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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1936-01-01 · 4 (1.1936) · p. Seite 152

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
14 (1935-1936)
Issue
4 (1.1936)
Date
1936-01-01
Page
Seite 152 (sequence 22)
Language
German
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Seite 152 Palästina-Berichte Politik Seitens der Palästina-Regierung wird amtlich mitgeteilt,dafi der High Commissioner Sir Arthur Wauchope den Präsidenten der Jewish Agency und der Zionistischen Organisation Dr. Chaim Weizmann sowie andere jüdische Führer für Sonntag, den 22. Dezemher, eingeladen hatte, um ihnen die Schaffung eines Legislative Council für Palästina anzukündigen. Die Ankündigung des Legislative Council vor den Führern der palästinensischen Araber wurde nach einer, nachträglich von der Regierung bestätigten Meldung des Muftiblattes „El Liwa" für Sonnabend, den 21. Dezember, festgesetzt. Aus den bisherigen Bekanntmachungen der Palästina-Regierung ist noch nicht zu ersehen.weleher Zeitpunkt für die tatsächliche Einsetzung des proklamierten Council in Aussicht genommen ist. — Die abgeschlossene Zählung der bei der Neuwahl des Stadtrates von Tel Awiw abgegebenen Stimmen zeigt folgendes Endergebnis: An den Wahlen haben insgesamt 21.677 Wahlberechtigte teilgenommen. Die Arbeiterpartei erhielt 8709 Stimmen, die „Zentristen" 8651 Stimmen, auf die Liste des bisherigen Bürgermeisters Meir Dizengoff entfielen 2007, auf die verbundenen Listen der fortschrittlichen Zionisten und der Hitachdut Ole Germania (Liste Dr. Felix Rosenblüth) 1632 Stimmen. Von den zu vergebenden 15 Mandaten erhalten die Arbeiterparteiler und die Zentristen je 6; die sechs Mandate der Zentristen werden folgendermäßen verteilt: je. ein Mandat fällt an die Gruppen des Vizebürgermeisters Rokeach, Shatzows, der Revisionisten und des Misrachi,- während die Gruppe der Hausbesitzer zwei Mandate erhält. Das 13. und 14. Mandat wurde der Liste Dizengoff bezw. Rosenblüth zugesprochen. Das 15. Mandat ist noch strittig; es wird entweder an die Gruppe Dizengoff, den Hapoel Hamisrachi oder an den sephardischen Listenführer Benvenisti fallen. — Der High Commissioner von Palästina Sir Arthur Wauchope, machte der Stadt Haifa einen Besuch. Er versprach bei dieser Gelegenheit der Stadtverwaltung, dass die Palästina-Regierung eine Subvention von 18.000 Pfund in diesem Jahr der Stadt gewähren würde; im nächsten Jahre solle die Subvention erhöht werden und 33.000 Pfund betragen. Weiterhin werde eine Beihilfe von 25.000 Pfund für die Anlegung öffentlicher Parks gewährt werden. — Bisher unbestätigten Gerüchten zufolge sind Verhandlungen zwischen der englischen Regierung und König. Bbn .Saud über den Hafen von Akaba, auf den sowohl Transjordanien als der Hedschas Anspruch erheben, eröffnet worden. In diesen Verhandlungen soll auch die Errichtung von Flughäfen längs des Persischen Meerbusens besprochen werden. Im Zusammenhang mit diesen Verhandlungen habe ein englischer Vertreter Ibn Saud besucht. Einwanderung . - Im Monat Oktober hat die Palästina-Regierung 40 jüdischen Aerzten und einem arabischen Arzt die Erlaubnis zur Ausübung der Praxis erteilt. Ferner wurden zur Praxis zugelassen 8 jüdische Apotheker, 7 "jüdische ZäTmärzte, sowie 2 jüdische und eine arabische Hebamme. Wirtschaft und Siedlung1 Im Monat Oktober sind durch die American Palestine Corporation allein 586.000 Pfund nach Palästina gebracht worden. Der Kapitalszustrom in diesem Monat wird insgesamt auf eine Million Pfund geschätzt. — Der Wert der Einfuhr aus Deutschland nach Palästina betrug im ersten Halbjahr 1935 1,082.000 Pfund gegenüber 859.000 Pfund im vergangenen Jahr. Die Ausfuhr nach Deutschland ist von 593.000 auf 248.000 Pfund gefallen. Nach England wurden im ersten Halbjahr 1935 Waren im Werte von 2,096.000 Pfund ausgeführt, während die Einfuhr aus England bloss 1,441.000 Pfund betrug. Die Steigerung des Exports ist häuptsächlich auf den grösseren Absatz von Zitrusfrüchten zurückzuführen. Im ersten Halbjahr 1934 herrschte zwischen der Ausfuhr nach und der Einfuhr, aus England mit 1.380.000 Pfund Gleichgewicht. — Nach den Schätzungen des Landwirtschaftsdepartements der Palästina-Regierung wird der Gesamtexport an Zitrusfrüchten in diesem Jahre 7,750.000 Kisten, u. zw. 6,500.000 Kisten Orangen und 1,250.000 Kisten Grapefruit betragen. Bis Mitte November wurden von der diesjährigen Ernte 361.000 Kisten Orangen verladen. Die arabische Presse weist darauf hin, dass der Touristenverkehr vor. den diesjährigen Feiertagen äusserst schwach ist. Während im vergangenen Jahr in den Monaten Dezember bis März 31 Sonderschiffe mit Touristen nach Palästina kamen, sind für dieses Jahr bisher erst drei Schiffe angekündigt. Der Rückgang des Touristenverkehrs wird auf die Unsicherheit der internationalen Lage zurückgeführt. Geschädigt ist insbesondere der arabische Bevölkerungsteil, da die Reiseagenturen zum grossen Teil in arabischen Händen liegen, und die Touristengesellschaften arabischen Führern anvertraut und in arabischen Hotels untergebracht werden. Wissenschaft und Bildung In der Haifaer Gartenstadt Hadarharkarmel wurde der Grundstein zu einer von der Alliance Israelite Universelle gestifteten Schule gelegt, die den Namen des kürzlich verstorbenen Präsidenten der Alliance, Prof. Sylvain Levi, tragen wird. Die Schule wird 1000 Schülern Plate bieten, die Kosten sind auf 12.000 Pfund veranschlagt.' Allgemeines Die Stadtgemeinde Tel Awiw hat der Führerin der Jugendalija-Bewegung Henrietta Szold in Anerkennung ihrer Verdienste auf dem Gebiete jüdischer Sozialfürsorge das Ehrenbürgerrecht verliehen. Miss Szold ist die erste Frau, der diese Ehrung zuteil wird. — Die Gemeinde Tel Awiw hat beschlossen, 500 Pfund einem Fonds zuzuführen, der für die Erhaltung für die Hinterbliebenen Oberrabbiner Kuks bestimmt ist. — Die Palästina-Regierung hat eine Kommission zur Auswahl eines h e b r ä i sehen Ansagers für den palästinensischen Rundfunk ernannt. Der Kommission gehören Dr. Jizchak Epstein, Channa Rowina und A. Yellin an. Anstalten und Vereine Jüdische Beratungsstelle für Wirtschaftshilfe Frankfurt a. M., Quinckestrasse 24, (früher Königswarterstrasse) Tel. 46976, Postscheckkonto: „Jüdische Nothilfe 1933" Frankfurt a. M. 29990 Sprechstunden: Wirtschafts- und Rechtsberatung: Dienstag, 16^-18, Donnerstag, 16-17% Uhr. Umschichtung, Erstausbildung, Jugendalijah: Montag und Mittwoch, 10-12 Uhr, Dienstag und Donnerstag, 17-19 Uhr. Rechtsberatung: Soweit einzelne Rechtsangelegenheiten eingehende Bearbeitung erfordern, werden bedürftige Rechtssuchende den hiesigen jüdischen Anwälten zur unentgeltlichen Beratung auf deren Büro überwiesen. Kurse in Französisch, Englisch, Büchführung, Stenographie für Anfänger und Fortgeschrittene. Anmeldungen. Eschersheimerlandstrasse 65 (Jugendheim). Juristisch-wirtschaftliche Beratungsstelle des C.-V. Die juristisch-wirtschaftliche Beratungsstelle des Centraivereins, Landesverband Hessen-Nassau und Hessen und Ortsgruppe Frankfurt a. M., Steinweg 9, Zimmer 22, (Sprechstunden: Montag, Mittwoch und Freitag zwischen 11 und 13 Uhr) erteilt im Einvernehmen mit den jüdischen Spezialorganisationen im Rahmen der Richtlinien der Reichs Vertretung der Juden in Deutschland Rechtsauskünfte in allen juristischen und wirtschaftlichen Fragen, die mit der neuen Gesetzgebung zusammenhängen. Ferner werden Kollektiv- und Einzel schritte bei Behörden und Verbänden bearbeitet. Um eine unnötige - zeitraubende Belastung der Beratungsstelle, welche jedem Juden deutscher Staatsangehörigkeit zur Verfügung steht, zu vermeiden, wird gebeten, alle für die Auskunft wichtigen Belege mitzubringen und die Sprechzeit möglichst einzuhalten. , Tagesheim der erwerbslosen jüdischen Jugend Quinckestr. 24, Erdgeschoss. — Postscheck-Konto Ffm 39333 Leitung: Dr. Fritz Mayer (Sprechstunden: Montag bis Freitag, ausser Dienstag, 10-11 Uhr.) Schreinerlehrwerkstätte: täglich von 8-12 und ron 14-18 Uhr. . Schuhmach er lehrwerkstätte: täglich von 14-18 Uhr. Gartenbau: täglich von 8-12 und von 14-18 Uhr. Kurse: Deutsch, Neuhebräisch, Französisch^ Englisch, Geschichte und Erdkunde. ■ ..' ■ Zu den Lehrwerkstätten und Kursen können nur männliche jugendliche Erwerbslose zugelassen werden. - "Guterhaltene Schreibmaschine für Lehrzweeke geschenkweise oder gegen Bezahlung gesucht: Angebote mit Angabe des Systems und evtl. des Preises an: Männlicher Arbeitsnachweis, Quinckestrasse 24 I, Telefon: 46164. X

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