Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 14 (1935-1936)
- Issue
- 2 (11.1935)
- Date
- 1935-11-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3094266-3094426-3094428--4912-3099715- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
FRANKFURTER ISRAELITISCHES Amtliches Organ der Israelitischen Gemeinde Das Gemeindeblatt erscheint monatlich. Bezugspreis für Gemeindemitglieder vierteljährlich 45 Rpfg. (einschl. Zustellung»- and Erhebanglkotten). — Preis der Einzelanmmer 25 Rpfg. — Jahresbezug für Nicfatmitglieder der Gemeinde RM. 3.— zuzüglich Parte. — Scfariftieitung: Fahrgasse 146; Fernsprecher: Sammel-Nummer H. 27944. — Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Nr. 33921. — AnzeigenTerwaltuag:. Anaoacen-Experiitian M. Isaae * Ca.» RaTensteinstrafie 11, I., Fernsprecher 44868 und 44888. — Anzeigen nach Tarif. — AazeigeBichlal für nächste Nummer: 27. Nov — Die Scfariftieitang übernimmt für den Inhalt des Gemeindeblattes nur die prefigesetzlicfae Verantwortung. Nachdruck nur mit Erlaubais der Schriftleitung gestattet. 14. Jahrgang Frankfurt a. M., November 1933 Nr. 2 3öMf d>e mnumu Aufruf der jüdischen Grossorganisationen Die Jaden sind in diesem Jahre am Winter Hilfswerk des Deutschen Volkes nicht beteiligt. Sie werden durch das Winterhilfswerk des Deutschen Volkes nicht betreut und sollen auch zu Spenden nicht herangezogen werden. Der Reichsbeauftragte für das Winterhilfswerk des Deutschen Volkes hat die Betreuung der hilfsbedürftigen Juden der Zentralwohlfahrtssteile in Gemeinschaft mit den ihr angeschlossenen Stellen in Berlin mit dem Wohlfahrts- und Jugendamt der Jüdischen Gemeinde nach den von ihm genehmigten Richtlinien als Jüdische Winterhilfe überlassen. ' Die Richtlinien für die jüdische Winterhilfe sehen für die Gebenden Opfer von gleicher Art und Höhe, für die jüdischen Hilfsbedürftigen im Rahmen der aufzubringenden Mittel Leistungen gleicher Art und gleichen Umfangs wie das Winterhilfswerk des Deutschen Volkes vor. Damit steht die jüdische Gemeinschaft in Deutschland vor einer neuen grossen moralischen, finanziellen und organisatorischen Aufgabe, die zu den bisherigen Verpflichtungen für die Durchführung konstruktiver Hilfs- und Aufbauarbeit hier und in Palästina hinzutritt. In wenigen Tagen und Wochen muss ein Werk der gegenseitigen Hilfe und Solidarität errichtet werden, das den letzten jüdischen Hilfsbedürftigen in kleinsten Orten unsere Hilfe bringt und jeden Juden zum Opfer für die Jüdische Winterhilfe heranzieht. Die unterzeichneten Verbände, Gemeinden und Organisationen rufen zur tätigen Mitwirkung an der Jüdischen Winterhilfe durch persönlichen Einsatz und durah Opfer an Geld- und Sachspenden auf! Kein Hungernder unserer Gemeinschaft darf in diesem Winter ohne Nahrung, kein Bedürftiger ohne Kleidung und niemand ohne Obdach sein. Niemand darf in seinem Vertrauen auf unsere Hilfsbereitschaft enttäuscht werden. Unsere Gemeinschaft, die für die Linderung der Not des Winters in diesem Jahre auf sich selbst gestellt ist, wird niemanden im Stich lassen! Seid Euch Euerer Verantwortung bewusst, wenn die Jüdische Winterhilfe Euerer Gemeinde in diesen Tagen zum ersten Mal an Euch herantritt. Reichsvertretung der Juden in Deutschland, Zentralaussdiuss für Hilfe und Aufbau, Preußischer Landesverband jüdischer Gemeinden, Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Centraiverein der Juden in Deutschland, Jüdischer Frauenbund e. V., Reichsausschuss d. jüdischen Jugendverbände, Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Zentralverband der jüdischen Handwerker, Zionistische Vereinigung für Deutschland Wir schliessen uns obigem Aufruf nachdrücklichst an und bitten von ganzem Herzen unsere jüdischen Männer und Frauen im Sinne des bereits an sie gelangten Aufrufs weitestgehend mitzuhelfen, die neue uns gestellte Aufgabe zu meistern. Die Not ist gross! Jüdische Winterhilfe Frankfurt am Main Postscheck-Konto Nr. 66600 Frankfurt-M. Telefon Nr. 26703