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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1935-05-01 · 9 (5.1935) · p. Seite 349

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
13 (1934-1935)
Issue
9 (5.1935)
Date
1935-05-01
Page
Seite 349 (sequence 11)
Language
German
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Seite 349 Maimonidesfeiern in Frankfurt am Main Die Feier der Gemeinde Der Vorstand der Israelitischen Gemeinde hatte die Gesellschaft für jüdische Volksbildung und das Jüdische Lehrhaus mit der Ausgestaltung der offiziellen Maimonidesgedenkfeier beauftragt. In sinniger Weise leitete der Jüdische Kammerchor unter Dr. N. Ehrenreichs bewährter, ausgezeichneter Leitung den Abend mit dem „Jigdal" ein, das in der Komposition de Rossis den meisten der zahlreich Erschienenen eine bedeutsame Ueberraschung war. Der achtstimmige Gesang gründete die festliche Stimmung, die Justizrat Dr. Blau, namens des Gemeindevorstandes, in seinen Begrüssungsworten vertiefte und die die Resonnanz schuf für das klare Bild vom Leben und Wirken des Maimonides, das Gemeinderabbiner Dr. Jakob Horovitz in eindringlicher Weise vor den Hörern zeichnete. Rabbiner Dr. Horovitz liess zunächst die menschliche Erscheinung des Rambam in Klarheit erstehen: Herkunft, Entwicklung, Schicksale, Begebenheiten des Lebens, Wirksamkeit und Schaffen stellte er dar und rückte damit die überragende Persönlichkeit des Maimonides in die Sphäre des Verständlichen und Begreifbaren. Von hier aus machte Dr. Horovitz das Schaffen des Maimonides, das Werden und die Anlage seiner Werke verstänlich; aus den Gesetzen der Persönlichkeit, den Bedingnissen des Zeitgeistes und dem jüdischen Wollen Maimunis wurde die alle Zeiten überdauernde Bedeutung des Weisen begreifbar. Es machte den besonderen Wert des Horovitz'schen Vortrages aus, dass er die Bedeutung des Maimonides in der Gegenwart nachdrücklich betonte. Von dem Einfluss auf Entstehung und Formung des Neuhebräischen war die Rede, von den Wirkungen auf die großen Denker des Abendlandes. Verständliche Vergleiche zeigten den Hörern die Einwirkung des Maimonides'schen Werkes auf den Inhalt und die Anlage des Schulchan Aruch. Der Auseinandersetzung mit zeitgenössischen und späteren Kritikern des Maimonides galten temperamentvolle und überzeugende Darlegungen. Am Schlüsse des Festvortrages stand als Endsinn der Maimonides'schen Bedeutung das Streben nach Gotteserkenntnis. Ihr ordnen sich alle religiösen und literarischen Werke des Rambam unter. Mit dem Wunsche, daß dieses Werk und sein Geist auch für uns zum Segen werde, schloss der Vortragende seine Ausführungen, die in komprimierter Form allen Besuchern die Bedeutung des Maimonides-Jubiläums vor Augen stellten. Kammersänger Benno Z i e g 1 e r beschloss die Veranstaltung durch den kultiviert und wirkungsvoll vorgetragenen „Min hamezar" in der Vertonung von Meiseis. _ Maimonides-Ausstellung im Museum jüdischer Altertümer Anlässlich der 800. Wiederkehr des Geburtstages von Rabbi Moses ben Maimon findet in den Räumen des Museums jüdischer Altertümer — Rothschildmuseum eine Gedenkausstellung statt, die Professor Dr. Freimann aus öffentlichem und privatem Besitz zusammengestellt und unter Mitwirkung von Dr. Gundersheimer und Dr. Blau aufgestellt hat. Die Ausstellung enthält Handschriften von Werken und Autographen des Maimonides, Erstlingsdrucke (Inkunabeln) von Maimonides' Schriften, ferner seine medizinischen, philosophischen und halachischen Werke, Briefe, Gutachten, Biographisches und Bibliographisches. Ausserdem sind eine Reihe von Ansichten von Stätten, in denen Maimonides gelebt und gewirkt, hat, darunter ein zum ersten Mal ausgestelltes Gemälde Jakob Nussbaums von Tiberias, zusammengebracht worden. Hervorzuheben ist eine wundervolle illustrierte Pergamenthandschrift des Mischne Thora aus dem 14. Jahrhundert, die neben zahlreichen Goldinitialen eine Reihe ganzseitiger Miniaturen aufweist. Ferner eine gleichzeitige Pergamenthandschrift des Mischne Thora mit schöner Schrift und beispielhaftem Satzbild.Die Vitrine der Inkunabeln enthält sämtliche Erstlingsdrucke des Maimonides in unvergleichlicher Erhaltung. -Neben den Erstausgaben des More Nebuchim (Rom vor 1480) findet sich auch die erste lateinische Uebersetzung (Paris 1520) und die Uebersetzung ins Hebräische, Französische, Deutsche und Englische u. a. Unter den halachischen Büchern ist die Ausgabe des Mischne Thora (Venedig 1574/75), auf blauem Papier gedruckt, besonders bemerkenswert. Die Ausstellung ist täglich von 10 bis 18 Uhr und jeden 1. und 3. Sonntag im Monat von 10 bis 13 Uhr bei freiem Eintritt bis Freitag, den 17. Mai 1935, geöffnet. Schütze Dich und die Deinen durch Abschluß einer Krankenversicherung! Familieavers, schon ab 5 RM monatl. Individuelle Beratung! Frankfurt am Main LlAne C/kkiitaw Gr. Bockenheimer Tel. 23977 fianS OCllWarZ Strasse 29 Die Feier der Synagoge am Börneplatz Der Vorstand der Synagoge am Börneplatz lud zu einem Festvortrag des Herrn Gemeinderabbiners Dr. Hoffmann über „Der Eambam und sein Werk" ein. Der Vortragende würdigte in mehr als einstündiger, großangelegter Kede die Persönlichkeit des Maimonides und seine beiden Hauptwerke. Wiewohl es in der heutigen Zeit keinen Menschen gebe, der in der Lage wäre, das gewaltige Werk des Maimonides zu würdigen, unternehme er den Versuch, das Wesen des Meisters und die Tendenz und Struktur seiner beiden Hauptwerke in großen Zügen anzudeuten. Erstanden in einer Zeit, in der die Juden in den mohamedanischen Ländern ihre friedlichste Epoche erlebt haben, in der sie geistig, sozial und wirtschaftlich, zumal in Spanien, hervorragende Stellungen einnahmen, war Maimonides unter einer großen Anzahl hervorragender Zeitgenossen eine Gipfelerscheinung. Seine Bedeutung bestand nicht nur darin, daß er den ungeheuren Wissensstoff aller Gebiete mit seinem Geiste umspannte und verarbeitete, sondern darin, daß er ihn in ein genial durchdachtes System einordnete. Gläubig und demütig war er ein religiöser und allem ernsten geistigen und wissenschaftlichen Streben aufgeschlossener Denker. Jedes in der Thora geoffenbarte Gotteswort, jedes Gebot, jede Halacha war für ihn bindend und verpflichtend. Wie er die Gedankenwelt des Judentums durchdrang, so war er auch in den Schriften der griechischen Antike und der arabischen Philisophen heimisch. Er trug Glauben und Wissen, Geoffenbartes und Erarbeitetes, die großen Schätze des Judentums und der Weltweisheit in organischer Verbindung in sich. Sein Schaffen auf jüdischem Gebiet bewegt sich nach zwei Zielen: JUWELEN GOLD SILBER Feinste Japan-Zuchtperlen TRAURINGE BESTECKE Armband-Uhren UHREN-REPARATUREN zuverlässig, preiswert An- und Verkauf aus PrivaJbesitj POSENtDOSEN S1LBERSCHM1EPE | KAISERSTR. 5 FRANKFURT AM MAIN

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