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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1936-01-01 · 4 (1.1936) · p. Seite 145

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
14 (1935-1936)
Issue
4 (1.1936)
Date
1936-01-01
Page
Seite 145 (sequence 15)
Language
German
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Seite 145 Bekanntmachungen des Steueramts Alle Kultussteuer- und Gemcind'egeldzahlungen sind an die Steuerkasse der Israelitischen Gemeinde, Fahrgasse 146, (Postscheckkonto Nr. 800 Ffm.) zu leisten. Ausgenommen sind lediglich Zahlungen auf Rückstände, die sich in Vollstreckung Definden. Solche Rückstände sind an die Finanzkasse zu leisten, von der sie vollstreckt worden sind. Kultussteuer und Gemeindegeld 1935/36 a) Veranlagte. (Frühere Finanzamt-Veranlagte.) Die Kultussteuer- und Gemeindegeldveranlagungen sind den Pflichtigen zum grössten Teil zugegangen. Die erste Vierteljahrszahlung war am 10. Juni ds. Js., die zweite am 10. September ds. Js. fällig. Die drittoRate war am 10. D fe z e m b e r 19 3 5 fällig. Diejenigen Steuerpflichtigen, denen oiii Veranlagungsbeseheid pro 1935 nicht zugegangen ist, haben zu den regelmässigen Zahlungsterminen (10. 6., 10. 9., 10. 12. 35 und 10. 3. 36) Vorauszahlungen in der Höhe eines Viertels der gesamten Kultussteuer 1934 (einschliesslich Nachveranlagung, zu leisten. b) Nur-Lohnsteuerpflichtige Die Veranlagungen wurden den Pflichtigen im Laufe des Monats Juli zugesandt. Die erste Rate war binnen zwei Wochen nach Zustellung der Veranlagung, die zweite bis zum 1. November ds. Js. (unter Angabe der Stcuernummer) zu entrichten. c) Nur Gemeindegeldpflichtige Gemeindegeldpi'lichtig ist jedes volljährige Gemeindemitglied ohne Rücksicht darauf, ob es irgendwelche Reichs- oder Kultusstcuern entrichtet. Für Ehegatten, die nicht getrennt zur Kultussteuer veranlagt sind, wird das Gomeindegeld nur einmal veranlagt und erhoben. Die Veranlagungen wurden den Pflichtigen im Laufe des Monats Juli 35 übersandt. Das Gemeindegeld ist 4 Wochen nach Zustellung des Bescheides fällig geworden. ■* Wir ersuchen die Gemeindemitglieder dringend, die in den Veranlagungsbescheiden, bezw. in der vorstehenden Bekanntmachung verzeichneten Zahlungstermine genauestens innezuhalten. * NachvergeblicherMahnungerfolgtdieBeitreibung zuzüglich der Kosten durch die zuständige Vollstreckungsstelle des Finanzamtes. - * Die Steuerkasse der Israelitischen Gemeinde ist werktäglich von 8% bis 12% Uhr geöffnet. Die Sprechstunden finden zu gleicher Zeit statt. Für ältere und gebrechliche Personen steht der Personenaufzug zur Benutzung frei. Ffm., den 2. Januar 1936 VORSTAND DER ISRAELITISCHEN GEMEINDE Steueramt Aus der Gemeindevertretung Sitzungsbericht von Bürodirektor I. Meyer; In Anwesenheit von 28 Gemeinde Vertretern und 6 Mitgliedern des Gemeindevörstands eröffnet der Vorsitzende, Herr Dr. Richard Merzbach, die Sitzung. Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte der Vorsitzende des schweren und schmerzlichen Verlustes, den die Gemeindevertretung und die gesamte Gemeinde durch das Hinscheiden des Gemeindevertreters, Herrn Jacob Stern-Bing, -erlitten hat. Die Gemeindevertretung habe mit ihm einen Mann verloren, der trotz der kurzen Zeit seiner Tätigkeit innerhalb und ausserhalb dieses Rahmens Vieles und Gutes geleistet hat. Die hervorragenden Gaben seines Geistes, sein klarer Blick und seine aussergewöhnliche Befähigung auf wirtschaftlichem Gebiet hätten ihn zu einem der geschätztesten Mitarbeiter gemacht und hätten ihn insbesondere auf dem Gebiet der Gemeindefinanzen über das übliche Mass verwaltungsmässiger Befähigung herausgehoben. Aber auch sonst sei er an allen Angelegenheiten der Gemeinde stark interessiert gewesen. Vorbildlich sei seine Wirksamkeit im Vorstand der Westendsynagoge gewesen, in welchem er viele Jahre lang sich für die würdige Ausgestaltung dieses Gotteshauses und seine« Gottesdienstes in beispielgebender Weise eingesetzt hat. Er habe sich hier und in der Gemeindevertretung duch seine freundliche, offene Art nur Freunde erworben. Sein Andenken werde in der Gemeinde unvergesslich sein. Die Anwesenden hatten sich zu Ehren des Verstorbenen von ihren Sitzen erhoben. Der Vorsitzende gedachte ferner des 75. Geburtstages des Herr Gemeinderabbiners D r. S e 1 i g m a n n, er grüsste ihn namens der Gemeindevertretung und wünschte ihm noch viele Jahre erfolgreichen Wirkens zum Segen der Gemeinde. — Herr Ernst Cahn ist auf Vorschlag der liberalen Fraktion der Oremeindevertretung und auf Grand der abgeänderten Wahlordnung für den Best der Amtsperiode des verstorbenen Herrn Slern-Bing zum Gemeindevertreter gewählt worden. Er hat die Wahl angenommen und ist zur heutigen Sitzung erstmals erschienen. Er wird von dein Vorsitzenden begrüsst. Der Vorsitzende begrüsst ferner das ebenfalls erstmals erschienene neue Vorstandsmitglied, Herrn Carl Weil, und wünscht den beiden neu in die Gemeindeverwaltung Eingetretenen, daß sie zum Segen der Gemeinde tätig sein und Freude an ihrer Arbeit haben mögen. — Es folgen Wahlen in einige Verwaltungskommissionen, in die Bitualkommission und in die Vorstünde der Julius und Amalie Flersheim und Ignaz und Anna Sichel-Stiftung. — Eine Vorlage des Vorstands betrifft die Bewilligung einer Beihilfe von KM. <>. 000.— an den Jüdischen Kulturbund Rhein-Main. Die Vorlage wird In Vertretung der abwesenden Herren Oettinger und SK. Dr. Ettlinger namens des Vorstands von Herrn Dr. Rheinstein erläutert, der die Notwendigkeit der Bewilligung damit begründet, daß der Kulturbund infolge verschiedener finanzieller Umstände (Ausbleiben eines Teils der erwarteten Fördererbeiträge, Schwierigkeiten bei der Beschaffung von ausreichend großen Räumen für Konzert- und Theaterveranstaltungen und, im Zusammenhang damit, erhebliche Ausfälle von Eintrittsgeldern) auf die Bewilligung der Beihilfe unbedingt angewiesen sei, zumal er eine erhebliche seelische Aufbauarbeit leiste und daneben eine Reihe von jüdischen Künstlern unterhalte, welche im anderen Fall den Wohlfahrtsanstalten zur Last fallen müssten. Im Anschluss hieran ergibt sich eine längere Aussprache, in welcher Frau B 1 o c h-K e u s t a d t zunächst auf frühere Verhandlungen in der gleichen Angelegenheit hinweist, in denen seitens des Herrn Oettinger die Streichung eines, in dem Entwurf des diesjährigen Gemeindeetats eingestellten Subventionsbetrags in der heute vorgesehenen Höhe damit begründet worden ist daß der Kulturbund sich entweder aus eigener Kraft erhalten oder seine Arbeit in dem seitherigen Ausmass nicht weiterführen werde. Frau Bloch erklärt, keinesfalls gegen die Bewilligung sprechen zu wollen, ist aber nicht einverstanden mit der in dem Vorstandsbesclüuss erläuterten Deckung für den zu bewilligenden Ausgabeposten und wünscht insbesondere nachträgliche Vorlage des Etats des Kulturbunds sowie bei künftigen Subventionsanträgen rechtzeitige Beschaffung der finanziellen Unterlagen. Herr Dr. Pomeranz ist der Ansicht, der Kulturbund müsse, besonders wenn er von der Gemeinde subventioniert wird, den Weg einschlagen, der ihm von seinem Namen „Jüdischer Kulturbund" vorgezeichnet ist, d. h. er müsse sich bemühen, das Kulturgut des jüdischen Volkes zu pflegen, so zwar, daß er sich gegen anderes Kulturgut nicht abschliesse, sondern es aufnehme und von dem Gesichtspunkt dieser seiner besonderen Aufgabe aus vermittle. Er solle auch nicht nur das musikalische Gebiet, sondern auch andere Gebiete des künstlerischen Lebens in gleicherweise pflegen. Herr Dr. Pomeranz wünscht ferner regelmässige sogenannte volkstümliche Veranstaltungen mit entsprechender Preisgestaltung, damit auch die weniger bemittelten Kreise der Gemeinde ebenso wie die der Allgemeinheit Gelegenheit bekämen, künstlerische Veranstaltunist für Leica spezialisiert

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