Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 14 (1935-1936)
- Issue
- 2 (11.1935)
- Date
- 1935-11-01
- Page
- Seite 75 (sequence 29)
- Language
- German
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Seite 75 gemeinheit gegenüber wohl bewußt. Die „Südwestdeutsche Arbeitsgemeinschaft", Sitz Frankfurt a. M., hat darum schon vor Ii Tagen ihre Mitgliedsvereine auf die Jüdische Winterhilfe hingewiesen und die Erwartung ausgesprochen, daß man sich auch in diesen Kreisen für die Jüd. Winterhilfe tatkräftig einsetzt. Dieser Aufruf wird noch in diesem Monat auch in die Tat umgesetzt, indem alle 38 der „Arbeitsgemeinschaft" angeschlossenen Mitgliedsvereine in ihren drei Gruppen — Main, Hessen und Ehein-Neekar — am 17. November Wettkämpfe durchführen, deren Reinertrag restlos der Jüdischen Winterhilfe zugeführt wird. Die einzelnen Veranstaltungen werden noch öffentlich bekanntgegeben, und man erwartet vom jüdischen Sportpublikum, daß es im Interesse der guten Sache die Spiele recht zahlreich besucht. L, W-s. Hallensportfest des Deutschen Makkabikreises e. V. Die Holzbahn der Hallen bietet keine idealen Möglichkeiten, sportliche Leistungen miteinander zu vergleichen. Sie ist aber umso geeigneter, durch den engeren Konnex zwischen ausübenden Sportlern und Publikum für die Schönheiten des Sports zu werben. Das zweite Hallensportfest des Deutschen Makkabikreises e. V., das der Bar Kochba Frankfurt am 27. Oktober im Frankfurter Hippodrom durchführte, gestaltete sich denn auch zu einer eindrucksvollen Demonstration für den jüdischen Sport im allgemeinen und für den Makkabi-Sport im besonderen. Die jüdischen Massen, nicht nur aus Frankfurt, waren sehr zahlreich dem Rufe des Makkabi gefolgt und hatten die riesige Halle fast bis auf den letzten Platz gefüllt. Es muss den Veranstaltern attestiert werden, dass sie es verstehen, ihr Publikum zu fesseln. Jeder, auch der Nichtsportier, wurde durch die Fülle der Darbietungen gefesselt. Den Höhepunkt des Tages bildete am Nachmittag der Aufmarsch der Sport 1-er und Sportlerinnen mit ihren Fahnen; über 300 Teilnehmer der Makkabivereine aus Frankfurt, Offenbach, Mainz, Mannheim, Hanau, Kassel, Köln, Essen, Wuppertal, Düsseldorf, Stuttgart, Nürnberg, München, Fulda, Hannover, Berlin, Darmstadt u. a., dann die Jugend des JP Makkabi-Hazair, konnte man in ihrem schmucken Dress sehen. Das Vorstandsmitglied des Bar Kochba Frankfurt, R. A. Alfred Moser, begrüßte in seiner Ansprache die anwesenden Rabbiner, die Vertreter der Gemeinde, den Präsidenten des Deutschen Makkabikreises, Dr. H. Friedenthal (Berlin), Rabb. Joachim Prinz (Berlin), den Vorsitzenden der „Arbeitsgemeinschaft der südwestdeutschen jüd. Turn- und Sportvereine", den Leiter des TSV. Schild, und betonte, mit welch grossem Eifer man ans Werk gegangen sei, um die Veranstaltung zu einer machtvollen Kundgebung für den jüdischen Sport zu gestalten. Die jüdische Sportjugend vermittle uns den Glauben an unsere Hoffnung, an ein glückliches Leben auf eigener Scholle in Erez Jisrael. Der Präsident des Deutschen Makkabikreises, Dr. Hans Friedenthal (Berlin), betonte, die Zeiten jüdischer Gleichgültigkeit dem Schicksal unserer Jugend gegenüber seien vorbei, und ehrte dann den Organisator der Frankfurter Veranstaltung, den Vorsitzenden des Bar Kochba Frankfurt, Jul. Schick durch Ueberreichung der Ehrennadel des Deutschen Makkabi-Kreises. Rabbiner Prinz führte aus, 1935 sei das Jahr unseres Schicksals geworden. Die tiefe Verbundenheit von Land und Volk, die sowohl die Ausreise der Makkabiahkämpfer als auch die leichtathletischen Meisterschaften in Leipzig dokumentiert hätten, beweise die organische Einordnung des Makkabi in unser Judenschicksal. Diese Jugend entwickle sich immer mehr zu einer motorischen Kraft von schicksalhafter Bedeutung. Palästina dürfe uns keine ausschließliche Angelegenheit der Immigration sein, ebenso wie Palästina und Erez Jisrael keineswegs identisch seien. Solange aber diese jüdische Jugend unsere Fahnen trage, solange - od leawda tikwatenu! Die Kundgebung klang in dem Gesang der Ilatikwah aus. Der sportlicheHöhepunkt war der Sprinterdreikampf über 3x50 m, den der Studentenweltmeister Engl vom Hagibor Prag mit grosser Ueberlegenheit vor Schattmann und Dr. Lewin (beide Berlin) gewann, obwohl er noch niemals in der Halle gestartet war. Auch im Dreirunden-Einladungslauf siegte Engl vor Falkenberg (Berlin) und Blum (Frankfurt), der im 50 m-Lauf für Herren wieder den ersten Platz vor Falkenberg und Lesser (Berlin) belegte. Die 800 m holte sich erwartungsgemäss der westdeutsche Meister Orgler (Wuppertal) in hervorragenden Stil von Werthen und Cohn (Berlin). Der 50 m- Lauf für Damen war der Frankfurterin Lore Meyer natürlich nicht zu nehmen, ebenso wie sich der Frankfurter Makkabiahteilnehmer L. Metzger sich im 50 m-Lauf für Alle Herren ohne Schwierigkeiten an die Spitze setzen konnte. Den Löwenanteil bei den Staffelläufen brachte Bar Kochba Berlin nach Hause; Frankfurt behielt nur bei der Schülerstaffel den ersten Platz. Reichen Beifall fanden dann noch die ungewöhnlich schnellen Handballspiele, bei denen Berlin schliesslich in einem dramatischen Kampf gegen Bar Kochba Frankfurt als dem Besieger von ITUS München mit 3:1 Toren Endsieger wurde. Dazwischen lagen zahlreiche Schaudarbietungen, so Damengymnastik, Jiu- Jitsu-Vorführungen, Kunstturnen, Hindernislaufen der Schüler, Tennis der beiden Meisterinnen Frau Friedleben und Hemp und schliesslich Gesang und Tanz des JP Makkabi-Hazair. Alles in allem: eine ausgezeichnete Werbung für den MakkabvSport! L. W.-s. | | Vereins- und Versammlangskalender | [ (Mitteilungen für die nächste Nummer müssen bis spätestens 27. November bei der Sehriftleitung vorliegen.) Donnerstag, 7. November Jüdischer Kulturbund. Chorkonzert. Jüdischer Kammerchor und Kulturbund-Orchester, Dirigent Dr. Nathan Ehrenreich. Vereinshaus Eschersheimerlandstr. 27, 20 Uhr. Arbeitsgemeinschaft jüdischer Amateurphotographen. „Mit Kleinauto und Kleinkamera zum Mittelmeer" v. Karl Sander. Goethekaffee, Zeil 97, 20,30 Uhr. Montag, 11. November Jüdischer Kulturbund. Gastspiel des Rhein-Ruhr Theaters „Komödie der Irrungen" von Shakespeare. Gesellschaftshaus am Mozartplatz, 20 Uhr. Donnerstag, 14. November Hausfrauengruppe der Ortsgruppe des Jüdischen Frauenbundes. Die „Kleinwäscherin". Praktische Vorführung und Anleitung zum Waschen. Anmeldung bis 12. November bei Frau Stephanie Forchheimer, Feldbergstr. 31, Ort: Israelitisches Mädchenheim, Taunusplatz 17, 16 Uhr. Donnerstag, 21. November Arbeitsgemeinschaft jüdischer Amateurphotographen. „Ver- Erprobte Lehrkräfte KINDER aller Altersstuf. erhalten gründl. Unterr. in sämtl. Elementarräch., Fremdsprachen, fremdsprachlicher HandelsWorrespond., Stenoqr. und Kunstgescn in mein behördl. anerk. 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