uhr, am Donnerstag, den 16. April von 4—5 Uhr. Ez Chajim Das Sommerhalbjahr beginnt Mittwoch, den 15. April 1936. — Unsere Fortbildungskurse in allen Fächern des jüdischen Wissens für Knaben vom 7. Lebensjahr an, beginnen unmittelbar nach Pessach in der Israelitischen Religionsschule, Hermesweg 7. Anmeldungen nimmt täglich zwischen 3 und 4 Uhr Herr Lehrer Simon Schereschewsky im Schulgebäude entgegen. Der C. V. teilt mit! \ Die Geschäftsstelle Frankfurt a. M. des Centraivereins, die den Ort Frankfurt a. M. sowie den Regierungsbezirk Hessen-Nassau und das Land Hessen betreut, erweitert ihre Büro- und Sprechstunden räume. x\b 1. April befindet sich die Geschäftsstelle Frankfurt a. M., Steinweg 9, Zimmer 75-7 7, Telefon: 25403. Sprechstunden: Montag, Mittwoch, Freitag von 11 -13 Uhr, sonst nach vorheriger telefonischer oder schriftlicher Anmeldung. Reichsverband der Jüdischen Kulturbünde in Deutschland Der Herr Reichsminister für Volksauf klärung und Propaganda (Reichskulturkammer) hat folgende Anordnung erlassen: Ich sehe mich veranlasst, erneut darauf hinzuweisen, daß es den Mitgliedern des jüdischen Kulturbundes untersagt

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