Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1935-08-01 · 12 (8.1935) · p. Seite 471

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
13 (1934-1935)
Issue
12 (8.1935)
Date
1935-08-01
Page
Seite 471 (sequence 21)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3094266-3094412-3094424--4798-3099599
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Seite 471 Ungarn. Innerhalb der Kultursektion der Pester Israelitischen Kultusgemeinde wurde ein Landesverband Israelitisch-Ungarischer Jugendvereine konstituiert, dessen Ziel es ist, die reifere jüdische Jugend bis zum 30. Lebensjahre zur Arbeit der Kultusgemeinden heranzuziehen. Amerika. New York. Aus dem soeben veröffentlichten Bericht des Verbandes der Synagogengemeinden Amerikas ist zu ersehen, daß die Zahl der Synagogengemeinden in den Vereinigten Staaten und Kanada zurzeit 286 beträgt. Seit dem 1. Januar 7.935 wurden sechs neue Synagogengemeinden gegründet.—Der Direktor der großen Tageszeitung in Buenos Aires „Die Jiddische Zeitung", M. Stoliar, ist als Beauftragter der argentinischen Regierung in New York eingetroffen, um die Frage der I m m i r a - t i o n und der Immigrationsmethoden der Vereinigten Staaten zu studieren und seiner Regierung hierüber Bericht zu geben. In den argentinischen jüdischen Kolonien leben etwa 26.000 Seelen, die eng mit der Erde verbunden sind, und vlie sich der Coebachtung seitens der Behörden und der übrigen Eo.völkerung erfreuen. Ia Argentinien leben heute eine halbe Million Juden,;.davon 300.000 Aschkenasim und 200.000 Sefardim.—Rio de Janeiro. Massgebende jüdische Kreise in Rio de Janeiro haben einen Plan der Landansiedlung von Juden unweit der brasilianischen Hauptstadt den massgebenden Stellen überreicht. — Santiago. An der Universität von Santiago (Chile) wird ein Lektorat für die hebräische Sprache eingerichet werden. Palästina. In der „Official Gazette" wird die Zahl der Jud-m, die im Mai nach Palästina eingewandert sind, mit 4.008 angegeben. Im Monat Juni sind 4.186 Juden nach Palästina eingewandert. — Die Palästinaregierung hat seit einiger Zeit die E i nwanderung von Rabbinern und Kultusfunktionären nach Palästina eingeschränkt. Auf Grund einer besonderen Vereinbarung konnte das Oberrabbinat früher Zertifikate für Rabbiner und andere Kultusfunktionäre entsprechend dem allgemeinen Bedarf im Lande ausstellen. Jetzt bewilligt die Regierung Zertifikate nur dann, wenn die Bewerber einen schriftlichen Kontrakt mit einer Synagoge oder Gemeinde vorlegen können. — In arabisch-politischen Kreisen werden ernste Bemühungen gemacht, um ein oberstes arabisches Komitee zu schaffen, das nach dem Muster der Jewish Agency eine allgemeine arabische Vertretung1 darstellen soll. — Die Hoffnung, daß die Zahl der Malariafälle i. J. 1934 sich nicht erheblich gegenüber denen des Vorjahres vergrößern würde, hat sich nicht verwirklicht. Durch eine lange Regenzeit und die starke Einwanderung sind zahlreiche Malariafälle zu verzeichnen gewesen. I. J. 1931 waren unter den Mitgliedern der Krankenkasse Kupath Cholim 1.001 Malariafälle zu verzeichnen. I. J. 1932 gingen sie auf 529 zurück, stiegen i. J. 1933 aber auf 827. I. J. 1934 sind dagegen 3.208 Malariafälle timVr den Krankenkassenmitgliedern vorgekommen. — Die Zahl der vorhandenen Krankenhäuser entspricht nicht den Bedürfnissen der palästinensischen Judenheit; es sollen daher neue Krankenhäuser in Tel Awiw, Haifa und in den Kolonien von Judäa und Schomron errichtet werden. Der Leiter des Gesundheitswesens der Palästina-Regierung hat erklärt, daß er bereit sei, bei der Verwirklichung entsprechender Pläne mit den jüdischen Körperschaften zusammenzuarbeiten. — Der Waad Leutni steht in Unterhandlungen mit einer Londoner Privatbank wegen Gewährung einer Anleihe von 130.000 Pfund. Die Anleihe soll dem Bau neuer Schulgebäude dienen. — Die Stadtverwaltung von Haifa steht in Unterhandlungen mit einem Finanzkonsortium, das der Stadt eine Anleihe von einer halben Million Pfund gewähren soll. Die Anleihe soll zürn Ausbau und zur Modernisierung der Stadt verwendet werden. — Die jährliche Tagung des Verwaltungsrates des Instituts für jüdische Studien an der Hebräischen Universität zu Jerusalem wird am 5. September in Luzern stattfinden. Den Vorsitz wird der Oberrabbiner von England, Dr. Hertz, führen. — In Jerusalem wurde eine neue P0R Leichte SommerkleidQflg und Bfldeflrlikel besonders Dillig im Saison- Schluss- Verkauf TEL. 29335 j NeUe Mainzer Str. 6 Direkt an der Brück e 3nferaie im Gemeinte» Waft"- &a$ bette Werbemittel Reparaturen in eig. Werkstätte I. Uferen nehmt leb bei Kenbnl In Zahlung TEL:25325 151 Biebergasse^' 1$ *i n <* Gesellschaft „Palestine Express Co. Limited" mit einem Kapital von 2.000 Pfund gegründet, die die Aufgabe hat, Palästinareisen aus Europa und Amerika zu organisieren. Die Gesellschaft errichtet Büros in allen wichtigen Jüdischen Zentren. — Offiziell wird mitgeteilt.daß der Palästinarundfunk seine Sendungen Ende November 1935 aufnehmen werde. Die Vorbereitungen für die Einführung eines Rundfunkdienstes sind von der Palästina-Regierung schon seit langem in Angriff genommen worden. Im Mai d. J. veröffentlichte die Regierung in der palästinensischen Presse eine Aufforderung an das Publikum, Vorschläge für die Gestaltung des Programmes zu machen, insbesondere welcher Sprache oder Sprachen sich der Rundfunk bedienen und zu welchen Tageszeiten die Sendungen erfolgen sollten. — Dem soeben veröffentlichen amtlichen Bericht zufolge sind die Einnahmen der Palästina-Bahnen von 591.879 Pfund i. J. 1933 auf 727.106 Pfund i. J. 1934 gestiegen. Befördert wurden 2 Millionen Fahrgäste und rund eine Million Tonnen Güter. Ein Drittel der beförderten Güter entfiel auf Baumaterial. Erwerbt die blaue Beitragskarte für Hilfe und Aufbau Ein Jahr ist vergangen, seit der Zentralausschuss der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau und die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden gemeinsam mit den Jüdischen Gemeinden Deutschlands DIE BLAUE BEITRAGSKARTE FÜR HILFE UND AUFBAU eingeführt haben. Tausende von freiwilligen Helfern haben in aufopfernder Weise mitgearbeitet, und es so ermöglicht, daß jeder Pfennig ungeschmälert seiner Bestimmung zugeführt -werden konnte. Allen denen, die durch Spenden oder Mitarbeit ihre Verbundenheit mit unserem Werk bekundet haben, gilt der Dank des deutschen Judentums. — Ungeheuer groß sind die Aufgaben, die dem deutschen Judentum gestellt werden. Menschen aller Altersklassen, aller Berufsgruppen und aller sozialen Schichten muß geholfen werden. Menschen, die in tiefer Armut leben, muß notwendigste Hjlfe der Gemeinschaft zuteil werden.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.