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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1935-12-01 · 3 (12.1935) · p. Seite 126

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
14 (1935-1936)
Issue
3 (12.1935)
Date
1935-12-01
Page
Seite 126 (sequence 40)
Language
German
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Seite 126 ü Versicherungen * m «Hans GrUneboui HobenzolIernsfraOe 121 TßJefOD 34138-79357 I KINDER-ECKE | Chanukka Chanukka am Wasserturm Wann wird denn endlich Chanukka sein? Wir können die Zeit gar nicht erwarten! Schon wochenlang erzählt uns unser Lehrer von Mattitjahu, dem Hasmonäer, von Juda Makkahi und seinen Brüdern, von Hanna und ihren siehen Söhnen. In jeder Klasse, jedes) Jahr hören wir diese Geschichten, aber jedes Jahr hören wir sie anders, ausführlicher, und jedes Jahr gefallen sie uns besser. — Aber wenn ihr denkt, daß wir uns nur wegen dieser schönen Geschichten so auf Chanukka freuen, o nein! Wir haben auch ein Schulfest mit Aufführungen. Das habt ihr auch? Ja vielleicht! Aber das, was uns palästinensischen Kindern dabei am meisten Freude macht, das habt ihr doch nicht! Das ist unsere Feier am Wasserturm. Soll ich euch davon mal etwas erzählen? Der Wasserturm ist nämlich der Mittelpunkt jedes jüdischen Dorfes und jeder jüdischen Stadt in Palästina. An den Wasserturm ziehen am ersten Abend nach den Aufführungen alle Schüler und Schülerinnen in geschlossenem Zuge. Jedes Kind trägt einen bunten Lampion. An der Kerze, die der Lehrer trägt, entzünden wir unsere Lampionkerzen. Jetzt sind wir am Wasserturm angekommen. Der Chasan singt die Braehot, und hoch oben auf dem Turm blinkt das erste Licht der grossen elektrischen Menora auf. Der Chor der Kinder stimmt „Maos Zur" an und danach noch viele andere, schöne Chanukkalieder. Jubelnd klingen, sie durch die Nacht. Ich kann mich nicht satt sehen an dem grossen Chanukkaleuchter, hoch oben auf dem Turm. Hoheitsvoll blickt er auf uns herab. Immerfort muß ich an die alten Geschichten denken, an den herrlichen Freiheitskampf unseres Volkes. Das kleine Oellämpchen aus dem Tempel fällt mir ein, das die Makkabäer anzündeten, als Jerusalem ihnen wieder gehörte. Ich sehe die strahlenden Gesichter meiner Mitschüler und Mitschülerinnen. Sehe ich auch so glücklich aus? Ich glaube, ja! Denn in mir jubelt es: Herrliches Lichterfest! Mit tausend Leuchten strahlst du! Du leuchtest in die Strassen der Städte und in die Herzen der Menschen, der frohen Menge, die heute die Strassen füllt und von den Dächern und Baikonen herab am Feste teilnimmt! Sch. Bass Chanukkawundcr Chanukka spielten Josef, Schmuel, Aron und ich Trendel. In der Nähe eines Moschaw war es, auf freiem Felde, dort wo ein PelzSr Moderne Bildnisse PaSS-BÜder aller Art billigste Preise Photo-Atelier May Sefofce Fuchse 2ftante(fr<iden pefefutfer bWiöff Kaiserstr. 19 Indanthrenhaus, Tel.27128 Vorschrift s massige PASSBILDER sowie alle Photo-Arbeiten zu billigen Preisen Samson & Co. ZEIL 102 (neben Ehrenfeld) Feine Massanfertigung Umarbeitung PeljOtofettMum Kürschnermeister Telefon 25904 / Gr. Hirsohgraben 26 Inserieren not Gewinn! glatter Felsblock wie ein viereckiger Tisch liegt. An ihm sassen wir und trendelten: Nun, Gimel, He, Schin — „Neß gadol ha ja schäm" —. Und wir vergaßen alles um uns ... Ein Esel schrie. Ein Schäfer kam mit seiner Herde vorüber. Ein Flugzeug zog hoch oben durch die Luft. Ein Auto fuhr über die Landstrasse. Ein Polizist ritt vorüber. Ein Lehrer — oder wer es sonst gewesen sein mag — kam heran. Wir standen nicht auf. Uns kümmerte nichts. Wir saßen da und trendelten.... Alles um uns war vergessen. Da plötzlich fuhr mit einem Satz Schmuel hoch. Kreidebleich starrte er auf etwas hin und stieß leise hervor: „Eine Schlange!" — 0 Gott, wirklich, eine Schlange! Da liegt ihr Schwanz! Wie ein Strich liegt sie da. Sie hat nichts Gutes vor. Wen wird sie beißen? Zähneklappernd stehen wir da. Keiner sagt einen Ton. Da entfällt das Trendel Arons Hand, fällt auf die Felsplatte und — dreht sich. Und was dann geschah? Wollt ihr es wissen? So hört! Als die Schlange das tanzende Trendel sah, begann auf einmal auch sie sich zu drehen... Aron hatte nicht geschrien, und die Schlange war auch nicht von der Stelle gewichen. Es kamen Bauern aus. dem nahen Moschaw, erschlugen die Schlange, faßten sie am Schwanz und nahmen sie mit sich. Sie legten sie in Spiritus und bewahrten sie auf. Hier liegt sie vor uns, unsere Wunderschlange____ Sch. Schalom Aus Heft 8 der „Jüdischen Lehrhefte" des Schocken=-VerlaRS Das Jüdische Jahr" von Gertie und Julius Stern, das alle Kinder lesen sollten. Worträtsel Ein Mann verlor einen Konsonant Man setzt nen Vokal dafür ein. Nun f Ii esst er munter durchs deutsche Land und stürzt sich in den Rhein. * Ich bin, Ihr Kinder, ganz gewiss in jedem Falle selten. Lest vorwärts oder rückwärts mich, ich werd dasselbe gelten. Silbenrätsel von Anneliese V o 11 m er, 12 Jahre, Friedlichstr. 30 Aus diesen Silben sind 8 Wörter zu bilden, deren Anfangsbuchstaben eine bekannte jüdische Zeitung ergeben: a, ak, ba, bet, bei, da, e, e, s, fil, ge, gil, i, Iah, Iah, lam, Ii, rae, mor, na, pe, ra, rog, ron, sa, ster, te, tef, than, vid. 1. Untergegangene Stadt. 2. Königin aus der Zeit Ahasweros. 3. Jüdische Schriftrolle 4. "Priester zur Zeit Samuel 5. Stammvater 6. Drama von Lessing 7. Gegner des Riesen Goliath 8. Frucht vom Laubhüttenfest 9. Stadt des Turmbaus 10. Beleuchtungsmittel 11. Bruder Moses 12. Gebetbuch 13. Jüdischer Monat Auflösung der Ratsei aus der letzten Kindereckc Silbenrätsel: Sumatra, Iiier, Nussloch,. Tanne, Fohlen, Lotto, Upsala, Torah. Sintflut-Arche Noah. Rätsel: Au — er — bach, Auerbach. Richtige Einsendungen sind eingegangen von: Adolf Buchspan, Uhlandstrasse 25, Alfred Erreich, Allerheiligenstrasse 49, Marianne Gross, Feldbergstr. 7, M. Horngrad, Steinweg .5, Haunelore Oppenheimer, Habsburger Allee 45, HansOppenheimer, Scheidswaldstrasse 72, Ruth Seheresehewski,. Günthersburg-Allee 16a, Anneliese Vollmer, Friedriehstrasse 30, Erna Weissberg, Sandweg 38.

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