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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1936-02-01 · 5 (2.1936) · p. Seite 184

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
14 (1935-1936)
Issue
5 (2.1936)
Date
1936-02-01
Page
Seite 184 (sequence 22)
Language
German
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Seite 184 BMWPTO[^¥«A[Ü)F (SMuui FRANKFURT 2H. BLEIDENSTR. 3-5 Jüdische Chronik Deutschland. Berlin. Vor kurzem fand unter Vorsitz von Max M. Warburg eine gut besuchte Sitzung des Kuratoriums (des früheren geschäftsführenden Ausschusses) des Hilfs Vereins der Juden in Deutschland statt. Nachdem der Vorsitzende des verstorbenen Beamten des Hilfsvereins, Herrn Arthur Goldschmidt, gedacht hatte, erstattete Dr. Wischnitzer einen Bericht über die Tätigkeit des Hilfsvereins, die besonders seit Erlass der Nürnberger Gesetze an Umfang und Intensität stark zugenommen hat. Die Zahl der Beratungen ist jetzt wieder so hoch, wie sie in den Sommermonaten des Jahres 1933 war, d. h. sie beträgt monatlich 4000 oder mehr. Dfe finanziellen Aufwendungen für die Auswanderer, die zurzeit ganz überwiegend in überseeische Länder geleitet werden, sind von 25000 Mark im September auf 46000 Mark im Oktober und 66 000 Mark im November angewachsen (abgesehen von den Zuschüssen der Gemeinden im Reich), desgleichen die Zahl der beförderten Auswanderer von 204 im September auf 300 im Oktober und über 400 im November. Ausserdem wanderten viele in diesen Monaten aus, die nur die Beratung des Hilfsvereins, jedoch keine finanzielle Unterstützung beanspruchten. Den gewaltig gestiegenen Anforderungen der letzten Zeit begegnet der Hilfsverein durch einen starken Ausbau seines Apparates und die Hinzuziehung neuer Kräfte. Im Reiche werden 13 Beratungsstellen zu den schon bestehenden beiden in Hamburg und Bremen hinzukommen, u. zw. in Breslau, Königsberg, Stettin, Leipzig, Köln, Hannover, Kassel, Essen, Frankfurt, Mannheim, Karlsruhe, Stuttgart und München. In das Kuratorium (den früheren geschäftsführenden Aussehuss) wurden neu gewählt die Herren: Justizrat Dr Julius Brodnitz, Ministerialrat a. D. Dr. Otto Hirsch, Dr. Leo Löwenstein, Rechtsanwalt Dr. Julius L. Seligsohn, Dr. Herbert Sehönfeldt. In den Arbeitsausschuß des Kuratoriums, dessen Vorsitzender Max M. Warburg ist, wurden die Herren Dr. Otto Hirsch und Dr. Seligsohn kooptiert. — Vorsitzender des Geschäftsführenden Vorstandes fnaeh dem neuen Statut) wird der bisherige Generalsekretär, Dr. Mark Wischnitzer, ordentliches Mitglied Herr Henry Chassel, Hamburg, stellvertretende Mitglieder die Herren Samuel Lifschitz, Joseph Wahl, Dr. S. Kutscheroff, Dr. Arthur Prinz. Der Vorstand wird demnächst durch Hinzuziehung neuer Mitarbeiter erweitert werden. — Durch einen Runderlass des Reichs- und preussisehen Innenministers ist der Red Star Linie G. m. b. H. in Hamburg die Erlaubnis erteilt worden, von Antwerpen reichsangehörige nichtarische Auswanderer und ausländische Auswanderer nach den Vereinigten Staaten von Amerika zu befördern. — Wie der „Völkische Beobachter" meldet, wird auf Veranlassung von Staatskommissar Dr Lippert das seit 85 Jahren bestehende Stern'sehe Konservatorium in den Besitz der Stadt Berlin übergehen. Leiter des Konservatoriums soll Bruno Kittel, der Leiter des berühmten gleichnamigen Chors werden, der dem Konservatorium bereits seit dem 1. Juni des vergangenen Jahres kommissarisch vorsteht. — In der allgemeinen und inneren Verwaltung sind auf Grund des § 3 des Reichsbürgergesetzes 1 Verwaltungsgerichtsdirektor, 1 Oberregierungsrat, 1 Oberverwaltungsgerichtsrat, 3 Regierungsräte und 2 Landräte in den Ruhestand versetzt worden. — Wie die „Berliner Börsen-Zeitung" meldet, ist nach § 3 des Reichsbürgergesetzes ein Regierungsdirektor beim Polizeipräsidium in Berlin in den Ruhestand versetzt worden. — Wie die „Berliner Börsen-Zeitung" vom 25. Dezember meldet, hat der Reichs- und preussisehe Innenminister in einem Runderlass für alle Pölizeidienststellen des ganzen^ Reiches fortlaufend die zahlenmässige Aufstellung aller von der Polizei bearbeiteten Straftaten ab 1. Januar 1936 angeordnet. Als „Fälle" gelten bei der Zählung nur diejenigen Vorgänge, bei deren Bearbeitung sich bis zur Abgabe an die Staatsanwältschaft mindestens ein dringender Verdacht einer strafbaren Handlung ergeben hat „Versuche" zählen als vollendete Handlung. Als das wesentlichste Merkmal dieser neuen Reichs-Kriminalstatistik wird in der Mitteilung die strenge Unterscheidung zwischen Ariern und Nichtariern bei der statistischen Ermittelung bezeichnet. — Durch einen Runderlass des Reichsfinanzministers vom 3. Dezember 1935 sind eine Reihe von Zweifelsfragen aus den Lohnsteuerbestimmungen geklärt worden. Hiernach rechnen die von öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaften erhobenen Steuern im Rahmen der Lohnsteuerbestimmungen zu den abzugsfähigen Sonderausgaben, wenn die Religionsgemeinschaft als "Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt ist und es sich bei der Zahlung um eigentliche Steuern handelt, nicht dagegen um freiwillige Leistungen an diese Organisationen. — Die jüdischen Organisationen haben, in Berlin und im Reich während dervGhanukkawoche eine grosse Zahl von Chanukkafeiern veranstaltet, die durchweg stärksten Besuch aufwiesen; In besonders bedeutsamer Weise umrissen bei einer Feierstunde, die der Ceptralverehi <pef ceftte Frigidaire Der Kühlschrank für Haushalt und Gewerbe in allen Größen. Tel. 32554 General-Vertretung i Joh. 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