Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 13 (1934-1935)
- Issue
- 7 (3.1935)
- Date
- 1935-03-01
- Page
- Seite 269 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 269 Berlin. Im Rahmen der Bemühungen des Preussisehen Landesverbandes jüdischer Gemeinden, denjenigen jüdischen Gemeinden anderer Gebietsteile, die durch die wirtschaftliche Entwicklung notleidend geworden sind, den starken Rückhalt eines großen Verbandes zu bieten, waren Verhandlungen auch mit den thüringischen Gemeinden eingeleitet worden, die am Sonntag, den 17. Fe- .bruar auf einer Geraeindetagung des Thüringischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden in Eisenach ihren Abschluß fanden. Nachdem der Sachbearbeiter des Gemeindereferats des Preussisehen Landesverbandes, Herr Max Birnbaum-Berlin, eine Reihe von Aufklärungen technischer Art gegeben hatte, wurde einstimmig von sämtlichen anwesenden Vertretern, so den Vorständen der Gemeinden Eisenach, Meiningen, Gotha, Sondershausen u. a., der Anschluß des Thüringischen Landesverbandes und der ihm angehörenden Gemeinden an den Preussisehen Landesverband beschlossen. Im Großen Rate des Preussisehen Landesverbandes wird Herr Vollmann-Meiningen, der zum Vorsitzenden des Thüringischen Landesverbandes einstimmig gewählt wurde, und als sein Vertreter Herr Rechtsanwalt Dr. Baekhauss-Eisenach, die thüringischen Gemeinden vertreten. — Anlässlich des Ergebnisses der Saarabstimmung hat der Preussische Landesverband jüdischer Gemeinden an die Synagogen-Gemeinde in Saarbrücken ein Schreiben gerichtet, in dem die Wiederaufnahme der früheren Verhandlungen wegen Eintritt der saarländischen Gemeinden in den Preussisehen Landesverband angeregt wird. In diesem Schreiben wird die Wiedereingliederung des Saarlandes in dem folgenden Passus gewürdigt: „Wir grüssen die jüdischen Brüder und Schwestern an der Saar bei ihrer Rückkehr in unsere gemeinsame deutsche Heimat und übermitteln gleichzeitig im Namen der preussisehen -Synagogengemeinden, die in unserem Verbände zusammengeschlossen sind, ihnen aus diesem Anlass unsere herzlichsten Glückwünsche. Nachdem der Druck der Ungewissheit von ihnen genommen ist, wird auch in den jüdischen Gemeinden des Saarlandes der Weg zu segensreicher Entwicklung frei sein." — Die am 31. Dezember 1934 abgelaufene Amtsperiode des Direktoriums der Berliner Jüdischen Gemeinde ist nicht verlängert worden. Damit sind die Befugnisse des Vorstandes der Berliner Jüdischen Gemeinde, die dieser teilweise auf das Direktorium übertragen hatte, in vcllem Umfange wiederhergestellt. — Der Preussische Landesverband jüdischer Gemeinden teilt mit: Sonntag, den 10. Februar, fand in Schivelbein-Pommern die feierliche Einführung des Herrn Rabbiners Karl Richter aus Hirschberg in das Amt des Bezirksrabbiners für einen großen Teil der Gemeinden Hinterpommerns statt.—Der Reichs- und Preussische Minister, des Innern hat einen Runderlass herausgegeben, der sich mit der Einführung eines Ahnenpasses befasst, der zum Nachweis der arischen Abstammung des Inhabers dienen soll. — In der „Deutschen Justiz" wird eine Ausführungsverordnung des Reichsjustizministers über die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft und sonstige Angelegenheiten der Rechtsanwälte vom 16. Januar veröffentlicht. In Bezug auf die Bestellung von Stellvertretern für einen Rechtsanwalt wird bestimmt, daß einem nichtarischen Rechtsanwalt kein Vertreter arischer Abstammung zu bestellen ist, der der NSDAP oder einer ihrer Gliederungen angehört. — Im „Deutschen Reichsanzeiger" wird eine „Dritte Verordnung über die Zulassung von Zahnärzten und Dentisten zur Tätigkeit bei den Krankenkassen" veröffentlicht, die insbesondere erweiterte Vorschriften im Sinne der Ariergesetzgebung bringt. Wenn die Zulassung von Zahnärzten und Dentisten zu den Krankenkassen von der Eintragung in ein Register abhängig gemacht ist, so ist in Zukunft diese Eintragung nur dann zulässig, wenn nicht nur der Antragsteller selbst, sondern auch sein Ehegatte arischer Abstammung ist. Gleichzeitig wird die Anordnung des § 4, Absatz 4 der Verordnung vom 27. Juli 1933, wonach „die nichtarische Abstammung kein Hindernis für die Eintragung ist, wenn die Antragsteller im Weltkriege auf Seiten des deutschen Reiches oder seiner Verbündeten teilgenommen haben oder wenn ihre Väter oder Söhne im Weltkriege gefallen sind", aufgehoben. — Rabbiner Dr. Emil Bernhard Cohn hat ein Nachschlagewerk abgefasst, das in eingehenden Artikeln die Grundlagen jüdischen Wissens darstellt. Dieses Buch wird die notwendige Kenntnis über Juden und Judentum, jüdische Geschichte und Kulturgeschichte, Sitten und Gebräuche, Lehren und Gesetze vermitteln. — Der Bildüngsverein deutscher Juden E. V. in Berlin teilt mit: Der Bildungsverein deutscher Juden E. V. in. Berlin, der es sieh nach seiner Satzung zur Aufgabe stellt, Kinder deutscher Juden in deutscher Kultur bei treuer Pflege religiösen Geistes heranzubilden, eröffnet zu Schulbeginn im Einvernehmen mit der Schulverwaltung der Jüdischen Gemeinde eine private Volksschule in dem ehemaligen Logengebäude, Berlin W. 15, Joachimsthal er Strasse 13. Damit erfährt das jüdische Schulwerk in Deutschland eine wertvolle und bedeutungsvolle Erweiterung, indem hier zum ersten Male in Anpassung an die heutigen Verhältnisse eine Schule eindeutig deutschjüdischer Prägung geschaffen wird. Die Geschäftsstelle des Bildungsvereins befindet sieh in Berlin N. 24, Johannisstrasse 16. — Die Pressestelle der Reichsvertretung der deutschen Juden teilt mit: In den ständigen Mitarbeiterkreis der Mittelstelle für jüdische Erwachsenenbildung sind die Herren Dr. Karl Adler, der Leiter der jüdischen Kunstgemeinschaft in Stuttgart, sowie Professor Dr. Curt Bondy und Professor Dr. Gotthold Weil berufen worden.' Herr Dr. Ernst Simon ist für einige Zeit beurlaubt worden. — In diesen Tagen waren es 30 Jahre, daß Leo Kreindler, der bekannte Schriftleiter des Berliner Jüdischen Gemeindeblattes, im Dienste der jüdischen Gemeinde stand. — Zum Leiter der gynäkologischen Poliklinik im Krankenhaus der Jüdischen Ge- HHflfl LOrSCll Bamennme/Elegantescagls jelZl GOBlMfllZ6 Zeitgemäße Preise Telefon 29292 IPIrfl©ir®S & modern, künst erisch, billig Atelier May Kaiserstrafk 19 (Ind mihren »us) 1 hnrl d % jüdische Ha ■uwsi»! I MASS' und Mängel tert'gt ü. Garair ie"f."er>YRi7 VWrßaibeü, 2 Anproben. *f| ■ -)E>3-Verarheiig.,l Ref. f UU»~ j Kpl la Kammgarn-Mjßanzug ab 72. Mass-Sctineiderei A. Baumann ■»«•er. IMC1 S-hä'e »»»■«■. 17. I frl: 2l*S Inserieren bringt Gewinn Uebe. lOOJaüre ■m Familien b«sitz ALLES was das Frühjahr an MODE-NEUHEITEN bring', zeigt in bekannt großer Auswahl zu niedrigen Preisen MODE RICHTER DAS SPEZIALHAUS der GUT ANGEZOGENEN FRAU GOETHESTR. 22 (gegenüber Pfüller) TEL 23811