Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 13 (1934-1935)
- Issue
- 7 (3.1935)
- Date
- 1935-03-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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FRANKFURTER ISRAELITISCHES GEMEINDEBLATT Amtliches Organ der Israelitischen Gemeinde Das Gemeindeblatt erscheint monatlich. Bezugspreis für Gemeindemitglieder riertel jährlich 45 Rpfg. (einschl. Znstellungs- und Erhebungskosten). — Preis der Einzelnummer 25 Rpfg. — Jahresbezug für Nichtmitglieder der Gemeinde RM. 3.— zuzüglich Porto. — Schriftleitung: Fahrgasse 146; Fernsprecher: Sammel-Nummer H. 27544. — Postscheckkonto: Frankfurt a. M. Nr. 33521. — AnzeigenTerwaltung: Annoncen-Expedition M. Isaac 4 Co., Rarensteinstraße 11, I., Fernsprecher 44868 und 44888. — Anzeigen nach Tarif. — Anzeigenschluß für nächste Nummer: 29. März — Die Schriftleitung übernimmt für den Inhalt des Gemeindeblattes nur die preflgesetzliche Verantwortung. Nachdruck nur mit Erlaubnis der Schriftleitung gestattet. 13. Jahrgang Frankfurt a. M., März 1935 Nr. 7 Estherrolle Farbige Zwisehenleisten und Ränder mit Bildern zur Purimgeschichte. Silbergehäuse zum Einrollen, um 1700. (Museum Jüdischer Altertümer) Purim Eine Betrachtung von Rabbiner Dr. Neuhaus Zum Andenken an die Errettung aus Gefahr zur Zeit des Königs Ahasveros in Persien soll nach unserer Tradition eine Erinnerungsmünze geprägt worden sein, die auf der einen Seite einen Mann in Trauerkleidern, auf der anderen Seite dieselbe Gestalt, mit dem Hermelinmantel eines Königs umhüllt, zeigte. Auf der Münze habe gestanden: „Du verwandelst meine Trauer in Frohlocken, Du lösest mein Klagegewand und umgürtest mich mit Freude." (Psalm 30,12). Man hat von jeher sich die Frage vorgelegt: Soll die Darstellung auf der Münze ein Sinnbild Israels sein, das der Ewige in seiner Gnade aus der Not zur Erlösung geführt hat oder soll es der Mordechai aus der Purimgeschichte sein, der aus schwerer Trauer zum Ruhm und zur Ehre emporgeführt wird. Diese Denkmünze ist nicht mehr aufzufinden, sie ging in . Jahrhunderten der Leidensgeschichte Israels verloren, aber die Erinnerung an jene Tage des Ahasveros ist durch die E3therrolle für alle Zeiten lebendig geblieben. In ihr fanden unsere Vorfahren das Spiegelbild ihres eigenen Lebens und Schaffens wieder; in ihr lasen sie Worte ihres Schmerzes, ihres persönlichen Kummers, ihrer seelischen Not. Wie in diesem Büchlein aus Klage Freude, aus Sorge und Pein „Wonne und Würde" entstanden, so wurde auch bei ihnen Hoffnung auf bessere Zeiten niemals ausgelöscht, sondern lebendig im Vertrauen auf den Ewigen und Menschen, die in schweren Zeitläufen auf ihn bauten. „Diese Purimtage werden nicht aufhören aus der Mitte der Juden, und ihr Andenken bei ihren Nachfahren nicht erlöschen." (Esther 9,28). Denn der Dank für die Güte und die Liebe des Ewigen wird nie weichen; alle Opfer hören einst auf, nur nicht das Korban Taudoh, das Opfer des Dankes." (Tauchuma zu Emaur 19). Wie ein wahres Volksbuch will Megillath Esther nicht nur Dankbarkeit der Tat und dankbare Gesinnung fordern, nieht nur Hoffnung in Gefahr geben, nein dieses Buch will uns Bilder — gleichsam im Anschauungsunterricht — vor Augen führen, die uns durch ihr Wirken und Walten für alle Generationen, für alle