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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1936-01-01 · 4 (1.1936) · p. Seite 153

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
14 (1935-1936)
Issue
4 (1.1936)
Date
1936-01-01
Page
Seite 153 (sequence 23)
Language
German
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Seite 153 . Jüdischer Arbeitsnachweis Männlich Tel. 46164 Quinckestr. 24 (Königswarterhaus) Sprechstunden: für gewerbliche Arbeitsuchende: Buchstaben A-M Montag von 10-12 Uhr, Buchstaben N-Z Mittwoch von 10-12 Uhr. für kaufmännische- Arbeitsuchende: Buchstaben A-M Dienstag von 10-12 Uhr Buchstaben N-Z Donnerstag von 10-12 Uhr. Freitags keine Sprechstunde! Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung! Nach vorheriger Anmeldung und Ausfüllung der Fragebogen (in der Geschäftsstelle erhältlich): Dienstag nachmittag von 16-18 Uhr. Wir suchen: Handwerkliche Lehrstellen in Stadt und Land, Anlernstellen in gewerblichen Betrieben. Wir empfehlen: bilanzsichere Buchhalter, sprachkundige Korrespondenten, flotte Stenotypisten tüchtige Lageristen, Expedienten, Verkäufer und Reisende aus allen Branchen. JÜDISCHE HAUSFRAUEN! Hauspersonal: An Stelle der ausscheidenden Hausgehilfinnen sind in reicher Auswahl gemeldet: geschulte Hausgehilfen und Ehepaare, ausserdem geeignete Kräfte für stundenweise . grobe Hausarbeiten wie: Küchenarbeiten, Kohlentragen, Teppichklopfen, Zimmer-Fußböden und Fensterreinigung etc. Krankenpfleger: für Einzelpflege und Nachtwache sind jederzeit nachzuweisen. HAUSBESITZER! Hausmeister, auch kinderlose Ehepaare mit handwerklichen, hauswirtschaftlichen und gärtnerischen Fähigkeiten, sind in grosser Zahl vorhanden. AUTOBESITZER! Chauffeure, ausgebildete Autoschlosser für Last- und Personenwagen, Reparaturen und Wagenpflege für Dauer- und Aushilfsarbeiten sind reichlich gemeldet. NACHHILFEUNTERRICHT! Für Nachhilfestunden in Sprachen, Mathematik und anderen Fächern, sowie Beaufsichtigung von Kindern, stehen dauernd geeigente Kräfte 'zur Verfügung. Unsere gemeinnützige Schreibstube nimmt jederzeit Vervielfältigungsarbeiten, Adressenschreiben usw. bei prompter Ausführung entgegen. Ueber 1000 Arbeitssuchende sind bei uns gemeldet und warten ARBEITGEBER! Fast 1000 Arbeitsuchende sind bei uns gemeldet und warten auf Unterbringung! Jeder jüdische Arbeitgeber wende sich bei Freiwerden von Arbeitsplätzen an uns! Die Kriegsbeschädigten, Frontkämpfer, Kinderreichen und sonstigen älteren Angestellten und Arbeiter bedürfen besonderer Berücksichtigung. ARBEITGEBER! HELFT DIE NOT DER JÜDISCHEN ARBEITSLOSEN LIN¬ DERN! MELDET UNS SOFORT JEDE VORKOMMENDE DAU¬ ER- UND AUSHILFSARBEIT! Berufsberatung und Arbeitsnachweis für Juden, E.-V. Quinckestr. 24, Telefon 46164 Quinckestr. 24, I. Stock, Telefon 46164, Postscheckk. Ffm. 43048 UNENTGELTLICHER ARBEITSNACHWEIS UND BERUFSBERATUNG der weiblichen Fürsorge E. V. für Jüd. Frauen und Mädchen Frankfurt am Main Hans Handwerkstr. 3 Tel.: 25462 Sprechstunde: Montag, Dienstag, Mittwoch 3-6 Uhr. Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung: Donnerstag 4-6 Uhr. Die Hausfrauen werden dringend gebeten, ihre Aufträge entweder persönlich in' den Sprechstunden (Montag bis Mittwoch 3^6 Uhr) oder schriftlich aufzugeben. Telefonische Aufträge seitens der Hausfrauen können aus technischen Gründen leider nicht angenommen werden. Sekretariat für Bildende Kunst Beim Reichsverband der Jüdischen Kulturbünde in Deutschland (Sitz Berlin) ist ein „Sekretariat für Bildende Kunst" errichtet-worden. Die Adresse der Geschäftsstelle lautet: Jüdische Künstlerhilfe, Berlin-Chbg., Kantstrasse 158. Das Sekretariat hat die Aufgabe, die in Deutschland lebenden jüdischen Maler, Bildhauer und Graphiker zu erfassen und in ihren künstlerischen Angelegenheiten sachkundig zu beraten. Seine Tätigkeit soll darin bestehen, durch die Veranstaltung von Ausstellungen verschiedener Art und sonstige fördernde Maßnahmen die Beziehungen zwischen den jüdischen bildenden Künstlern und dem jüdischen Publikum in Berlin und im Reich möglichst eng zu gestalten, sowie darüber hinaus die Interessen der in Deutschland lebenden jüdischen Künstler im jüdischen Bereich wahrzunehmen. Das Sekretariat bietet nunmehr allen in Frage kommenden Künstlern, die sich bisher noch nicht beim Reichsverband der Jüdischen Kulturbünde in Deutschland angemeldet haben,Gelegenheit, ih reAnmeldung biszum 15. J an u a r 1936 zuvollzieh e n. An Ausstellungenund anderen künstlerischen Veranstaltungen können von jetzt ab nur solche Künstler teilnehmen, die diese Anmeldung erstattet haben. Von allen geplanten Veranstaltungen jüdischer bildender Künstler muß das neugegründete Sekretariat rechtzeitig in Kenntnis gesetzt werden, da es die Genehmigung zu vermitteln hat. 75 Jahre Frankfurter Hauptsynagoge Am Freitag, den 23. März 1860, es war der 1. Nissan, wurde in der Frankfurter Judengasse in festlicher Weise die Hauptsynagoge eingeweiht. Fünf Jahre lang wurde an der Stelle Stein auf Stein errichtet, an der durch die bewegten Zeiten der Geschichte der Frankfurter Judengasse die Synagoge der Gemeinde stand. Es war nicht das ursprüngliche Gotteshaus, das der Hauptsynagoge weichen musste. Der Bau des 17. Jahrhunderts, der an der Stätte der Hauptsynagoge stand, hatte bereits manche Vorgänger. Auch als die Judengasse gefallen war, blieb die Hauptsynagoge ein Sammelpunkt jüdischen Lebens in Frankfurt am Main. In dem Festgottesdienst, den der Vorstand der Hauptsynagoge am Sabbat Chanukkah veranstaltete und zu dem sich die Vertreter der gemeindlichen Körperschaften und der Gemeindevereine in der mit jungem Grün geschmückten Hauptsynagoge eingefunden hatten, schilderte Rabbiner Dr. Georg Salzberger die Bedeutung dieses Gotteshauses für die Gemeinde Frankfurt und für den religiösen jüdischen Liberalismus in Deutschland. Der Kampf der Makkabäer gegen Assimilation und Erstarrung war ihm der geschichtliche Hintergrund für die ersten Epochen des religiösen Liberalismus : Bewahrung vor dem Abfall, Verlebendigung des Erstarrten setzten sich die zur Aufgabe, die mit der Einrichtung eines liberalen Gottesdienstes in Frankfurt eine neue Bewegung im deutschen Judentum auslösten. Wie sehr sich durch die Jahrzehnte auch die Beziehung des Juden zur Umwelt gewandelt hat, die Aufgabe des .Liberalismus, so legte Dr. Salzberger dar, ist lebendig wie von Alifang an. Er nannte die Namen derer, die an der Hauptsynagoge wirkten, voran Rabbiner Dr. Leopold Stein, und zeigte in welchem Masse bedeutende Männer zu Trägern' jüdischer Aufgaben an dieser Stätte geworden waren. Rabbiner Dr. Salzberger schloss seine Predigt mit einem aufrichtenden Bekenntnis zur jüdischen Zukunft. Dr. Warmbrunn überbrachte die Glückwünsche des Gemeindevorstandes für die Synagogengememde und für alle im Dienste des Gotteshauses tätigen. Gesänge des Synagogenchors unter Artur Holdes Leitung umrahmten die Feier, die in ihrem schlichten Ernst den feierlichen Freitagabend-Gottesdienst beschloss. h. Vortragsabend Alfred Auerbach Alfred Auerbach veranstaltet am 11. Januar 1936 im Saal' der Unterlindau 21 einen Abend, in dem er das Programm seines grossen Erfolgs im Berliner Kulturbund zum Vortrag bringt.— Die Leitung des Kulturbunds Berlin bestätigte dem Autor und Sprecher den Eindruck seines Abends in dem grossen Saal der Loge Kleiststrasse, Berlin mit den Worten: „Der Saal war übervoll, das Publikum ging erfreut mit." Veranstaltungen der Jüdischen Tonkünstler Frankfurts Mittwoch-Konzerte in der Arnold Lazarus-Halle Das XVII. Mittwoch-Konzert bringt am 8. Januar 1936, abends 20V4 Uhr, einen Kammermusikabend mit Trios von Haydn, Beethoven und Brahms. Ausführende sind: Lilly Schwarz-Mayerhof er (Klavier), Theo Ratner (Violine), Rudolf Döblin (Violincello). — Als XVIII. Mittwoch-Konzert-folgt am 29. Januar, 20»/4 Uhr, ein „K o mp o s iti ons ab end Ros-y Geiger-Kullmann". Solisten sind: Käthe Ettlinger (Sopran), Paula Levi (Alt), Herbert Hess (Tenor), Hans Assenheim (Bariton), Rosy Geiger-Kullmann und Hedwig Bergmann (Klavier). Zur Aufführung gelangen u. a. eine Bailet-Suite, Opernszenen sowie die Solokantate „Ruth und Boas" als Uraufführung. — Karten zu den Konzerten jeweils 14 Tage zuvor bei den bekannten Verkaufs-- stellen.

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