Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 13 (1934-1935)
- Issue
- 10 (6.1935)
- Date
- 1935-06-01
- Page
- Seite 410 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 410 diesem Orte des Entsetzens. Nur jetzt hei mzu meiner Mutter! Ich mochte eine Viertelstunde gelaufen sein, als ich angehalten wurde. Der Lehrer des Großelterndörfchens, der mich kannte, kam von seine Filiale zuück. Mein verstörtes Aussehen sagte ihm sofort, daß hier etwas nicht in Ordnung sein müsse. Er hielt mich freundlich fest, setzte sich auf einen" Meilenstein und nahm mich auf den Schoß. Er Hess mich lange ausweinen, hevor er .eine Frage an mich stellte. -Dann forderte er mich gütig zum Sprechen auf, aber es gelang mir nient, mich zusammenhängend und deutlich zu erklären. Er bekam vielleicht eine Ahnung davon, was mich so völlig verwirrt hatte; aber er sagte nur, ich solle 'mit ihm zurückkehren, damit sich die Großeltern nicht ängstigten. Seine Art, mit* mir zu sprechen, beruhigte mich einigermassen, und wir betraten gemeinsam das Haus der Großeltern, als diese gerade angefangen hatten, mich zu suchen. In diesem Augenblick -befiel mich wieder ein Weinkrampf, so daß alle Anwesenden erschraken. Der Lehrer hatte mittlerweile mit den Großeltern gesprochen und ihnen, soweit er aus meinen Erklärungen klug geworden war, Bericht gegeben. Da nahm mich die Großmutter, die nun den Zusammenhang erfasste, zärtlich auf den Arm und trug mich in den Garten. Sie stellte mich unter den Pflaumenbaum, lenkte meinen Blick nach oben, zeigte mir die noch grünen Früchte und wies mich auf zwei völlig anders geartete, eigentümlich geformte Pflaumen hin" und sagte mit ihrer sanft belehrenden Stimme: „Siehst Du, diese beiden Früchte, die so ganz und gar anders gestaltet sind, die man nicht gemessen kann, weil sie krank sind, die nennt man hierzulande Narren". Dann trug sie mich gleich in mein Zimmer, legte mich ins Bett und küsste mich. All das ging mir jetzt nach so viel Jahren durch die Sinne. Ich studierte Medizin und als ich im Collegium botanicum die Lehre von den mikroskopisch kleinen Sehmarotzerpilzen, besonders dem Exoascus pruni, der so verheerende .Wirkungen auf Blättern und Früchten hervorruft, näher kennen lernte, da dachte ich an mein Jugenderlebnis. Die beiden armen Narren, Golem und Olam, waren längst dahin gegangen, wo es keine menschlichen Unvollkommenheiten mehr gibt. Ihr Schicksal, in Verbindung mit dem kindlichen Mißverständnis, das mich einst so sehr erschütterte, hat einen tiefen Eindruck in meiner Seele hinterlassen und mein späteres Denken und Urteilen beeinflusst. Ein Bauer trat zu mir heran; es war der jetzige Besitzer des Hauses. Ich gab mich ihm zu erkennen, er führte mich in den Garten und zeigte mir seine Beete. Unter dem Pflaumenbaum blieb ich stehen und schaute in die Höhe. Und siehe da! Hoch oben in den Zweigen hingen zwei Narren. E. Gut Rätsel Einer 3, im letzten 1 und 2 Hatt" ich eine sehr schöne 4 Ich sah den Felix Mendelssohn Leibhaftig am Klavier. Er spielte, noch klingts' in den Ohren mir, Das Vorspiel zum herrlichen 12 34. Silbenrätsel Aus folgenden Silben sollen Wörter gebildet werden, deren Anfangsbuchstaben, von oben nach unten gelesen, ein jüdisches Fest bezeichnen, während die Endbuchstaben, vun xinten nach oben gelesen, das Buch nennen, das an diesem Fest gelesen wird, bau — cann — del — doc — du — hin — ho — o — per — po — raph — reb — rieh — se — statt — türm — ul — wup. 1 ein Engelwesen 2 ein Stadtteil von Stuttgart 3 ein indischer Eingeborener 4 ein Nebenfluß des Rheines 5 ein Männername - ■ . 6 ein schmerzstillendes Einreibemittel 7 ein biblisches Bauwerk in Babel 8 eine Stätte der Gesetzgebung Auflösung der Rätsel aus der letzten Kinderecke Silbenrätsel: Buch Esther, Purimf est. Worträtsel: Abel, Fabel, Babel, Gabel, Kabel. Richtige Einsendungen sind eingegangen von: Marianne Gross, Feldbergstr. 7, Helene Lidzbarski, Scheidswaldstr. 66, Werner Marx, Kronprinzenstr. 7, Heinz Richheimer, Finkenhofstr. 36, Fritz Rosenberg, Wolfgangstr. 49, Ruth Schereschewski, Güntersburg-Allee 16a, Anneliese Vollmer, Friedriehstr. 30, Ruth Wetterhahn, Varrentrappstr. 49. Tag Ii ch frisch la Markenbutter, Siebkäse Schweizer, Limburger, Holländer, Rahmkäse etc. Kolonialwaren, Weine, Spirituosen, Marmeladen und Konfitüren, Markenschokoladen, Pralinen, Keks, Eiswaffeln. Lieferung frei Haus FRANKENTHAL AHerheiligenstr. 79 8mji.ll. Telefon 23839 Inserieren bringt Qewinn! HUT GUT GfosseAuswohl modischer Farben und Formen bei: CflRSCH Louis^Simon KAISERSTRASSE 4 FACH GESCHÄFT fUHl T/tf EL6ERÄTC-BESTEck,; ^opescHMuac-aiBgRua^ Pfingsfgeschenk ein aparter Lederhandschuh Grofye Auswahl billige Preise R. & J. Marx, Liebfrauenstr. 2 Kaufe gut erhaltene ■üerren-Kißlüer ■ BAUMANN & Langsam MoriaUgarderobenbaus 7 Gr. 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