Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 13 (1934-1935)
- Issue
- 8 (4.1935)
- Date
- 1935-04-01
- Page
- Seite 318 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 319 einem Verbleib einzelner handwerksmässig ausgebildeter Juden im lnlande befürchteten Schwarzarbeit dürfte durch polizeiliche Massnahmen wirksam begegnet werden können. Der in solchen Fällen etwa beabsichtigten selbständigen Ausübung eines Handwerks als stehendes Gewerbe stehen die Vorchriften der Dritten Verordnung über den vorläufigen Aufbau des deutschen Handwerks vom 18. Januar 1935 entgegen. Die von dem Kunderlass erwähnte Handwerkerverordnung sieht den sogenannten großen Befähigungsnachweis vor: die Ausübung eines Handwerks wird künftig, von einigen Uebergangsbestimmungen abgesehen, in Deutschland nur nach Absolvierung einer ordnungsmässigen Lehr- und Gesellenzeit und nach Ablegung der Meisterprüfung möglich sein. — Das spanische Zentralkommitee für die Feier des 800jährigen Maimonides-Jubiläums in Cordova hat an die Berliner Jüdische Gemeinde eine Einladung zur Teilnahme an den Feiern gerichtet. Die Berliner Jüdische Gemeinde hat beschlossen, diese Einladung mit herzlichem Dank anzunehmen und ihr Folge zu leisten. Das Mitglied des Vorstandes der Berliner Jüdischen Gemeinde Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee wird als Vertreter der Gemeinde an den Veranstaltungen und Feiern in Madrid und Cordova teilnehmen. — Die vom Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin gemeinsam mit dem Kulturbund deutscher Juden im Berliner Theater veranstaltete Gedenkfeier für Max Liebermann vereinigte die führenden Kreise des öffentlichen und geistigen Lebens der jüdischen Bevölkerung Berlins zu einer eindrucksvollen Huldigung für das Werk .und die Persönlichkeit des verstorbenen großen Künstlers. — Der Deutsche Makkabikreis veranstaltete in Berlin ein internationales jüdisches Schwimmfest, an dem hervorragende Schwimmer aus Ungärn und der Tschechoslovakei teilnahmen. — Am 18. Februar ist in Berlin der Vorsitzende des Hilfsvereins der deutchen Juden, Generokalnsul a. D. Eugen Landau, im Alter von fast 83 Jahren gestorben. Die Beisetzung fand am 21. Februar auf dem alten Berliner Jüdischen Friedhof in der Schönhauser Allee statt. — Breslau. Eine Sitzung der Breslauer Gemeindevertretung beschäftigte sich mit der Verwendung des Kapitals, das der Synagogengemeinde von den verstorbenen Gebrüder Österreicher als Stiftung hinterlassen worden ist, mit der Auflage, daraus ein den Namen der Stifter tragendes Waisenhaus zu errichten. ' Da aber das bestehende Waisenhaus den vorhandenen Anforderungen genügte, wurde vor mehreren Jahren mit Zustimmung der Aufsichtsbehörde, wie der noch lebenden Verwandten der Stifter, die Umwandlung in eine Wohnungsstiftung beschlossen. Der Vorstand der Gemeinde schlägt nunmehr vor, zunächst drei Häuser mit je sechs Wohnungen mit einem Kostenaufwand von rund 100.000 EM. zu errichten. Den notleidenden jüdischen Handwerkern der Gemeinde soll dadurch Beschäftigung verschafft, andererseits aber auch der soziale Zweck der Stiftung verwirklicht werden. Das letztere soll dadurch geschehen, daß für die Wohnungen in erster Linie kinderreiche Familien berücksichtigt werden und die Mieten 20% unter den sonst üblichen Mietpreisen liegen sollen. Die Vorlage des Vorstandes wurde mit starker Mehrheit der Versammlung angenommen.—Frankfurt/M. In Frankfurt am Main ist der Börneplatz in „Dominikanerplatz" und die Börnestrasse in „Großer Wollgraben" umbenannt worden. — Köln. Wie der „Westdeutsche Beobachter" mitteilt, ist das in Köln erscheinende „Gemeindeblatt für die jüdischen Gemeinden in Kheinland und Westfalen" auf drei Wochen verboten worden. —Stettin. Kabbiner Dr. Elk-Stettin wird binnen kurzem nach Palästina übersiedeln. Dr. Elk ist gerade in letzter Zeit als einer der bedeutsamen Kanzelredner und als führende Persönlichkeit des deutschen Zionismus hervorgetreten. Europa Danzig. Wie das „Danziger Gemeindeblatt" mitteilt, hat der Senat der Freien Stadt Danzig auf eine Beschwerde des Vorstandes der Synagogengemeinde in Danzig wegen der Boykottaufforderung gegenüber jüdischen Geschäften der Gemeinde eine Antwort erteilt, in der die der Beschwerde zugrunde liegenden Tatsachen zugegeben werden und Abhilfe versprochen wird. Der Senat drückt sein Bedauern über diese Vorfälle aus. England. Im Unterhaus erklärte der Kolonienminister Sir Philip Cunliffe-Lister auf eine Anfrage des Abgeordneten Lyons, ob das Terrain bei Tel Awiw nochmals auf seine Eignung für die Anlage eines Flughafens für den palästinensischen und englischindischen Luftverkehr geprüft worden sei, Terrains für Flughäfen seien in Haifa und Lydda nach fachmännischer Untersuchung ausgewählt worden. Die Genehmigung zum Ankauf dieser Grundstücke sei bereits erteilt worden. — Der berühmte Orientalist Professor A. S. Yahuda stellt gegenüber den Behauptungen einer radikal-antisemitischen Wochenschrift in Deutschland, er sei ein „Emigrant, der, seitdem er Deutschland verlassen habe, unausgesetzt gegen Deutschland hetzt", in einer öffentlichen Erklärung fest, daß er in vierter Generation britischer Staatsangehöriger ist. Er habe es vor 25 Jahren abgelehnt, seine Staatsangehörigkeit mit der preussischen zu vertauschen, als ihm duiJch Reichskanzler Fürst Bülow und Ministerialdirektor Althoff eine Professur für Kultur und Religion des Islam an der Berliner Universität angeboten wurde. Als 1915 eine neue Lehrkanzel für ihn an der Universität Madrid geschaffen wurde, KRAWATTEN. in den schönsten Mustern, preiswert in reichster Auswahl, Herren-Mode-Artikel xX KBAWATTEM-CHIC Biebergasse 2 direkt a. d. Hauptwache Spezial-Geschäft für feine _ ß>l& Kein Laden SÄlHIMirayiFIFIi!, eig. Herstellung. Gr.Bockenh.Str.52 Tel.29337 Verkauf im Hof links part. 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