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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1935-07-01 · 11 (7.1935) · p. Seite 437

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
13 (1934-1935)
Issue
11 (7.1935)
Date
1935-07-01
Page
Seite 437 (sequence 23)
Language
German
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Seite 43? dor Herzls auf dem Döblinger Friedhof in Wien wies am Sonntag, den 16. Juni, eine bisher noch nie erreichte Massenbeteiligung auf. Besonders groß war die Zahl der Jugendlichen. — Wie aus London gemeldet wird, hat die Royal Society of Medicine in ihrer letzten Sitzung Prof. Dr. Sigmund Freud in Wien, den Begründer der- Psychoanalyse, einstimmig zum Ehrenmitglied gewählt. Polen. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres sind durch Vermittlung des Zentralen Pälästinaamts in Warschau 10.888 Personen aus Polen nach Palästina ausgewandert, und zwar 2.640 im Januar, 1.551 im Februar, 2.768 im März, 1.373 im April und 2.556 im Mai. In den ersten fünf Monaten des Jahres 1934 betrug die Zahl der Palästinaauswanderer aus Polen 5.035. Die Auswanderung hat sich somit gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. — Die jüdischen Gemeinden Polens beabsichtigen, in Palästina einen Wald zu pflanzen, der den Namen des verstorbenen Marschalls Joseph P i 1 s u d s k i tragen soll. — Die Erstaufführung der Oper „Dibbuk", die nach dem bekannten Drama von S. An-ski von dem jungen italienischen Komponisten Ludovico Rocca geschrieben wurde und vor einiger Zeit ihre Uraufführung in der Mailänder Scala erlebte, fand in Warschau im Staatlichen Opernhaus unter ausserordentlichem Erfolg statt. Schweiz. In dem Tätigkeitsbericht der Jewish Agency für das Jahr 1934, der den Mitgliedern der Ständigen Mandatskommission des Völkerbundes durch das Generalsekretariat zugeleitet wurde, ist ein Abschnitt der ausführlichen Darstellung jüdischer Kolonisationsarbeit im letzten Jahre gewidmet. Laut den Berichten des Landwirtschaftsdepartments der Regierung wurden 1934 von Juden 110.970 Dunam Boden für 7,001.420 Pfund erworben, während 48.856 Dunam für 5,353.584 Pfund von Juden verkauft wurden. Der Ueberschuss beträgt somit 62.114 Dunam. In den fünf Jahren 1930 bis 1934 wurden insgesamt 115.900 Dunam von jüdischer Seite erworben, darunter 57.300 Dunam vom Jüdischen Nationalfonds. Ausserdem ist die Hulekonzession mi'einer Bodenfläche von etwa 40.000 und einer Wasserfläche von 17.000 Dunam in jüdische Hände übergegangen. Von dem neu erworbenen Boden befinden sich 17.150 Dunam im Emek Jesreel, wo im Laufe des Jahres 1935 500 Familien angesiedelt werden sollen. Auf 9.214 Dunam im Jordantal und 2.907 Dunam an der Meeresküste wird der Keren Kajemeth demnächst Arbeiter und Siedler mit kleinem eigenen Kapital kolonisieren. Tschechoslovakei. Durch Ministerratsbeschluss wurde das Konsulat der Tschechoslovakei in Jerusalem zum Generalkonsulat erhoben. Dieser Beschluss wurde in Würdigung der Bedeutung Palästinas - für den tschechoslovakisehen Exporthandel gefasst. — Der jüdische Maler Armin Stern hat in Prag eine Ausstellung eröffnet, in der als Ergebnis eines zweijährigen Aufenthaltes in Palästina 60 Bilder vom alten und neuen Leben im Lande zu sehen sind. Ungarn. Im Alter von 62 Jahren ist in Budapest der Leiter des Beocsiner Industriekonzerns, Hofrat Ferdinand Baumgarten, einer der bedeutendsten Rechtsgelehrten und Wirtschaftspolitiker Ungarns, gestorben. Amerika. Auf der in Rockaway Park, Long Island, abgehaltenen 35. Jahresversammlung der American Rabbinical Asaembly, an der 150 Rabbiner aus allen Teilen der Vereinigten Staaten und Kanadas teilnahmen, wurde ein Beschluß gefasst, durch den die überkommenen jüdischen Scheidungsgesetze in einer Weise ergänzt werden, die eine Lösung des Problem der „Agunah", der verlassenen Gattin, die sich infolge der Unmöglichkeit, einen Scheidebrief zu erlangen, nicht wiederverheiraten kann, ermöglicht. Die von der Rabbinicial Assembly beschlossene Neuerung besteht darin," daß der Bräutigam vor Schliessung der Ehe eine Erklärung zu unterzeichnen hat, der zufolge seine künftige Gattin aus der Ehe entlassen ist, wenn er drei Jahre lang nicht für ihren Unterhalt sorgt oder drei Jahre lang verschollen bleibt. Nach den bestehenden jüdischen Gesetzen ist die Rechtsstellung der Agunah, solange sie nicht den Tod ihrea Gatten nachweisen kann, unabänderlich. Denn das jüdische Gesetz kennt nicht die Todesvermutung bei langdauernder Abwesenheit oder die Scheidung in Abwesenheit des Gatten. — Anlässlich der diesjährigen Promotionen am Hebrew Union College wurde dem Rabbiner Jonah B. Wise von der Central Synagogue in New York, der die Baccalaureats-Ansprache hielt, sowie in absentia dem Präsidenten der Reichsvertretung der deutschen Juden, Rabbiner Dr. Leo B a e c k, und dem. ungarischen Oberhausmitglied Imma- Palästina Die kürzeste und bequemste Verbindung über Triest mit den 8000 BRT großen, vollständig neu eingerichteten Schnelldampfern Gerusalemme » Galilea Palestina Erste Klasse und Touristenklasse Fahrpreise ab Triest nach Jaffa oder Haifa I Klasse RM 354.65 inkl.Taxen ab t. Mai RM 272.15 Tour.-Kl. RM 122.10 inkl.Taxen Auf Wunsch rituelle Verpflegung Abfahrten von Triest jeden Mittwoch und jeden zweiten Freitag, 13 Uhr Auskünfte. 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