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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1936-01-01 · 4 (1.1936) · p. Seite 160

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
14 (1935-1936)
Issue
4 (1.1936)
Date
1936-01-01
Page
Seite 160 (sequence 30)
Language
German
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Seite 160 Umrahmt war der Vortrag nach nun schon schöner Gewohnheit von jüdischen Liedern und Weisen, und die einzelnen Bünde übertrafen sich förmlich beim Anstimmen neuer Melodien, sodaß die Zeit bis zum gemeinsamen Maariw-Gebet gut überbrückt wurde. Besondere Erwähnung verdient ein Sprechchor des „JPD Makkabi-Hazair". Und doch konnte man sich — wenn man ganz ehrlich sein will — des Eindrucks nicht erwehren, daß diese äussere Gestaltung des Oneg zu sehr dem Zufall überlassen geblieben ist. Es war fast eine Glückssache, daß der Liedervorrat reichte und bei den einzelnen Bünden zur Hand war. Sollte da nicht doch eine bessere Organisation am Platze sein? Ich möchte dazu einen ebenso einfachen wie m. E. praktischen Vorschlag machen, der vielleicht den ganzen Oneg Schabbat fördern kann. Ich schlage vor, die äussere Gestaltung des Oneg jeweils in die Hände eines oder zweier Bünde zu legen. Diese hätten dann für die Auswahl der Lieder, die Einstudierung von Spreehchören u. a. m. zu sorgen und die Verantwortung für das rein äussere und formale Gelingen zu übernehmen. Die Bünde könnten in zwangloser Reihenfolge zu dieser Aufgabe herangezogen werden und würden sicher ihren Ehrgeiz daran setzen, an die Reihe zu kommen und ihre Aufgabe gut zu erfüllen.- Da nur alle 6 Wochen ein solcher Oneg der Jugendkommission geplant ist, käme jeder einzelne Bund nur in weiten Abständen zu diesem Ehrenamt, sodaß eine Belastung für seine eigene Arbeit für ihn hieraus nicht erwachsen kann. Darüber hinaus würde auf diese Weise wahrscheinlich das Interesse der bündischen Jugend am gemeinsamen Oneg Schabbat stark erhöht, und dieser könnte durch den ständigen Wechsel in der Regie und die damit verbundene lebendigere, weil vielleicht einfallsreichere Programmgestaltung nur gewinnen. Eine gute Gelegenheit zu einem edlen Wettbewerb der Bünde und der Jugend überhaupt,um eine lohnende Sache und mit einem der Jugend gemässen Ziel. Selbstverständlich bliebe die Oberleitung in Händen der Jugendkommission und die innere Gestaltung (Auswahl des Referenten u. dergl.) wie bisher bei jedem Programmausschuss, der durch Vertreter der Jugendkommission und der bündischen Jugend gebildet wird. Jugendkommission der Gemeinde und bündische Jugend, sollte dieser Vorschlag nicht durchführbar und durchführenswert sein?! Dr. A. Lb. Makkabäerfeier im Sportverein Bar Kochba Es entsprach dem Geist im Deutschen Makkabi-Kreise, dass der SportvereinBarKochba seine Chanukka-Feier in tiefem Ernst und ohne die Geselligkeit beging, die über die Lage und die Fragen unserer Tage leicht hinwegtäuschen kann. Der grosse Saal des Vereinshauses trug nur den programmatischen Schmuck der blauweissen Fahnen, die Bühne war mit Lorbeerbäumen ausgekleidet und empfing ihren besten Schmuck zum Schluss durch die jugendlichen frischen Gestalten aus dem Bar Kochba und dem Makkabi hazair in ihrer blauweissen Tracht. Der Abend begann mit einem bemerkenswerten Debüt: die Jugendmusikgruppe, die von Walter Holzmann und Martha Wertheimer im Sommer 1935 ins Leben gerufen wurde und deren Leitung Herbert Fromm übernommen hat, bewies mit einer musikalischen Einleitung, einer „Palästinensischen Melodie" in der Einrichtung von Herbert Fromm, wie gut ihre jugendlichen Musiker von ihrem Leiter erzogen sind; sie lösten ihre Aufgabe mit echter Musizierfreudigkeit und schöner Disziplin, sauber und geschlossen. Nach dem Gedicht „Denen, die sich dem Volke weihen", das cand. med. Sametz verständnisvoll sprach, sang Sigi Grünglück das „AI hanissim" und entzündete die Lichter der Menorah. Der gemeinsame Gesang von „Moaus zur" leitete hinüber zu der eindrucksvollen Rede von Rabbiner Dr. L e m 1 e, der die Bedeutung des" Namens Makkabi gerade für diesen Kreis auslegte, von den Irrwegen sprach, die die Makkabäer gingen, weil sie fremde Kräfte in sich stark sein, fremden Machtbegriff und fremden Ehrgeiz in sich gross werden Hessen. Ohne das Alte, die echten Kräfte des Judentums, kann auch das Neue, der herrlich gewollte und mit Opfern erkaufte Aufbau des Landes, nicht der rechte werden. Das Symbol dieser Einheit wies er in dem Wasserturm, von dem die Menorah ins Land Israels strahlt. Den Abschluss der Feier bildete ein Spreehchor von Heinz Gochsheimer in der Einstudierung von Martha Wertheimer; Lieder des „Makkabi" durchzogen ihn, und die feierliche, gemeinsam gesungene Hatikwah endete den Sprechchor und den festlich-ernsten Abend. W. Chanukkafeiern der Sportvereine Chanukkahfeier des TSV. Schild Die erste Chanukkahfeier in Frankfurt überhaupt, eine Veranstaltung des TSV. Schild in den Räumen des Vereinshauses, war aussergewöhnlich stark besucht. Auch zahlreiche auswärtige Sportler waren mit ihrem Anhang erschienen. — Die Radsportabteilung des Vereins hatte es wie im letzten Jahr auch diesmal wieder übernommen, die Feier durchzuführen. Das umfangreiche künstlerische Programm wurde von dem bekannten Vortragskünstler Hanns Berka mit einer launigen Begrüssungsrede eröffnet. Fritz Michel, dem zusammen mit Walter Friedenstein die Gesamtleitung oblag, stattete nach einem kurzen Ueberblick über den Stand der Radsportabteilung der Vereinsleitung für ihre Unterstützung seinen Dank ab; dann wurde Dr. W. Rosenfeld, dem Vereinsleiter des Schild, von drei sehmuck gekleideten Sportlern eine Jubiläumsgabe überreicht. Vereinsleiter Dr. Rosenfeld dankte für die Ehrung und betonte in einer Ansprache die Notwendigkeit, den Kameradschaftsgeist noch weiter zu vertiefen, ebenso wie man sich für eine loyale Zusammenarbeit mit dem Makkabi einsetzen wolle. Anneliese Bender und Else Liebreich erfreuten das Publikum mit Gesang und die sechs kleinen Künstlerinnen der Tanzschule Gretl Hauck wurden begeistert beklatscht. Besonderen Anklang fand die komische Figur des „Brendelsehe Schnud" aus der Judengasse von Hans Berck. Zum ersten Male sah man auch jüdische Kunstradfahrer auf der Bühne agieren, und zwar zeigten Berthold Baum, Hermann Berger und Ernst Schönfeld die recht schwierige Leistung eines Kunstreigens mit freihändigem Steiger. — Im ganzem Hause herrschte freudige Chanukkahstimmung, die durch die Kapelle Horwitz-Eger auf beste gefördert wurde. Eine reichhaltige Tombola ließ alle auf ihre Rechnung kommen und auch die Jüdische Winterhilfe soll bei ihrer Sammlung recht gut abgeschnitten haben. L. W-s. Empfehlenswerte Hofeis, Pensionen, Cafes u. Gaststätten Sflnatorimn Dr. Kolmstomm KOMIGSTEIN I. TAUNUS Nerven- und innere Erkrankungen. Diätkuren Dr. M. Friedemann Dr. B. Spinak Schön möbl. Balfcon«Ziramer I mit fl. 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