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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1935-03-01 · 7 (3.1935) · p. Seite 288

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
13 (1934-1935)
Issue
7 (3.1935)
Date
1935-03-01
Page
Seite 288 (sequence 38)
Language
German
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Seite 288 kenntlich zu machen. Denn sie wollten zunächst nicht erkannt sein. Der Geheimniskrämer unter den sechsen holte aus seinem Kucksack Kuchen, Krapfen, mehrere Flaschen Wein und eine Kiste Zigarren. Der Tisch wurde schnell weiß gedeckt — sie wußten ja, wo alles lag — und die Sachen darauf hübsch angeordnet. Daun zog die Künstlerschar ins Gemeindehaus, wo die Feier im schönsten Gange war. Es war nichts Seltenes, daß am Purim maskierte Gruppen kamen, wenn man auch über die schönen Kostüme der Ankömmlinge einigermassen erstaunt war. Die sechse hielten sich einstweilen still im Hintergrund und hörten zu. Es wurden ganz kurze Einakter aufgeführt: David und Goliath, Noah geht in die Arche, Joseph wird erhöht. Alles sehr schlicht und volkstümlich. Dann sang ein Junge mit schöner Stimme eine .Lied: Gut Purim, liebe Leut. Nun hielt der Lehrer einen lustigen Vortrag, in dem er seine Schüler in humoristisch-gutmütiger Weise mitnahm, wobei jeder im Saale sofort wusste, wer gemeint war. Er erzählte von dem, der immer Nasenbluten bekam, wenn gerade eine Klassenarbeit geschrieben werden sollte, von dem, der seinen Heldenmut immer an den Kleinsten beweisen mußte, von dem, der den Fußball immer ausgerechnet auf die frisch angesäten Beete des Nachbarn kicken musste, von dem, der immer Hoftrauer an den Fingernägeln trug, von dem, der stets lieh und nie zurückgab, von dem, dem immer die Schuhbändel herunterhingen, von dem, der ein Meister im Erfinden von Ausreden war, von dem, der mit einem Kakaomund und Marmeladefingern indie Schule kam und so weiter und so weiter. Alles lachte, und die Buben des Dorfes ätschten sich gegenseitig aus. Nun stieg ein hübsches, doch was sage ich, ein bildschönes Mädchen aufs Podium und sang mit feiner zarter Stimme ein Loblied auf die Königin Esther. Die Sängerin hiess Susanne und war wirklich wie eine Lilie, unddie ganze Gemeinde liebte die holde Susa, wie sie allgemein genannt wurde, denn sie war so gut wie sie schön war. Nun war das Programm der Gemeindefeier zu Ende und der Augenblick für die Sechseschar gekommen. Sie traten auf, von niemand erkannt, denn sie hatten sich alle Mühe gegeben, um diesen Zweck zu erreichen. Sie führten ihr Purimstück mit Schwung und Tmperament auf und errangen einen ungeheuren Erfolg. Das Klatschen und; Bravorufen wollte kein Ende nehmen. Der Beifall ihrer Eltern machte den - Künstlern ganz besondere Freude. Die waren doch ganz ahnungslos und glaubten ihre Kinder in weiter Ferne. Nach den Aufführungen kam der Tanz. Die Brüder tanzten wacker mit, Hessen sich aber nicht bewegen, sich zu erkennen zu geben. Als Schluß und Höhepunkt des Festes wurde die Wahl der Purimkönigin vorgenommen. Zum Zeichen der Anerkennung für ihre großartige Leistung übertrug man der Künstlergruppe die Wahl der Schönsten im Saale. Da stellten sich die sechse hintereinander auf und in gemessenem Schritt gingen sie auf die Susa zu, reichten ihr einer nach dem anderen feierlich die Hand und setzten ihr die herrliche Goldpapierkrone der Esther auf. Da begann ein allgemeines Gratulieren, und die Musik spielte unermüdlich dazu. Und in diesem Trubel verschwanden die sechs. Sie eilten heim, schminkten sich ab und kleideten sich um. Das gab einen Jubel, als die Eltern heimkamen, die sich schon von ferne nicht genug wundern konnten, daß ihr Häuschen so hell erleuchtet war. Das Glück war bei ihnen eingekehrt. Und die Stimmung ist nur wiederzugeben mit den Worten der Megillah: „Es war Licht und Freude und Lust und Wonne." E. Gut Auflösung der Rätsel aus der letzten Kinderecke Silbenrätsel: Makkabäer, Oelwunder Worträtsel: Meister — Schaft, Meisterschaft. Richtige Lösungen sind eingegangen von: Lilo Bachrach, Arndtstrasse 53, Lily Fuld, Kronbergerstrasse 42, Marianne Gross, Feldbergstrasse 7, Kurt Hirschbergt r, Unterlindau 57, Werner Marx, Kronprinzenstrasse 7, Hans Sternfels, Nesenstrasse 7, Ruth Wetterb ahn, Varrentrappstrasse 49. Silbenrätsel Aus folgenden Silben sollen Wörter gebildet werden, deren Anfangsbuchstaben, von oben nach unten gelesen, ein interessantes Buch aus der nachbiblischen Geschichte nennen, während die Endbuchstaben, von oben nach unten gelesen, das schönste Fest bezeichnen, das zum Andenken der Begebenheiten, die dieses Buch uns erzählt, gefeiert wird. — as — ba — chen — chi — dorn — dorff — e — ei — gar — ha — le — le — rett — ries; — ri — ri sau — sen — scop — so — te — tisch — u —. 1. ) Schirmlose Kopfbedeckung (Amtstracht) 2. ) Feldherr Davids 3. ) Südamerikanischer Staat 4. ) Deutscher Dichter 5. ) Untergegangene Stadt (aus der Bibel) 6. ) Hebräischer Monat 7. ) Eine Frau aus der Bibel 8. ) Ein Sohn Isaaks 9. ) Grosses Fernrohr zu astronomischem Zweck Rätsel Setz einem biblischen Namen ein F voran Eine lehrreiche Erzählung wird es sodann. Eine untergegangene Stadt ist's mit B Bei Tische gebraucht man das Wort mit G Nachrichten vermittelt in kürzester Zeit Das Wort mit K nach weit, und breit. AlackJl/Lß Die neuen wertvollen in-und ausländischen Frühjahrs - Stoffe sind eingetroffen. In handwerklicher, nach Maß- Tarif 1 entlohnter Sehn eider-Arbeit kosten unsere erstklassigenMaßanzüge 145.- 165.- 185.- Unsere Garantie: Niditzusagende Anzüge werden zurückgenommen und neu angefertigt, oder der bezahlte Betrag wird rückvergütet 1Awibet^ex & tscclj Die zuverlässigen Kieiderfachleute X* Z u 'd'e n Feiertagen dieneue Tasche ffi von j£x Moder na Goethestraße 2 Kaiserstraße 7 Inhaber Sandel bittere Schokolade, Berlin fahrt LINA KASSEL Nachff. ELIS. MUSSE Kalbäehergtsse 18 Telefon 26934 Pralinen - DioD Arariei jnferteren (ringt <M>! Salomon Feitier WlrtscMttslren ander und Slenersicüversiandiger Bilanzen, Revisionen. Erledigung von Auswanderungs- und Steuerangelegenheiten unier Be ücksichtigung der neuen Steuergesetze. 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