Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 13 (1934-1935)
- Issue
- 6 (2.1935)
- Date
- 1935-02-01
- Page
- Seite 235 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
- Lod 1× ep/1045074
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Seite 235 Dr. Maurice B. Hexter. Am zweiten Tage wurde über die Forderung des nichtzionistischen Teils der Agency nach stärkerer Vertretung in der Executive verhandelt. Palästina. Die Zahl der Juden in Palästina Anfang 1935 wird mit 307.312 angegeben. Das sind 26% der Gesamtbevölkerung Palästinas. — Im Monat November sind, wie amtlich bekannt gegeben wird, 4838 Juden nach Palästina eingewandert. In dieser Zahl sind 371 Einwanderer der Kapitalistenkategorie, für die ein Mindesteigenkapital von 1000 Pfund vorgeschrieben ist, sowie 448 Personen inbegriffen, die auf Grund von Touristenvisen ins Land kamen und später die dauernde Niederlassungserlaulmis erhielten. — Durch die Wolkenbrüche und Ueberschwemmungen in der Küstenebene sind im Distrikt Haifa viele Einwohner durch Zerstörung zahlreicher Häuser und Hütten obdachlos geworden. Vielfach wurde der Hausrat aus den Häusern fortgeschwemmt. Der Damm der Eisenbahnlinie nach Aegypten ist zwischen Lydda und Haifa kilometerweit zerstört. Der Passagier- und Güterzugverkehr musste eingestellt werden. Die Eeisenden konnten zum Teil mit Autobussen weiterbefördert werden, zum Teil waren sie gezwungen, in den Zügen und auf den Bahnhöfen zu übernachten. Das Gebiet von Nathania war ohne Licht und Trinkwasser und von jedem Verkehr abgeschnitten. Strassen und Brücken sind zerstört. Der Schäden wird auf eine Million Pfund geschätzt. —Der ehemalige juristische Berater der Gemeinde in Frankfurt am Main, Dr. EugenMayer, der sich seit etwa einem Jahr in Jerusalem'niedergelassen hat,wurde vom Vorstand der Jüdischen Gemeinde und vom Waad Leumi mit der Ausarbeitung eines Planes für den Neuaufbau der Gemeinde Jerusalem und ihrer Einrichtungen beauftragt. Dr. Mayer, der sein verwaltungstechnisches Talent bei seiner Arbeit in Frankfurt am Main, der zweitgrößten jüdischen Gemeinde Deutschlands, erwiesen hat, gilt als besonderer Fachmann in Organisations- und Verwaltungsfragen jüdischer Gemeinden. Man ist überzeugt, daß er bei seinen Bemühungen von sämtlichen Gruppen der Jerusalemer Gemeinde unterstützt werden wird. — Das Jerusalemer Berufungsgericht hat den von Beduinen erhobenen Anspruch auf Ausübung von Weiderechten auf einem dem Jüdischen Nationalfonds gehörenden Gebiet in Zamania (Nordpalästina) zurückgewiesen. — Der Stadtrat von Tel A w i w hat gemeinsam mit dem Nationalfonds und der Zionistischen Exekutive ein Informationsbüro für Bodenkäufer zwecks Bekämpfung der Spekulation eingerichtet. — Eine Delegation der Jewish Agency hat bei der Palästinaregierung Einspruch gegen die geplante Eeform der Besteuerung von Grund und Boden erhoben. — Der Direktor der Allgemeinen Hypothekenbank Palästinas S. Hoofien kündigte in einer Pressekonferenz die Ausgabe .neuer Obligationen im Betrage von 350.000 Pfund zu einem Zinsfuss von 5% durch die Bank für die nächste Zeit an. Direktor Hoofien versprach gleichzeitig eine Herabsetzung des Hypothekarzinsfusses in nächster Zeit. Damit solle eine allgemeine Senkung des Zinsfusses in Palästina herbeigeführt werden. — Der Export von Citrusfrüchten aus Palästina ist auch in der letzten Saison weiter gestiegen. Vom Beginn der Saison bis 16. Dezember v. J. sind 17.757 Kisten mehr verladen worden, als in der vorigen Saison. Der Gesamtexport bis zu diesem Tage betrifft 913.631 Kisten, davon 157,500 Kisten Grapefruit, 21.750 Kisten Citronen, 130 Kisten sonstige Citrusfrüchte, alles übrige waren Apfelsinen. — Wie amtlich mitgeteilt wird, betrug der Wert der im Juli 1934 nach Palästina eingeführten Waren 1.143.000 Pfund gegenüber 913.000 Pfund im Juli 1933. Der Export in diesem Monat betrug 49.000 Pfund, ist somit gegenüber dem Export im Juli 1933, der 51.700 Pfund betrug, zurückgegangen. — Wie aus dem soeben veröffentlichten Bericht des Hauptzollamtes der Palästinaregierung hervorgeht, sind die ZoIIeinnahmen, die den größten Teil der Einkünfte der Palästinaregierung ausmachen, i. J. 1934 um fast 900.000 Pfund, nämlich auf 2.927,000 Pfund gegenüber 2.071.370 Pfund i. J.-1933 gestiegen. 1932 betrugen die Zolleinnahmen 1.511.149, 1931 1.169.924, 1930 1.234.957 und 1929 1.161.950 Pfund. Wie offiziell mitgeteilt wird, hat die Palästina-Kegierung im November 1934 einen Verwaltungsüberschuss von 161.653 Pfund erzielt. — Die Abteilung für Kultur- und Erziehungswesen bei der Tel Awiwer Stadtgemeinde hat alle Besitzer von Cafehäusern und öffentlichen Sälen ersucht, von der Veranstaltung von Feiern anlässlich des Jahreswechsels nach bürgerlicher Zeitrechnung abzusehen. — Der Stadtrat von Tel Awiw hat den früheren Präsidenten der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency und jetzigen Leiter des Amtes für die Ansiedlung deutscher Juden in Palästina, Dr. Chaim Weizniann, einstimmig — auch die revisionistischen Mitglieder des Stadtrats stimmten für den Antrag — zum Ehrenbürger von Tel Awiw ernannt. Anstalten und Vereine Judische Beratungsstelle für Wirtschaftshilfe Frankfurt a. M., jetzt K ö n i g s w a r t e r st r. 24, I., Tel. 46976, Postscheckkonto „Jüdische Nothilfe 1933", Frankfurt a. M. 29990. Allgemeine Sprechstunden: Montag bis Donnerstag von 15^ bis 17 Uhr, Montag, Dienstag, Donnerstag für Kaufleute. Mittwoch: Eechtsberatung. Soweit einzelne RechtsangelegenheiteneingehendeBearbeitung erfordern, werden bedürftige Rechtssuchende den hiesigen jüdischen Anwälten zur unentgeltlichen Betreuung auf deren Büro überwiesen. Kurse in Franz.. Engl., Ital., Spanisch, Stenographie für Anfänger und Fortgeschrittene. In den italienischen Kurs können Anfänger, die etwas sprachliche Vorkenntnisse haben, z. Zt. aufgenommen werden. Anmeldungen: Eschersheimer Landstr. 65 (Jugendheim). Hauswirtschaftliche Kommission Sprechstunden der Hauswirtschaftlichen Kommission für Rat und Auskunft m hauswirtschaftlichen und Hausangestelltenfragen: Dienstag von 11—12 Uhr und Mittwoch von 4—5 Uhr, Hans-Handwerkstraße 3. Juristisch-wirtschaftliche Beratungsstelle des CV. Die juristisch-wirtschaftliche Beratungsstelle des Centraivereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Landesverband Hessen-Nassau und Hessen uncl Ortsgruppe Frankfurt a. M. Steinweg 9, Zimmer 22, (Sprechstunden täglich außer Samstag und Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr) erteilt im Einvernehmen mit den jüdischen Spezialorganisationen im Rahmen der Richtlinien der Reichsvertretung der deutschen Juden Reehtsausktintte in allen juristischen und wirtschaftlichen Fragen, die mit der neuen Gesetzgebung zusammenhängen. Femer werden Kollektiv- und Einzelschritte bei Behörden und Verbänden bearbeitet. Um eine unnötige zeitraubende Belastung der Beratungsstelle, welche jedem deutschen J u d e n zur Verfügung steht, zu vermeiden, wird gebeten alle für dieAuskunft wichtigen Belege mitzubringen und die Sprechzeit möglichst einnzuhalten. Jüdischer Arbeitsnachweis j Weiblid» | Unentgeltlicher Arbeitsnachweis und Berufsberatung der weiblichen Fürsorge e. V. für jüdische Frauen und Mädchen. Sprechstunde nur nachmittags von 3—6 Uhr. Berufsberatung und Lehr s t el 1 en- Ver mittl un g Mittwoch von 3—5 Uhr. Wir empfehlen: Tüchtiges Geschäftspersonal: Buchhalterinnen, Kontrr^tinnen, Stenotypistinnen (auch mit eigener Maschine), Verkäuferinnen, Schneiderinnen, Näherinnen und Flickerinnen, Modistinnen, Kunststnpferin mit guten Referenzen. Tüchtiges Hauspersonal, Stützen. Hausdamen, Haushälterinnen, Kindergärtnerinnen, Kinderfräulein, Kindermädchen, Köchinnen und Monatsfrauen. Lehrerinnen nnd Studentinnen für Unterricht und Nachhilfestunden, zur Beaufsichtigung und Beschäftigung der Kinder. Wir suchen: für eine große Anzahl junger Mädchen, die Ostern die Schule verlassen, Lehrstellen in kaufmännischen und er e - werblichen Betrieben. Arbeitgeber helfen Sie uns! Melden Sie uns die Vakanzen für Lehrmädchen in Ihren Geschäften und Betrieben! Arbeitsnachweis der Weiblichen Fürsorge, Hans-Handwerkstraße 3, Telephon 25462. j"*~MSBBHd» | Weit über 600 Arbeitsuchende sind hei dem männlichen Arbeitsnachweis für Juden gemeldet und warten auf Unterbringung! Jeder jüdische Arbeitgeber wende sich bei freiwerdenden Arbeitsplätzen an uns! Die Kriegsbeschädigten, Frontkämpfer, Kinderreichen nnd son stigen älteren Angestellten nnd Arbeiter bedürfen besonderer Be rücksichtigung. Arbeitgeber! Helft, in dem bevorstehenden schweren Winter die Not der jüdischen Arbeitslosen zu lindern! Meldet uns sofort jede vorkommende Dauer- und Aushilfsstelle! Sprechstunden: für gewerbliche Arbeitsuchende: Montag und Mittwoch von 9—12 Uhr,