Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 14 (1935-1936)
- Issue
- 6 (3.1936)
- Date
- 1936-03-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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FRANKFURTER ISRAELITISCHES Amtliches Organ der Israelitischen Gemeinde Das Gemeindeblatt erscheint monatlich. Bezugspreis für Gemeinde mitglieder vierteljährlich 45 Rpfg. (einschl. Zustellungs- und Erhebungskosten). — Preis der Einzelnummer 25 Rpfg. — Jahresbezug für Nichtmitglieder der Gemeinde RM. 3.- zuzüglich Porto. — Schriftleitung: Fahrgasse 146; Fernsprecher: SammelnummerH. 27544. — Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 33521. — Anzeigenverwaltung: M. Isaac & Co., Reineckstr. 17/19, Telefon: 24888. — Anzeigen nach Tarif. — Anzeigenschluss für die nächste Nummer: 27. März 1936 — Die Schriftleitung übernimmt für den Inhalt des Gemeindeblattes nur die preßgesetzliche Verantwortung. Nachdruck nur mit Erlaubnis der Schriftleitung gestattet. 14. Jahrgang Frankfurt a. M., März 1936 Nr. 6 Die letzte EINTOPF- und PFUNDSAMMLUNG findet am Sonntag, den 8. März 1936 statt. Wir müssen dafür sorgen, dass die Not der 4400 Empfänger der Winterhilfe auch in den kommenden Wochen gelindert werden kann. PUR1M und PESSACH stehen bevor! Das Leitwort unserer Sammlung lautet deshalb: WER FEIERT, MÜSS OPFERN! Zum letzten Male ergeht in diesem Winter der Ruf der Jüdischen Winterhilfe: Gebt EURE EINTOPFSPENDE EURE PFUNDSPENDE UND EURE FESTSPENDE! JUED1SCHE WINTERHILFE - FAHRGASSE 146 - FERNSPRECHER 26703 - POSTSCHECK-KONTO NR. 66600 Piirim in Tel-Awiw vor einem Jahr von Rabbiner Dr. Georg Salzberger Wenn man, von Haifa kommend, nach mehr als dreistündiger Fahrt, die lange am Karmelgebirge vorüber, dann durch die weite, fruchtbare Saron-Ebene und ihre blühenden jüdischen Kolonien, immer aber der Meeresküste entlang führt, endlich in Tel-Awiw dem verstaubten Eisenbahnzug entsteigt, sieht man sich vergebens nach dem Bahnhof einer Großstadt um. Das Gebäude, das einen solchen vorstellen soll, gleicht mehr einem alten Güterschuppen Vergebens auch fragt man als verwöhnter Europäer nach einer Handgepäckaufbewahrungsstelle. Sonst reißen sich Träger um das Gepäck der Neuangekommenen, heute muß man's.vom Bahnhof den ungepflasterten Weg bis zur Allenbystrasse trotz der Hitze schon allein tragen, denn alle Hände und Füße sind heute anderweitig beschäftigt: heute ist P u r i m. Da kannst du lange stehen und auf einen der Autobusse warten: so viele ihrer daherrattera, alle sind überfüllt oder füllen sich rasch von drängenden, stoßenden Menschen. Wenn du Glück hast, erwischst du einen arabischen Zweispänner. Er kommt zwar nur im Schneckentempo vorwärts, so groß ist das Gewimmel in den Straßen, dafür kannst du' es von erhöhtem Sitz und einigermassen gemächlich überschaun. Welch ein Durcheinander von Zungen, Farben und Trachten, Kostümen