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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1935-03-01 · 7 (3.1935) · p. Seite 264

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
13 (1934-1935)
Issue
7 (3.1935)
Date
1935-03-01
Page
Seite 264 (sequence 14)
Language
German
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Seite 2G 4 Und schliesslich: wenn „die" Form gefordert, zugleich aber die Wahrung und Auswahl der Formen offenbar ins Belieben jedes Einzelnen gestellt wird, dann bleibt „religiöse Form" ebenso abstrakt wie jenes Recht der Gemeinschaft vor dem Einzelnen, welches Stern verkündete. Wir hoffen, daß die Jugend — über die Ergebnisse dieses Vortrages allerdings hinausgehend — mit dem echten Willen zur jüdischen Erneuerung, wie ihn Gerson Stern eindrucksvoll verkörpert, die Diskussion dieser Frage weitertreibt. Kurt Bergel Jüdisches Schicksal und jüdisches Antlitz Wie sieht die Umwelt den Juden und wie stellt der Jude sich in der Kunst .dar? Diese Fragen hatte Dr. Hermann Gundersheimer zum Gegenstand eines Vortrags im Rahmen einer Veranstaltung der Gesellschaft für jüdische Volksbildung gemacht. An einer Reihe zum Teil kaum bekannter charakteristischer Lichtbilder von Porträts zeigte er den Ausdruck jüdischen Schicksals im Gesicht der Juden. Man stellte besonders geprägte Züge dar, wie bei einer der ältesten Darstellungen einer Jüdin auf einem Mumiensarkophag, die auch dann noch zu finden sind, wenn der Jude sich rein äusserlich den Menschen assimiliert hat, unter denen er lebt (z. B.der Kopf eines römischen jüdischen Bankiers). Wie das äussere Schicksal der Juden sich im Laufe der Jahrhunderte wandelte, so wandelte sich auch die Darstellung, manchmal Eigentümlichkeiten kaum oder nur schwer erkennen lassend. Neben diesem sehr interessanten und aufschlussreichen Vortrag Dr. Gundersheimers brachte die Gesellschaft für jüdische Volksbildung im Februar noch Veranstaltungen, bei denen Dr. Paul Lazarus-Wiesbaden über „Asien und Europa — die Schicksalsbegegnungen der Juden" und Frau Dr. Badt- Strauss (Berlin) über „Rahel Lewin — eine Heimkehr aus der Fremde" sprachen. a. Chamischoh Osor Bi-Schwat-Feier Der Sabbat hinderte die Gesellschaft für-jüdische Volksbildung nicht, ihr alljährliches „Neujahrsfest der Bäume" für die Kinder der nichtjüdischen Volksschulen in überlieferter Weise abzuhalten. Dr. Ehrenreichs neuer Kinderchor war der Hauptträger der Darbietungen. Das Scholaum Alechem-Lied, vom Kinderchor angestimmt und von den kleinen Gästen rasch aufgenommen, stellte den ersten Konnex her. Dr. Hermann Weil würdigte in einer Ansprache die Bedeutung des Tages und leitete zu dem \&on einem Knaben des Synagogenchors vorgetragenen Maariw-Gebet über, dem das Hawdoloh-Machen folgte. Als der Sabbat zu Ende war, gab es Raum für reine, kindliche Festesfreude. Mit einem Marschlied aufziehend, führte der Chor ein rechtes Chaniischoh Osor-Spiel auf, dessen neuhebräische Lieder Herbert Fromm schlicht umd leicht eingänglich vertont hatte. Zum Abschluß wurde ein kleines Bäumchen gepflanzt. Lebhafter Beifall dankte der jugendlichen Spielschar für ihren Fleiss und -ihre Leistung. Und als die über 500 Kinder zählende Versammlung beglückt mit ihren Obstdüten das Haus verliess, konnten auch die Erwachsenen mit Befriedigung auf die Veranstaltung blicken, die Sinn und Wert unserer Festtage lebendig erkennen Hess. Kinderaufführung Unter dem Stichwort „Kinder spielen für Kinder" wurde kürzlich ein Stück von Dr. Erwin Seligmann mit dem Titel „Jose £" aufgeführt. Der Autor hatte mit geschickter Hand die aus der Bibel bekannte Josefserzählung in 6 Bilder zusammengefasst, wobei allerdings die elementare Wucht der schlichten älttestamentlichen Geschichte etwas beeinträchtigt wurde. Auch gestattete er sich, den biblischen Hergang abzukürzen, indem er Jakob, durch die Sehnsucht nach seinem Sohn getrieben, nach Aegypten kommen liess und nicht, wie es an der betreffenden Stelle im ersten Buche Mose heisst, auf Veranlassung Josefs.^Im Uebrigen erscheinen fast alle biblischen Gestalten der Josefserzählung auf der Bühne und auch die Erzählung der verschiedenen Träume und deren Deutung wurde beibehalten. Die Aufführung, die unter der Leitung der früheren Schauspielerin Sella Lindauer stand, bewies, daß auch unter unserer jüngsten Generation schauspielerische Talente verborgen sind; vor allem zeichneten sich die beiden Darsteller des Josef, Gertrud Blüthe und Kurt N a u m o w-F leischmann, aus. — Dr/T3. Frankfurter Künstler auswärts Der Tenor Walter Lindenberg errang bei verschiedenen Konzerten in Paris und am Radio bei Publikum und Presse große Erfolge. Der Bariton Max R a y m e r, Berlin, sang mit großem Erfolg Lieder und Arien in den Städten Berlin, Mannheim, Würzburg, Augsburg und Halberstadt. II Amtliche Anzeigen des G<:meindevorstands Ocffcntliche Mahnung Betr. Kultussteuer-Nachveranlagung 1934/35 und Veranlagung zum Gemeindegeld 1934?. An diejenigen Gemeindemitglieder, die ihre n a c hveranlagte Kultusstcuer bezw. Gemeindegeld noch nicht heglichen haben, ergeht hiermit die Aufforderung, die Steuer bis zum 10. März d s. J s. an die Kasse der Israelitischen Gemeinde, Fahrgasse 146, (Postscheckkonto 20767) unter Benützung der dieser Ausgabe beigefügten Zahlkarte zu überweisen. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt die zwangsweise Beitreibung der Steuer zuzüglich Mahngebühren durch die zuständige Vollstreckungsstelle der Finanzkassc. Wir hegen die bestimmte Hoffnung, daß die Gemeindemitglicder der Notzeit entsprechend die Abgabe ohne Zwangsbeitreibung entrichten werden. Frankfurt a. M., den 25. Februar 1935 VORSTAND DER ISRAELITISCHEN GEMEINDE Platzinhaber der Westendsynagoge Der Vorstand der Westendsynagoge hat für den 12. März 1935, abends 6% Uhr eine Versammlung der Platzinhaber in den Sitzungssaal der Westendsynagoge einberufen, mit der Tagesordnung: Vorschlag von sechs Kandidaten an Stelle der beiden ausscheidenden Vorstandsmitglieder. Platzinhaber der Hauptsynagoge Der Vorstand der Hauptsynagoge hat für den 15. März 1935, abends 17%.' eine Versammlung der Platzinhaber in den Sitzungssaal der Hauptsynagoge einberufen, mit der Tagesordnung: Vorschlag von sechs Kandidaten an Stelle der beiden ausscheidenden Vorstandsmitglieder. DEUTSCHE EFFECTEN^UND WECHSELBANK Konstanter Wache Allerheiligenslrassa 89 Osthafen Hanauarlandstrasse 125 Bockenheim Leipzigerstrasse 50 vormals L. A. Hahn — gegründet i 821 — Aki.-Ges. seil 1872 FRANKFURT AM MAIN Kaiserstrasse 30 Individuelle Beratung Auch in den Städten Höchst a. M. Dalbergstrasse 3 Offenbach a. M. Frankfurterstrasse 54

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