Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 14 (1935-1936)
- Issue
- 6 (3.1936)
- Date
- 1936-03-01
- Page
- Seite 220 (sequence 18)
- Language
- German
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S^ite 220 FÜR DAS NEUE FRÜHJARS-KLEID DIE MODISCHSTEN ZUTATEN DER SAISON den von Rosy Geiger-Kullmann selbst feinsinnig und doch bestimmt begleitet. Auch diese Vertonungen, die von der Romantik her bestimmt sind und auch den Einfluß Wagners erkennen lassen (dem sich ja so leicht keiner hat entziehen können) weisen durchweg Geschmack und hübsche melodische Wendungen auf;, sicher haben sie es, schon durch die Wahl des Vorwurfs, nicht leicht, neben dem vielen Herrlichen, was uns die großen Meister gerade in ihren Liebesszenen gee-chenkt haben, zu bestehen, und dem Referenten schien mitunter die Fülle des aufgewendeten Pathos den Eindruck eher abzuschwächen. — Mit ihrem schönen kultivierten Alt sang Paula Levi ausdruckvoll einen kurzen geistliehen Gesang (nach Tagore). Die abschließende Solokantate „Ruth und Boas", die das wundervolle Herbst- und Liebesidyll der Bibel in straff dramatische Form zusammenrückt, wußten Käte Ettlinger, Paula Levi und Hans Assenheim, dessen ergiebiger weicher Bariton bis auf einzelne leichte Forcierungen sehr vorteilhaft zur Geltung kam, eindringlich und stilvoll zu vermitteln. Hier ist der Komponistin, der wie allen Mitwirkenden und dem Textdichter Alfred Auerbach überaus herzlicher Beifall dankte, eine schlicht herzliche Vertonung gelungen, deren Bedeutung für jüdische Veranstaltungen und Feierstunden durchaus anerkannt sei. g. sch. Heiterer Abend im Saalbau Nicht oft besitzen Humoristen so viel Takt und Geschmack wie Joseph Plaut. Ein sicheres Gefühl für künstlerische Wirkungen bewahrt ihn vor Spässen und Derbheiten, mit denen viele Vortragskünstler ihr Publikum ködern zu müssen glauben. Plaut strebt keine Aktualität im Sinne des Kabaretts an, auch alles Satirische liegt ihm fern; mit warmem Herzen betrachtet er das Treiben der Menschen, ihre Schwächen mit liebenswürdigem, nachsichtigem Lächeln verklärend. Diese von Innen kommende Freundlichkeit bestimmt sein ganzes Repertoire. „Eine gute Laune" von Andersen bezeichnet gewissermassen die besondere Note seiner Rezitationskunst, und ähnlichen harmlosen Humor entwickelt die Groteske Marc Twains „Knipst Brüder", in der ein blöder Reim als Zwangsvorstellung verheerende Wirkungen ausübt. Den Höhepunkt seines (durch einen unvermutet eingelegten Sonderteil arg verkürzten) Programms bildete wieder die Tannhäuser-Parodie, in der Plaut mühelos die Partien des gesamten mitwirkenden Personals auf sich vereinigt. Man merkt dabei mit Vergnügen, welch guter. Musiker in ihm steckt. Ursache der plötzlichen Schrumpfung seiner dem Publikum in Aussicht gestellten Nummernfolge war augenscheinlich das Auftreten mehrerer tanz- und gesangsbegabter Kinder. Die Frage dürfte angebracht sein, ob es richtig ist, Jugendliche .in diesem Rahmen, dazu noch teilweise mit anzüglichen Texten, herauszustellen. . Nicht ganz wohl dürfte sich in solcher Gruppierung die Koloratursopranistin Fritzi Jockl gefühlt haben. Sie schuf gute Koiftraste zu den anderen Darbietungen durch mehrere geschmeidig und effektvoll gesungene Opernarien. (Nicolai, Verdi.) Mit Charme und sprühender Technik brachte die Künstlerin^ im zweiten Teil Strauß' FrühlingSstinimen-Walzer. Ein aus Berufsmusikern und Musikliebhabern ad hoc zusammengesetztes, uneingespieltes Orchester unter Max N e u m a n n bemühte sich künstlerisch um die Wiedergabe mehrerer Ouvertüren und Tänze. A. H. Musik und Dichtung des 19. Jahrhunderts Musik und Dichtung des 19. Jahrhunderts vermittelte ein weiterer Mittwochabend der Jüdischen Torikünstler in der Arnold Lazarus-Halle. Infolge besonderer Umstände, an denen die Vereinigung keine Schuld trägt, musste das Programm stark zusammengedrängt werden. Die vorgesehenen Rezitationen von Rudolf Ganz fielen völlig aus. Man hörte Lieder der Romantiker Schumann, Brahms und Hugo Wolf, denenErni S t e r n - F e Ltl e r eine feinfühlige Interpretin war. Ihr klarer, weicher Sopran ist von -reizvollem Timbre, und wird mit Geschmack behandelt; der durchaus. ungekünstelte Vortrag,' dem noch ein^ gewisser stärkerer Antrieb zustatten kommen könnte, verrät musikalisches Empfinden. Mit klangvoller Sprachstimme las Leni . S t einher g eindringlich — mitunter etwas zu sehr betönt — Gedichte von Rückert und Conrad Ferdinand Meyer. Die beiden Damen und Max Firnberg als sicherer, seiner Aufgabe voll gewachsener Begleiter vermittelten dem Publikum einen schönen, herzlich bedankten Abend. g. sch. Frankfurter Künstler auswärts In einem Konzert, der jüdischen'Kulturgemeinde Idar-Oberstein wirkte die Könzertsängerin A1 i c e B a e h r 'mit grossem Erfolg mit. - Die Sopranistin Trude.Strauss-Seewa 1 d, die ihre Ausbildung bei , der Gesangspädagögin Alice . Bäehr erh'aljfen hat, wirkte in verschiedenen Konzerten, in Südäeütsehlandi.erfolgreich mit. Die'-Kritik rühmt ihren ausgezeichneten,; gütgescnülten Koloratursopran. ',- ' v' Seit 2 Jahren Die Schule am Mittelmeer in Recco, Provinz Genua, Ifaiien Moderne Erziehung für Knaben und Mädchen jeden Alters. Wachsende Schülerzahl Keine Pevisenschwierigkeifen Massiger Preis. Beste Referenzen Grosser Park in herrlicher Lage, hervorragendes K'ima. 7 Monate Badezeit. Gebirgswanderungen. — Elastischer Studienplan. Vorbereitung zu Prüfungen. Berufsberatung und -Vorbereitung. Sprachen, geistige Schulung, Sport,gründlicher Werkunterricht, Haushalt. Leitung Dr. HanS Weil früher Privatdozent f. Pädagogik a. d. Universität Frankfurt a. M. 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