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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1935-03-01 · 7 (3.1935) · p. Seite 267

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
13 (1934-1935)
Issue
7 (3.1935)
Date
1935-03-01
Page
Seite 267 (sequence 17)
Language
German
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Seite 267 Am Sonntag, den 17. Februar trat der Organisationsausschuß der Reichsvertretung der deutschen Juden erneut zu Beratungen zusammen. Es gelang, die Vorarbeiten für' die Eingliederung des gesamten sozialen und wirtschaftlichen Hilfswerkes in die Eeichsvertretung zu erfolgreichem Abschluß zu bringen. Mit dem 1. April 1935 wird nunmehr das Hilfs- und Aufbauwerk des Zentralausschusses einen festen Bestandteil des Organismus, der Reichsvertretung bilden. Im Einzelnen wurde folgendes beschlossen: Mit Wirkung vom 1. April 1935 ab werden die Tätigkeitsgebiete der Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge, der jüdischen Arbeitshilfe e. V. (Landwerk Neuendorf), der Vereinigten Zentrale für jüdische Arbeitsnachweise, der Zentralstelle für jüdische Wirtschaftshilfe, der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden e. V. in die Reichsvertretung eingegliedert. Es werden damil die großen Arbeitsgebiete der Wohlfahrtspflege, der Wirtschaftshilfe, der Berufsumschichtung, der Kredithilfe, des Arbeitsnachweiswesens und der übrigen Wirtschaftshilfe sowie der Rückwanderung in die Reichsvertretung eingefügt werden. Die noch aussenstehenden Gebiete des .Hilfs- und Aufbauwerkes werden ebenfalls organisch mit der Arbeit der Reichsvertretung verblinden werden. Die Geschäftsführer der eingegliederten Organisationen werden Sachbearbeiter bei der Reichsvertretung. Um die wertvolle Arbeit der ehrenamtlichen Mitarbeiter der eingegliederten Stellen auch der neuen Organisationsform zu erhalten und darüber hinaus eine Möglichkeit für Heranziehung wichtiger Einzelpersönlichkeiten zu schaffen, werden den Sachbearbeitern beigegegebene Ausschüsse gebildet werden, denen je ein Mitglied des Präsidialausschusses als Vorsitzender angehört. Die letzte Entscheidung liegt wie bei allen anderen Arbeitsgebieten der Reichsvertretung bei dem Präsidialausschuss. Die Fachausschüsse der neuen Arbeitsgebiete der Reicbsvertretung treten gemeinsam mit einem besonderen Aufbringungsausschuss nach Bedarf als „Zentralausschuß für Hilfe und Aufbau" zur Beratung gemeinschaftlicher Aufgaben zusammen. Auch darüber hinaus ist für die Beibehaltung und weitere Ausgestaltung des Zusammenhanges der Arbeitsgebiete des Hilfs -und Aufbauwerkes organisatorisch Sorge getragen. Die Finanzverwaltung wird in Zukunft einheitlich für das gesamte alte und neue Arbeitsgebiet der.Reichsvertretung geführt werden. Den vom Organisationsausschuss gefassten Beschlüssen kommt eine ausserordentliche Tragweite zu. Entsprechend den in der jüdischen Oeffentlichkeit oft geäusserten Wünschen der Notwendigkeit straffer Zusamenfassung ist nunmehr ein geschlossener Gesamtaufbau geschaffen worden, der bei' sparsamstem Krästeaufwand die größtmögliche Leistung im Dienst des deutschen Judentums verbürgt. Alle an der Eingliederung beteiligten Stellen haben gern Opfer an organisatorischer Selbständigkeit gebracht, um der Forderung einheitlicher Gliederung zur Durchführung zu verhelfen. Vom l.April ab ist nunmehr das grosse Hilfs- und Aufbauwerk der deutschen Juden fest in der Reichsvertretung verankert. Oeffentliche Mahnung. Betr. Kultussteuer-N a c hveranlagung 1934/35 und Veranlagung zum Gemeindegeld 1934. An diejenigen Gemeindemitglieder, die ihre n a c hveranlagte Kultnssteuer bzw. das Gemeindegeld noch nicht beglichen haben, ergeht hiermit die Aufforderung, die Steuer bis zum 10. März ds. Js. an die Kasse der Israelitischen Gemeinde, Fahrgasse 146, (Postscheckkonto 20767) unter Benutzung der dieser Ausgabe beigefügten Zahlkarte zu überweisen. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt die zwangsweise Beitreibung der Steuer zuzüglich Mahngebühren durch die zuständige Vollstreckungsstelle der Finanzkasse. Wir hegen die bestimmte Hoffnung, daß die Gemeinderoitglieder der Notzeit entsprechend die Abgabe ohne Zwangsbeitreibung entrichten werden. Frankfurt a. M., den 25. Februar 1935 VORSTAND DER ISRAELITISCHEN GEMEINDE Alfred Hauck Das Hinscheiden Alfred Haucks hat in weitesten Kreisen unserer Gemeinde schmerzliche Teilnahme hervorgerufen. Mit seiner Person wurde ein Stück Frankfurter Operngeschichte zu Grabe getragen. Schon vor fast 20 Jahren verliess der Künstler das Theater, um sich ins Privatleben zurückzuziehen, äber ihm blieben in selten reichem Masse die Sympathien der Opernfreunde erhalten. Seine ungewöhnliche Beliebtheit verdankte Hauck sowohl künstleriscchen wie menschlichen Eigenschaften. Als eine auf allen Gebieten der Oper und der Operette verwendbare Kraft gehörte Hauck drei Jahrzehnte lang zu den besten Stützen der Frankfurter Bühne. Zunächst als Spieltenor, Tenorbuffo und Bonvivant tätig, ging der Sänger in reiferen Jahren mit ausserordentlichem Glück in das Fach des Charakterkomikers über. Seinem treffsicheren, belustigenden Spiel verdankte manche Premiere mit in erster Linie ihren durchschlagenden Erfolg. Für die Eigenart seines gemütsvollen, liebenswürdigen Humors bot gerade die klassische Wiener Operette ein weites Feld. Vom Vater zunächst zum Kaufmann bestimmt, hat Alfred Hauck im Vertrauen auf seine Begabung doch bald die Bühnenlaufbahn ergriffen. Nach wechselvollen Schicksalen an kleineren Theatern Oesterreichs und Deutschlands begann sein Aufstieg mit einem Engagement in Köln. Schon eine Spielzeit später wurde Hauck von Emil Claar an das Frankfurter Opernhaus verpflichtet. Das Eintreten für Berufskollegen bedeutete Hauck Herzenssache: er krönte seine soziale Arbeit dxirch Gründung und Ausbau einer Pensionskasse für das gesamte künstlerische Personal. Man entgalt ihm diese tätige Menschenliebe durch die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft an den Städtischen Bühnen. Alle, die den Heimgegangenen als Künstler und als Menschen gekannt haben, werden sein Andenken hoch in Ehren halten! A. H. KOHLEN-STROMEYER Kohlen * Koks - Briketts S pge z i«a I i t ä t: EIFORMBRIKETTS Westendstrasse 42 — Telefon 70146 Ernst Lochner&Horkheimer Liebfrauenberg 39,1. Stock - Gegr. 1837 Charlotte-Schmuck Charlotte-Geschenke für jeden Geschmack und .... billig Verkauf Neu^s"Theater H £\ TI 0"H"^ ROSSMARKT 1 7 ohne Aufschlag i IU.I lUUUneben Salamander Engl. u. Denisse Herrensioiie

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