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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1935-10-01 · 1 (10.1935) · p. Seite 18

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
14 (1935-1936)
Issue
1 (10.1935)
Date
1935-10-01
Page
Seite 18 (sequence 20)
Language
German
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Seite 18 KAUFEN SIE ln£2mmmmZL!^Zml!z HBifBBWiscliB, DMwasclie, KiodßrwascHß, Krawatten, Bflfle-Ärlikel, Strample, BflnflscMe / Wollwaren' Moflewaren imSpezialhaus RcrtlliUlll S $$ fYO\tzhC\tK\ ZEIL 93 u. Stadt-Filialen Wiedersehen mit der Kindheit! von Aifred Auerbach Es ist etwa fünfzig Jahre her, dass das Kind hier herauf zur Hochebene fuhr. Aus der Stadt kam es mit der Mutter. Sie wollte es bei Verwandten im Dorf zur Erholung unterbringen. Noch war es dieselbe Station, von der der Weg zu dem kleinen Dorf abbog. Hopfenstangen waren das Einprägsamste in der Landschaft, damals schon. Ein weites Rund, ein Teller, auf dem da und dort ein Kirchturm am Rande schüchtern aufstrebte, ein dünner Wald strichelte am Horizont etwas Abwechslung in das Bild. Wie die Umrisse und die Farben, so auch die Laute. Ein paar Hühner gackerten, ein Vogel piepte. Fern bellte ein Hund. Friede und Stille rundum. Weiter schritt man und wurde immer, zum Mittelpunkt desselben Kreises, Hochebene, Feder, Hopfenstangen, Ahnung von Weilern unter der Andeutung der Gotteshäuslein, Feldwege, ganz vereinzelt eine Menschengestalt, ein Pfiff der Eisenbahn, ganz bescheiden in der Weite. Das Kindergemüt nahm den Frieden in sich auf. Endlich kam das Dorf. Es bestand aus einer einzigen Strasse und «in paar Dutzend Häusern. Hinter den Häuserreihen waren Gärten und diese wieder grenzten an kleine Wälder. Man konnte sich garnicht vorstellen, dass je Lärm die Feierlichkeit der Landschaft stören werde. Und sie wurde auch nicht getrübt, soweit der Knabe sich erinnern konnte. Er bekam ein feines Zimmer im beträchtlichen Haus, das den Verwandten gehörte. Die besassen ein Kolonialwarenlädle im Erdgeschoss. Es roch gemütlich nach Cichorie, Pfeffermünze, Spiritus, Petroleum. Daneben auch nach Kaffee und Gewürzen. Die Gerüchlein vermischten sich am Fenster des Zim-, mers mit Felddüften und Obstbaumblütenhaueh. - Fliegen summten, Käfer brummten. Drunten gurrte jaanchmal die Ladenklingel und bimmelte solange es ihr passte, dann schlurfte jemand heran und das Gespräch bewegte sich bequem immer in derselben aufregungsfreien Art: „Grüss Gott, Herr Kiefe." „Grüss Gott, Jaköble." „Cichorie — e Päekle." Dann dauerte es eine geraume Weile, bis alles umständlich besorgt und bezahlt war. „Also, adie.. Herr Kiefe." „Adie, Jaköble .. " Auch die Gespräche trugen Ruhe in das Zimmer des Knaben. Noch nie hatte er solch eine Ausgeglichenheit der Stimmung erlebt. Er schlief traumlos .. und wurde gesund. Die paar Wochen zeichneten in sein Kindersein ein Bild menschlicher Erfüllung, des Friedens und der Lebensfreude... Er trug dies Erlebnis allezeit in sich. * Nach 50 Jahren schritt er über die Hochebene und sie war wie damals. Kein Auto hastete über den Feldweg, noch nicht einmal ein Fahrrad war zu sehen, vereinzelt eine Menschengestalt. Das Dörflein war das gleiche, wie damals. Er erkannte noch jedes Haus und ging durch die einzige Strasse, um das Fenster wiederzufinden, an dem er einst sass und die Sicherheit des Behagens am Atem des Seins genoss. Das Fenster war da —unverändert. Der Laden gehörte andern Leuten. Er wagte nicht, in das Haus einzutreten. Aber ein Mann trat vor die Türe, musterte ihn neugierig und fragte gleich nach dem Namen und den Wünschen. Der Besucher des Dorfes schien schon angemeldet zu sein. Er bildete eine Sensation. Das GARAGEN geheizte Boxen TANKSTELLE AUTO*OELE BEREIFUNG für alle Wagen Benzin, BW.Aral in Flssern und Tankwagen geliefert Oelwechsel und in Gebinden MAINGAU-GARAGEN I.KAUFMANN. Co ■VHHMaMHBHMHHHMHBHBHBHHHaBH GROSSE SEESTRASiE 40 TELEFON 79633 an der Bockenheimer Warfe (Gem.-Mitglied) [itualien fürs jüdische Haus, ^lle Machsorim-Aüsgaben W ollene und seidene Talesim Eine reiche Auswahl neuhebräischer Lehrmittel finden Sie in W^hihebräischer KOWIS» 9 Buchhandlung BATTONNSTRASSE 9 TEL. 27974 (am AIIerbeit{f?en Tor) Feinsohlerei Maingau Inn. Max Goldschmidt Mendelssohnstrasse 69 (Mendelssohneck) Esdiersh. Landsfr. 1 Unf erllndau 48 Telefon 55717 immim^j^ff^^iMiW^ NEUESTE MODELLE KLEIDER MANTEL SPORT SEHENSWERTE ALTBEWÄHRTE FERTIG-ABTEILUNG MASS-ABTEILUNG (DscarBadtaradi FRANKFURT A. M„ ROSSMARKT 15 *mm%ßm%?^#:W*mmmm2M Inserieren bringt Gewinnt Der Weg in meine Etage lohnt sich! äntel und Jacken I Silber- und Blau - Füchse — Moderne Besätze gfl g Umarbeitung nach neuesten Modellen mt ,m ■ Billigste Preise l BieHeTO 1,1. E Tfl. 25494

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